Unterschlupf für Fledermäuse im Auwald an der Alz
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Fledermauskasten: Viele solcher kleinen Kästen hängen jetzt im Auwald entlang der Alz auf Höhe der Trostberger Ortsteile Pechlerau und Saliterau. Sie bieten Fledermäusen Quartier und Schutz. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Unterschlupf für Fledermäuse im Auwald an der Alz

Trostberg – Einen Platz zum Überwintern bieten Fledermauskästen im Auwald entlang der Alz in den Trostberger Ortsteilen Saliterau und Pechlerau.


In die Bäume gehängt haben sie Thomas Reschberger, Mitarbeiter der Flussmeisterstelle Salzach, und Landespflegerin Clara Rutkowski vom Traunsteiner Wasserwirtschaftsamt. Bereits im Frühjahr hatte die Behörde Kobel für Haselmäuse angebracht. Beide Maßnahmen dienen zum Schutz der Tiere. Denn im Herbst beginnen die Arbeiten zur Aufweitung der Alz und zum Hochwasserschutz. Ab September müssen daher vor allem am linken Ufer erste Büsche und Sträucher entfernt werden. Weitere Gehölzarbeiten finden im Oktober statt, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit.

Nachtaktive Tiere meiden die Helligkeit

Im Auwald an der Alz leben verschiedene Fledermaus-Arten, zum Beispiel die Große Mausohr-Fledermaus. Grundsätzlich sind Fledermäuse nachtaktive Säugetiere. Untertags ziehen sie sich gerne in die Dunkelheit zurück. In Höhlen aller Art, aber auch in Felsspalten oder auf Dachböden bringen sie sich in Sicherheit vor Fressfeinden und schlechtem Wetter. Um im Winter einen solchen Rückzugsort bewohnen zu können, gehen die Tiere bereits im Spätsommer auf Quartiersuche. Unterschlupf können sie nun in den rund 40 Zentimeter hohen Kästen finden, die seit kurzem im Auwald hängen. Eine Schreinerei hat sie aus Baumstämmen gefertigt. Sie ähneln Höhlen in alten, häufig hohlen Bäumen, in denen Fledermäuse gerne hausen – zumeist tatsächlich in Gruppen. Es gebe Untersuchungen, die belegten, dass solch seminatürliche Holzkästen eher angenommen würden als die handelsüblichen aus Holzbeton, sagt Landespflegerin Clara Rutkowski. Über ein Einflugloch an der Vorderseite können die Fledermäuse ins Innere gelangen und dort überwintern. Alle Kästen sind bewusst in der Nähe von Wegen angebracht, da Fledermäuse eine Art „Anflugschneise“ für ihr Ziel brauchen. Einmal im Jahr lässt das Amt die Quartiere saubermachen, die Reinigung erfolgt über eine kleine Klappe an der Unterseite.

Unterschlupf für Fledermäuse im Auwald an der Alz
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Alter Baum: Am Wegesrand im Auwald entlang der Alz steht dieser alte, hohle Baum. Weil er vermutlich ein Rückzugsort für Tiere ist, will ihn das Wasserwirtschaftsamt Traunstein erhalten. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Die Kästen und Kobel bieten Fledermäusen und Haselmäusen neuen Lebensraum und Schutz vor den Baumaßnahmen. Keinen Schaden nehmen sollen auch die Stauden, die im Zuge der Gehölzarbeiten ausgegraben werden. Denn sie werden direkt im Anschluss anderswo einen neuen Platz finden. Und schließlich gibt es noch den alten, hohlen Baum am Wegesrand im Auwald. Flussabwärts steht er auf der linken Seite der Alz, direkt unterhalb der B 299. Viele Spaziergänger kennen ihn, denn in seiner Nähe steht ein Bankerl und derzeit ist auf seinen Stamm ein blaues Herz aufgemalt. Auch dieser Baum soll bleiben.

fb/red