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Anleinpflicht im Uferbereich? Drastische Maßnahmen gegen freilaufende Hunde gefordert

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Rund 100 Bürger forderten in der letzten Sitzung vom Überseer Gemeinderat, drastischere Maßnahmen gegen freilaufende Hunde zu ergreifen. (Symbolbild: pixabay)

Übersee – Wieder einmal hat sich in Übersee die Front gegen freilaufende Hunde, besonders im Bereich Chiemseeufer, formiert. Unter Federführung von Herbert Schmid haben rund 100 Bürger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats beantragt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.


Update, Donnerstag (9. August), 11 Uhr:

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In unserem ursprünglichen Bericht wurde Gemeinderätin Maria Steinert (SPD) versehentlich falsch zitiert. Sie hält nicht ein generelles Hundeverbot in der gesamten Feldwieser Bucht für sinnvoll, sondern lediglich eine generelle Anleinpflicht.

Bericht vom 7. August:

Immer wieder war es in letzter Zeit zu bedrohlichen Situationen mit Fahrradfahrern, Kindern und Badegästen durch »kreuz und quer« laufende Hunde gekommen.

Ein in dem Antrag geschilderter Fall erhitzte besonders die Gemüter. Danach sei kürzlich ein Kampfhundmischling in schnellem Lauf in Richtung eines am Strand spielenden Kindes unterwegs gewesen und von seinem Halter erst in letzter Sekunde gestoppt worden. »Es kann nicht sein, dass sich Erholung suchende Familien quasi mit Baseballschlägern und Pfefferspray bewaffnen müssen, um sich und ihre Kinder im Notfall verteidigen zu können«, so Schmid in seinem Beschwerdeantrag.

Er glaubt, dass die zunehmenden Vorfälle auch mit einem Artikel im Internet zusammenhängen, in dem Übersee als einer der letzten Plätze am Chiemsee gepriesen werde, wo man noch ungestört mit seinem Hund baden gehen könne. Es seien in der Tat mehr »Hundetouristen« als Einheimische, die Ärger machten.

Bürgermeister Marc Nitschke warnte davor, das Thema »emotional hochzukochen«, denn es seien letztlich nur wenige Hundehalter, die für das schlechte Image sorgen. Im Übrigen habe man sich schon seit etlichen Jahren »mehr als andere Gemeinden« intensiv mit dem Thema beschäftigt und auch bereits 2012 eine Hundehalterverordnung erlassen. Sie regelt die Anleinpflicht von Kampfhunden und großen Hunden im gesamten öffentlichen Gemeindegebiet.

Polizei um zusätzliche Kontrollen gebeten

Aufgrund der aktuellen Ereignisse habe man weitere Beschilderungen eingeführt, die Polizeiinspektion Grassau um zusätzliche Kontrollen gebeten, im Gemeindeblatt noch einmal zusätzliche Aufklärung betrieben und die Streichung des einladenden Artikels von der Internetplattform veranlasst, so Nitschke. Von diesen Punkten verspreche man sich Verbesserungen.

Das ging Stefan Haneberg (AdfÜ) nicht weit genug. Er kritisierte vor allem die Hundehalterverordnung, die erst bei größeren Tieren ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern auf öffentlichen Flächen ansetzt. »Was wir brauchen, sind einfache und praktikable Lösungen«, meinte er und plädierte für eine Überarbeitung der Verordnung von 2012. Außerdem brachte er auch einen offiziellen Hundebadeplatz ins Gespräch.

Maria Steinert (SPD) hielt eine generelle Anleinpflicht in der gesamten Feldwieser Bucht für sinnvoll. Margarete Winnichner (Die Grünen) war für strenge Kontrollen und Bußgeldbescheide: »Bei manchen Leuten geht's halt nur über den Geldbeutel.«

Hans Schönberger und Erika Stefanutti (beide FBL) sprachen sich für eine noch größere Sensibilisierung für das Thema aus. Uschi Geiger (CSU) regte an, die Hundehalterverordnung an den kritischen Stellen öffentlich auszuhängen, »damit jeder weiß, wie die Rechtslage ist«. Rupert Kink (CSU) schlug vor, eine Lösung mit dem Landratsamt und weiteren zuständigen Stellen zu erarbeiten.

Schließlich wurde der Gemeinderat einstimmig beauftragt, die Leinenpflicht im gesamten Uferbereich zu prüfen, und zwar unter Einbeziehung der zuständigen Fachbehörden. bvd