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Um langfristig für alle Instrumente Nachwuchsmusiker zu gewinnen, soll ab dem kommenden Schuljahr für die Schüler der Grundschule Chieming eine Bläserklasse organisiert werden. Mit diesem Angebot werden Nachwuchsmusiker wie die »Gelbhemden« der Blaskapelle Traunwalchen (Foto) auf seltenen, aber dringend benötigten Instrumenten wie Posaune, Horn oder Tuba ausgebildet. (Foto: Rasch)

Der Unterricht an der Sing- und Musikschule Traunwalchen wird für die Eltern teurer

Traunreut – Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung im k1 die Empfehlung des Hauptausschusses mitgetragen, die Gebühren für den Unterricht an der städtischen Sing- und Musikschule Traunwalchen um durchschnittlich 3,9 Prozent zu erhöhen. Wie berichtet, hatten sich die Stadtverwaltung Traunreut und die Gemeinden Chieming und Nußdorf auf eine Erhöhung in dieser Größenordnung verständigt.


Bei der Kalkulation wurden für das kommende Musikschuljahr 234 Wochenstunden veranschlagt. Wegen der aktuellen Rahmenbedingungen und tariflicher Vorgaben sowie gekürzter Staatszuschüsse war ein neuerlicher Anstieg der Gebühren unausweichlich. Würde man die Kosten 1:1 umlegen, müssten die Schülergebühren um durchschnittlich 14 Prozent angehoben werden.

Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU) lobte erneut ausdrücklich die Zusammenarbeit mit seinen Bürgermeisterkollegen aus Nußdorf und Chieming. Entscheidend sei, dass man die Anpassung mit den Nachbarkommunen abgesprochen habe, sagte Dangschat. Er erinnerte daran, dass sich der Stadtrat vor einigen Jahren drauf verständigt habe, die Gebühren jährlich und dafür moderat zu erhöhen. Vor dem Hintergrund, dass an anderen Musikschulen im Landkreis Traunstein keine jährlichen Erhöhungen notwendig werden, sollte bei der Kalkulation versucht werden, eine Mischform zu finden, wo sich die Kostensteigerung nicht so drastisch auswirke.

Befürwortet wurde auch der Vorschlag der Musikschule, das »Klassenmusizieren« mit Streichern und Bläsern als neue Unterrichtsform in die Gebührensatzung aufzunehmen. Ab dem kommenden Schuljahr soll für die Schüler der dritten Klasse der Grundschule Chieming eine Bläserklasse organisiert werden, um für die Blaskapelle langfristig für alle Instrumente Nachwuchsmusiker zu gewinnen. Bläserklassen als Kooperationsmodell Musikschule-Grundschule seien ein deutschlandweites Erfolgsmodell, erklärt die Musikschule. Ein bedeutendes Element sei dabei eine gleichmäßige Verteilung der Kinder auf nahezu alle Blasinstrumente. Damit könnten auch die Nachwuchsmusiker der Kapellen auf seltenen, aber dringend benötigten Instrumenten wie Posaune, Horn oder Tuba ausgebildet werden.

Zunächst soll in Chieming mit zehn bis zwölf Kindern gestartet werden. Laut Verwaltung soll sich das geplante Bläserklassenmodell aus zwei Unterrichtseinheiten zusammensetzen.

Zum einen bestehe dieses aus einem Gesamtunterricht in der Bläserklasse mit allen Schülern – im Idealfall als Musikunterrichtsstunde im Lehrplan der Grundschule, geleitet von einem Musikschullehrer –, zum anderen aus Instrumentalunterricht beim jeweiligen Musikschullehrer am Nachmittag, im rechnerischen Umfang von zehn Minuten pro Kind, jedoch grundsätzlich als Gruppenunterricht. Die neue Unterrichtsform wird in die Gebührensatzung mit aufgenommen und der Unterrichtsgebühr 30-Minuten-Dreier-Gruppe entsprechen. Diese Gebühr entspricht exakt dem Unterrichtsumfang der Bläserklasse, weil auch den Hauptfachschülern mit dieser Gebühr der Ensemblebesuch gebührenfrei ermöglicht wird. Damit bleibt das Kostenverhältnis zwischen Gemeinde-Schüler unberührt.

Die Schüler der Bläserklasse werden in gleicher Weise finanziert wie alle anderen Schüler – mit dem Zusatz, dass im Ausnahmefall auch Schüler nur zehn Minuten unterrichtet werden können.

Laut der neuen Gebührentabelle für das kommende Musikschuljahr kostet der Unterricht einer »3er-Gruppe 30 Minuten Klassenmusizieren« 330 Euro im Jahr. Der Kommunalanteil liegt hier bei 291 Euro.

Der Einzelunterricht über 45 Minuten kostet ab dem kommenden Schuljahr 1382 Euro. Der Kommunalanteil liegt hier bei 1417 Euro. 30 Minuten Einzelunterricht kosten künftig 934 Euro und der Kombiunterricht 60 Minuten in einer Zweiergruppe 971 Euro.

ga

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