Otting wurde zum Zentrum der Bayerischen Blasmusik: 2000 Besucher beim Wein- und Weißbier Fest
Bildtext einblenden
Foto: Hubert Hobmaier

Otting wurde zum Zentrum der Bayerischen Blasmusik: 2000 Besucher beim Wein- und Weißbierfest

Waging am See/Otting – Die Musikkapelle „Jung Otting“ hat ihr 50-jähriges Jubiläum groß gefeiert und war Ausrichter des 52. Bezirksmusikfestes mit 2500 Mitwirkenden und rund 5000 Zuschauern am vergangenen Sonntag (wir berichteten). Bereits am Vorabend fand im Friedhof in Otting ein Totengedenken statt. Das anschließende Wein- und Weißbierfest war ein voller Erfolg.


Rund 2000 Gäste feierten bis tief in die Nacht. Für beste Bierzeltstimmung sorgte die Jubelkapelle selbst. Mit dem Höhepunkt des Festsonntages ist nun die Festwoche in Otting zu Ende gegangen.

„Alle Musikkapellen unseres Bezirks sind gekommen“, freute sich Vorstand Alfons Thaler. Aus dem Chiemgau und Rupertigau nahmen somit alle 42 Musikkapellen des Bezirkes teil. Im Anschluss an die Feldmesse zog ein prächtiger Festzug durch den Ort. Aus allen Straßen und Gassen war Blasmusik zu hören und die Zuschauer am Straßenrand klatschen fröhlich mit. Den ersten von insgesamt neun Zügen führte die Jubelkapelle „Jung-Otting“ selbst an und marschierten vorneweg. Unter alle Züge mischten sich zahlreiche Abordnungen aller Ortsvereine und erwiesen den Jubilaren mit ihren Fahnen die Ehre.

Neben den Motivwägen der Böllerschützen auf denen die Böllerkanonen aufgereiht präsentiert waren, war ein Motivwagen der Schlossbergschützen, das Brauereigespann der Brauerei Schönram und ein liebevoll dekoriertes Gespann des Gartenbauvereins Otting mit im Zug dabei. Die Ottinger Böllerschützen waren am Festsonntag nicht nur für das „Aufwecken“ zuständig, sie zeigten auch bei der Wandlung im Rahmen des Gottesdienstes für die Salutschüsse verantwortlich.

In der ersten von drei Ehrenkutschen nahmen der stellvertretende Traunsteiner Landrat Andreas Danzer, der Bezirksvorstand Thomas Egger, der Landrat des Berchtesgadener Landes, Bernhard Kern und der Bezirksehrenvorstand Josef Hollerauer Platz. In den weiteren Kutschen saßen Die Bezirksräte Annemarie Funke und Georg Wetzelsperger und der Vizepräsident des Musikbundes Thomas Eigelsperger sowie die beiden Bürgermeister aus Taching und Wonneberg Stefanie Land und Martin Fenninger.

Für Gänsehautmomente sorgten die Musikanten selbst. Zum Abschluss des Gottesdienstes spielten alle zusammen „Mein Heimatland“, den „Rainermarsch“ und die „Bayernhymne“, was ein beeindruckendes Hörerlebnis unter dem weißblauen Himmel darstellte. Nach dem traditionellen „Musikantengruß“, bei dem die Teilnehmer alle ihre Instrumente zu Ehren der „Jung-Ottinger“ in die Luft streckten, formierte sich der Festzug zum Abmarsch.

Die Messe zelebrierte Pfarrer Andreas Ager der in seiner Einleitung von „zwei Wundern in Otting sprach“ und damit meinte, „dass ein Dorf mit 1.500 Einwohnern gleich auf zwei Musikkapellen zählen kann, die darüber hinaus auch noch friedlich miteinander leben“. Der Friedenswunsch zog sich auch durch seine Predigt, in der er zu dem Wunsch kam, „dass wieder mehr Leben und Leben lassen“ als bayerische Grundeinstellung unter den Menschen Einzug halten soll. Neben dem Altardienst sorgte die Jubelkapelle selbst sowie Singgruppe Avalon für einen festlichen Rahmen während des Gottesdienstes

Festleiter Herbert Fuchs dankte in seiner kurzen Ansprache allen Teilnehmern und freute sich „über das beeindruckende Bild, dass sich mir hier und heute bietet“. Bürgermeister und Festleiter Matthias Baderhuber sprach in seinem Grußwort davon, „dass Musik die Menschen verbinde und die Gemeinschaft eine Gesellschaft lebendig machen“, zudem lobte er den Festverein für die Durchführung des Festes und freute sich insbesondere über deren ausgezeichnete Jugendarbeit.

Den Gruß des Landkreises Traunstein überbrachte der stellvertretende Landrat Andreas Danzer und sagte „Blasmusik sorgt dafür, unsere Heimat zu bewahren“ und sah den Festsonntag als Höhepunkt des diesjährigen Bezirksmusikfestes. Bezirksvorstand Thomas Egger dankte den „Jung-Ottingern“ für die Organisation, die in diesem Jahr auf Grund der ungewissen Pandemielage nicht leicht war. „Es ist für mich eine wunderbare Kulisse, dass hier heute wieder alle hier seid“, so seine Worte. „Machts weiter Musik“, so der kurze Wunsch des Vizepräsidenten des Musikbundes, Thomas Eigelsperger und erfreute sich, „dass es einfach schön ist, wenn man jetzt wieder zusammenkommen kann.

Im Anschluss suchte sich der Festzug seinen Weg ins Bierzelt. Nachdem gemeinsamen Mittagessen folgte der gesellige Teil des Tages. Bis in die Abendstunden sorgten die Blaskapelle Maria Gern, „Junga Greadoa“ sowie „Ruperti-Blosn“ für den musikalischen Rahmen im Festzelt. Die Feuerwehr Waging war zur Verkehrsabsicherung im Einsatz und etwa 20 Aktive des Bayerischen Roten Kreuzes standen für die sanitätsdienstliche Absicherung bereit.

Bereits am Vorabend fand an der Ottinger Kirche das Totengedenken statt. Im Anschluss daran folgte das „Wein – und Weißbierfest“ an dem die „Jung-Ottinger“ selbst für Stimmung im Festzelt sowie auf dem Freigelände sorgten. Rund 2.000 Besucher feierten bis tief in die Nacht. Der Festsonntag bildete den Abschluss der Festwoche in Otting. Dem Kreisbauerntag am Mittwoch folgte am Donnerstag das OpenAir am Festzelt. Am Freitag gaben sich die aus dem TV bekannten Wirtshausmusikanten rund um Moderatorin Traudi Siferlinger ein Stelldichein.

Hob

 

Mehr aus Waging am See