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Erfolgsgeschichte Seeräuberspiel

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Foto: Ludwig Flug

Unterwössen – Ein Fest, dessen Idee seit Jahrhunderten aufgeht, beweist sich auch 2020: Seeräuber und Chinesen, dazu über 10 000 Zuschauer feierten bei herrlichstem Wetter das traditionelle Wössner Seeräuberspiel mit Triumphzug und Festabend.


Um 14.14 Uhr am Samstag setzte sich der Zug in Bewegung. Nach den Tafelbuam kündigte die Vorreiterin den Gaugrafen Sizo, Otto Stumbeck, an. Der Sighartinger auf der Baumburg führte vor 1100 Jahren die Männer mit den Achentalern gegen die Ungarn und schlug sie in der Feldwies. Wunderbar gewandete Mohren begleiteten ihn. Es folgten die Ritter von Rettenburg, Streichen, Hohenstein und Velse. Erster Höhepunkt im Umzug war das Seeräuberschiff mit der Seeräuberbraut Theresa König und den tapferen Siegern über die Ungarn.

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Farbenfrohe Uniformen mit Rosshaar auf Spitzhüten prägten das Bild. Aus den Ungarn mit leicht mongolischem Einschlag machte der Volksmund die Chinesen, überwiegend in Gelb und mit knallroten Schuhen waren sie leicht zu erkennen. Ein Mandarin, Andreas Bär, im prächtigen Mantel war ihr Anführer. Fahnenschwinger, Trommler, Burgfräulein, Feuerspeier, Gaukler standen für das Rettenburger Burgvolk.

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Während dieser erste Teil des Zugs den Sieg feierte, trieb der zweite Teil nach altem Brauch den Winter aus. Geführt von Impresario Hans-Michael Heser folgten Marketenderinnen, der Kasperl und Burgnarr. Den wilden Mann, der den Winter darstellte und der traditionell am Faschingsdienstag beerdigt wird, hielten zwei Männer nur mit Mühe im Zaum. Für das Hujerer Treiben, das zu Beginn des Winters von der Martinikapelle nach Oberwössen führt, standen junge Burschen mit ihren Tuschglocken. Die Perchten mit ihren Fratzen vertrieben die bösen Geister und den Winter. Stelzengänger, Zigeuner, Gaukler schlossen sich dem Zug an, der an der Pfarrkirche über die Alte Dorfstraße wendete, und die Hauptstraße hinauf bis zum Musikpavillon am Kurpark führte. Die Musikkapellen Wössen und Schleching führten die Züge an, Musikanten der Musikkapelle Marquartstein bildeten den Schluss.

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Am Musikpavillon begrüßten der Vorstand des Seeräubervereins, Michael Frank, und Ausschussmitglied Stefanie Dewitz die Ehrengäste und stellten die Gruppen im Zug vor. Die tanzten auf der Bühne des Musikpavillons die historischen Tänze. Es begannen die Bauern. Der Bogentanz der Wössner Seeräuber ist an die Schäfflertänze angelehnt. Besonders beklatschte das Publikum den Chinesentanz. Der Tanz der Zigeunerinnen stimmte auf den Höhepunkt ein: den Schwerttanz der Seeräuber. An dessen Ende hoben die Seeräuber den Reifenschwinger auf einem Schwertpodest in die Höhe.

Monatelange Übungen liegen hinter Christian Härtl, Reifenschwinger im Fachverein der Münchner Schäffler. Die Kunst ist, in den wild wirbelnden Reifen den Schnaps nicht zu verschütten. Sein Prost auf das Fest und das Seeräuberfest am 1. März 2025 bildete den Schlusspunkt.

Von nun an verlagerte sich das Fest in die Achentalhalle und an die Front des Alten Bades, wo aus Zelten laute Rockmusik erschallte. In der Achentalhalle spielten die Musikkapellen Wössen mit Dirigent Martin Nieß und Schleching mit Walter Reisenauer auf. Später übernahm ZündUp. lukk