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Christian Stoib ist Bürgermeisterkandidat der Traunreuter SPD

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Traunreut: Christian Stoib ist Bürgermeisterkandidat der SPD
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Der Traunreuter SPD-Ortsvorsitzende und Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christian Stoib, freute sich mit seiner Vorstandskollegin, der dritten Bürgermeisterin Gerti Winkels, über seine Wahl zum SPD-Bürgermeisterkandidaten. (Foto: Müller)

Traunreut – Der 51-jährige Christian Stoib soll nach dem Willen des SPD-Ortsverbands Traunreut neuer Rathauschef werden. Einstimmig wählten die Mitglieder in der TuS-Gaststätte ihren Ortsvorsitzenden und Fraktionschef im Stadtrat zum Bürgermeisterkandidaten. Stoib freute sich über das Wahlergebnis und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Wolfgang Hörl hatte zwischenzeitlich von Stoib die Versammlungsleitung übernommen und sprach nach der Stimmenauszählung von einer »guten Wahl. »Wir haben durchaus eine Chance, unseren Kandidaten in die Stichwahl zu bekommen und da ist alles möglich«, so Hörl. Die Kommunalwahlen sind am 15. März 2020. Ihre Stadtratskandidatenliste stellt die SPD am 22. Oktober um 19 Uhr im Café Bistro The Rock in Traunreut auf.

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Vor seiner einstimmigen Wahl hatte sich der in Stein lebende Stoib vorgestellt. 1968 in Bruckmühl im Landkreis Rosenheim geboren, ist er mit drei Geschwistern aufgewachsen, hat in Bad Aibling seinen Realschulabschluss gemacht und in Rosenheim bei Kathrein eine Lehre als Funkelektroniker absolviert. Nach Erlangung der Fachhochschulreife verzögerte sich der Beginn seines Elektrotechnikstudiums an der Fachhochschule in Landshut, weil er Zivildienst in einer Klinik in Bad Aibling machen musste. Diese Zeit habe ihn geprägt, verriet Diplomingenieur Stoib.

Ab 1998 arbeitete er dann als Entwickler bei einer Firma in Unterföhring und als diese von der Firma Heidenhain aufgekauft wurde, bot ihm der Mutterkonzern in Traunreut einen Entwicklerposten an. 1999 zog er mit seiner Frau und dem eineinhalbjährigen Sohn in den Chiemgau. 2000 und 2002 folgten zwei weitere Kinder. Seit 2013 ist Stoib freigestellter Heidenhain-Betriebsrat und seit dem Schuljahr 2012/2013 auch Elternbeiratsvorsitzender am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut.

2002 wurde Stoib zum Traunreuter SPD-Vorsitzenden gewählt und blieb dies zehn Jahre. 2017 übernahm er den SPD-Vorsitz kommissarisch, seit 2018 ist er wieder Ortsvorsitzender. Bei den Kommunalwahlen 2014 wählten ihn die Bürger in den Stadtrat, dort wurde er von seinen Kollegen umgehend zum Fraktionsvorsitzenden bestimmt. »Unsere Politik orientierte sich immer an sozialen Zielen und an der Sozialdemokratie«, beschrieb Stoib die Fraktionsarbeit der letzten fünfeinhalb Jahre. Dass auch innerhalb der Fraktion teilweise kontrovers debattiert worden sei, gehöre zu einer lebendigen Demokratie dazu.

Gleich im ersten Jahr habe man einen Antrag für einen freien WLAN-Zugang am Stadtplatz gestellt. Nach einigem Hin und Her sei es auch zur Umsetzung gekommen. Stoib erinnerte zudem daran, dass die SPD 2016 als einzige Fraktion gegen die Erhöhung der Kiga-Gebühren gewesen sei. Leider sei damals auch der Antrag zur Gebührenübernahme durch die Stadt abgelehnt worden. Gleiches galt 2016 für den Antrag, stadteigene Grundstücke eigenverantwortlich zu bebauen. »Natürlich in Zusammenarbeit mit der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft, damit die Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent vom Land gewährt werden und bezahlbarer Wohnraum entstehen kann«, so Stoib. »Wir forderten sozialen, also bezahlbaren Wohnraum, die anderen wollten verstehen Sozialwohnungen, was aber im Antrag nicht Thema war.«

Ein großes Anliegen sei es der SPD, Bildung stets für alle zugänglich zu machen. »Unser Antrag zum gemeinsamen Bau von VHS und Bücherei war demnach nur logisch, das sahen auch fast alle Fraktionen so.« Die Stadt müsse sich in Zukunft wieder deutlich mehr um die Daseinsfürsorge der Bürger kümmern, sei es durch die Übernahme des Elektrizitätsnetzes oder Gasnetzes. Auch den Umweltschutz wolle man vorantreiben und sich dort für Radwege und Straßenbeleuchtung einsetzen, wo es sinnvoll sei. Verbesserungspotenzial sieht Stoib auch beim Öffentlichen Personennahverkehr. mmü