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Pater Kajetan zelebriert die Zöllner-Bergmesse.

60. Zöllner-Bergmesse im Stahlhaus

Schönau am Königssee – Die 60. Zöllner-Bergmesse, die eigentlich hätte am Pfaffenkegel stattfinden sollen, wurde wegen des Wintereinbruchs am Sonntag im Stahlhaus gefeiert. Über Nacht hatte es nämlich heftig geschneit am Torrener Joch. Zum einen fuhr die Jennerbahn nicht durchgehend und zusätzlich konnte auch das Schneibsteinhaus nicht angefahren werden. 


Aus diesem Grund mussten Zollfahne, Kranz, Instrumente und weitere Liturgische Geräte zum Stahlhaus getragen werden.

Dort blies ein eisiger Wind. Trotzdem waren neben Pater Kajetan, der die Messe zelebrierte, und Oberregierungsrat Reinhard Mayr vom Hauptzollamt Rosenheim zahlreiche Besucher erschienen. Reinhard Mayr tat seine Freude kund, dass so viele Leute gekommen waren, um gemeinsam die 60. Zöllner Bergmesse zu feiern. Ein besonderer Gruß galt Alfred Kleylein, der einzige Anwesende, der laut Urkunde die Vereinbarung unterschrieben hatte, am Pfaffenkegel ein Kreuz zu Ehren des Kollegen Albert Hirschbichler zu errichten. Auch den zum Ehrenzöllner ernannten ehemaligen Hüttenwirt vom Stahlhaus Heli Pfitzer und die Musikkapelle Markt Schellenberg begrüßte er herzlich.

Reinhard Mayr wusste, dass damals das Hauptzollamt Reichenhall die Kollegen aufgefordert hatte, für das Gipfelkreuz zu spenden. Jeder habe 1 Mark spenden sollen, entnahm er den Belegen. Das Hauptzollamt habe für die erste Bergmesse 593 Mark und 97 Pfennig ausgegeben, nahm aber 688,50 DM und 11 Schilling ein. Die Devise habe damals geheißen, »wenn etwas Schwarzes, sprich Überschuss bleibt, dann machen wir das wieder.« So habe man die Bergmesse 60 Jahre lang durchgeführt und Reinhard Mayr versprach die Tradition fortzuführen. Pater Kajetan sagte in seiner Predigt, dass das Kreuz auf dem Gipfel etwas Besonderes sei, das Kreuz erinnere an etwas Wichtiges.

Für manche habe das Gipfelkreuz jedoch an Bedeutung verloren, manche hingen einfach ihre Wäsche zum Trocknen ans Kreuz. »Jedes Kreuz kann erzählen, von Leid, Freude, Elend, Trauer, Hoffnungen und auch von der Liebe. Das Kreuz ist ein Symbol des Lebens. Das Kreuz gehört zu unserem Leben. Das Kreuz ist das Vertrauen auf Gott, man soll vor dem Kreuz inne halten und beten«, so der Geistliche.

Mit Respekt und Ehrfurcht gedachten die Zöllner während der Messe ihrer im vergangenen Jahr verstorbenen Kollegen. Jeder wurde namentlich genannt und für jeden Verstorbenen wurde ein Kerzenlicht angezündet.

Zum Schluss spielte die Musikkapelle noch den »Guten Kameraden« und es wurden vor dem Stahlhaus drei Böllerschüsse abgefeuert. Nach der Messfeier trugen Zollbetriebsinspektor Andreas Renoth und Zollhauptsekretär Bernhard Stanggassinger traditionsgemäß den Kranz zum Gipfelkreuz des Pfaffenkegel und befestigten ihn dort.

Die »Schellenberger Musikanten« spielten nach der Messe dem Wirt und seinem Personal in der Küche einen »Kuchimarsch« und unterhielten anschließend in der Wirtsstube. Dort wurde auch noch lange das Tanzbein geschwungen.

Bernhard Stanggassinger