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Eine Liste und zwei Bürgermeisterkandidaten in Taching

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Neben Hans Steiner (wir berichteten) will auch Stefanie Lang die Nachfolge von Bürgermeisterin Ursula Haas antreten. (Foto: Höfer)

Taching am See – Die Irritationen waren beachtlich. Dabei war alles so gut vorbereitet. Es stand eine gemeinsame Liste von CSU, Unabhängiger Wählergemeinschaft und Bürgerliste – und es gab eine junge Frau, die Bürgermeisterin in Taching werden will: Stefanie Lang. Zwei Tage vor der Versammlung meldete sich aber Hans Steiner (CSU) und bekundete im Gemeinderat sein Interesse. Am Ende eines langen Abends stand dann doch eine gemeinsame Liste mit 25 Kandidaten.


Die parteilose Bewerberin Stefanie Lang wird unterstützt von eben dieser Liste. Doch auch Hans Steiner will sich voraussichtlich im März um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Weil er aber CSU-Mitglied ist, fragte Stefanie Lang: »Wie will die CSU damit umgehen?«.

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CSU-Vorsitzender Josef Huber ließ keinen Zweifel aufkommen: »Unser Ziel ist und bleibt eine gemeinsame Liste.« Unabhängig von einer Parteizugehörigkeit solle dem Wähler eine alphabetisch gereihte Liste präsentiert werden. Auf dieser Liste sollten sich beide Bürgermeisterkandidaten um einen Sitz im Gemeinderat bewerben. Dazu erbat sich Lang kurze Bedenkzeit, ehe sie erklärte, nicht auf der Gemeinderatsliste antreten zu wollen. »Falls ich die Bürger überzeuge, werden sie mich wählen«, sagte sie, daher verzichte sie bewusst auf das »Vehikel Gemeinderat«. Denn sie wolle niemandem Stimmen wegnehmen.

Hans Steiner steht auf der Liste zum Gemeinderat. Die wurde schließlich mit 50 Ja-Stimmen bei 50 abgegebenen Stimmen bestätigt. »Ein starkes Zeichen«, so Wahlleiter Thilo Schmidt, selbst Gemeinderatskandidat in Seeon-Seebruck. »Das Ergebnis spricht für sich und es spricht für Taching.«

Hans Steiner bot Lang an, zwei gemeinsame Veranstaltungen abzuhalten. Er selbst gab noch am Abend seine Nominierungsversammlung am Freitag um 19.30 Uhr in der Tenglinger Pizzeria Primavera bekannt.

Das Ergebnis für Stefanie Lang war nicht einstimmig, aber mehrheitlich. Von 49 Wahlzetteln stand auf 41 ein »Ja«, vier Wähler votierten mit »Nein«, zwei enthielten sich, zwei Zettel waren ungültig.

Nach zwölfjähriger Amtszeit tritt Ursula Haas im März nicht mehr an. Die 35-jährige Diplom-Sozial-Pädagogin Lang ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit fünf Jahren lebt die Bewährungshelferin in Taching. Der parteilosen Kandidatin gefällt es in ihrer neuen Heimat. »Es ist wunderbar hier, aber einiges sollte sich ändern«, erklärt sie. Sie wolle die Bürger mehr beteiligen, Gemeindepolitik transparenter machen, die Vereine unterstützen und das Ehrenamt zu fördern. »Wir sind eine Gemeinde«, betont sie mit Blick auf immer noch vorhandene Rivalitäten zwischen Taching und Tengling. Die Kandidatur von Steiners begrüßt sie ausdrücklich. »Damit hat der Bürger die Wahl. Das entspricht meinem Demokratieverständnis.«

Steiner ist »Bauer mit Leib und Seele«, wie er sagt. Der 54-Jährige hat drei Kinder; ein Sohn und ein Lehrling arbeiten am Hof. Den Milchviehbetrieb mit gut 80 Kühen müsste er im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister umstrukturieren. Steiner braucht mindestens 60 Unterstützer-Unterschriften, die im Waginger Ordnungsamt zu leisten sind. Antreten will Steiner unter dem Titel »Gemeindeliste«, wenngleich er der einzige Kandidat darauf ist.

Für den Gemeinderat kandidieren Daniela Alversammer, Klaus Alversammer, Hans Brugger, Franz Gramminger, Markus Haselberger, Sebastian Hass, Josef Huber, Verena Kaufmann, Erich Koller, Markus Krautenbacher, Johannes Kroiß, Stefan Mayer, Wolfgang Mayer, Dominik Mayr, Klaus Öllinger, Werner Reith, Peter Schäffler, Verena Schmid, Franz Seehuber, Peter Seehuber, Hans Steiner, Brigitte Thaller, Elke Thiel-Siglbauer, Katharina Ueing und Christoph Wamsler.

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