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Foto: mmü

Großes Fest zum Doppeljubiläum: 50 Jahre Segelhafen Seebruck und Seebrucker Regatta-Verein

Seeon-Seebruck – Bei traumhaftem Sommerwetter und vor einer Bilderbuchkulisse ist am Wochenende das Doppeljubiläum „50 Jahre Segelhafen Seebruck“ und „50 (+1) Jahre Seebrucker Regatta-Verein“ der Gemeinde Seeon-Seebruck und des Seebrucker Regatta-Vereins (SRV) über die Bühne gegangen.


Höhepunkt war der gut besuchte Festsonntag mit Kirchenzug, Festgottesdienst, Jubiläumsansprachen und buntem Rahmenprogramm. Angeführt von der Blaskapelle Seeon führte der imposante Kirchenzug vom Chiemseepark-Parkplatz über das Hafengelände zur Strandbadwiese. Zahlreiche Vertreter der politischen Gemeinde und der Ortsvereine, teilweise mit Fahnenabordnungen, nahmen daran teil.

In der Messe segnete der neue Pfarrer Dr. Florian Schomers vier beidseits vom Altar aufgestellte Opti-Boote und bat den Herrn, alle Jungkapitäne vor Schaden und Gefahr zu bewahren, die die Optis für Sport und Freizeit nutzen. Möge Gott uns alle einmal sicher an das Ziel unserer Lebensreise führen, so der Pfarrer. Der Festzug führte zum Hafenwirt, wo das offizielle Festprogramm weiter ging.

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Imposanter Kirchenzug anlässlich des Doppeljubiläums „50 Jahre Segelhafen Seebruck und 50 (+1) Jahre Seebrucker Regatta-Verein“. Auch vier Opti-Segelboote der SRV-Nachwuchssegler waren mit dabei. Es folgte ein von Pfarrer Dr. Florian Schomers zelebrierter und gut besuchter Gottesdienst auf der Strandbadwiese mit Segnung der besagten Optis. Foto: mmü

„Dass wir heute hier stehen und dieses Jubiläum feiern können, ist das Resultat langer und intensiver Arbeit, denn die Realisierung des Projekts ´Chiemseepark Seebruck` war lange Zeit nicht sicher“, gab Bürgermeister Martin Bartlweber in seiner Festansprache zu bedenken. Bei der Umsetzung der ambitionierten Baumaßnahme sei die Hartnäckigkeit des damaligen Bürgermeisters (ab 1972) Werner Thusbaß entscheidend gewesen, der mit seinen Gemeinderäten und dem Architekten Jochen Urbat, „einige Wagnisse eingegangen ist, um dieses Mammutprojekt umzusetzen“. Die offizielle Baugenehmigung für den Chiemseepark habe man erst 1988, also 17 Jahre nach dem Baubeginn des Segelhafens erhalten, verblüffte Rathauschef Bartlweber.

Auch die schnelle Bauzeit war erstaunlich. Wie Ortsheimatpfleger und SRV-Vorsitzender Hans Fenzl berichtete, sei der Segelhafen (erster Bauabschnitt) nach nur einem Jahr Planungszeit und einem Jahr Bauzeit 1972 in Betrieb gegangen. Zur Sommersaison 1974 konnte auch schon die Strandbadwiese genutzt werden. 1975 folgten die Fertigstellung des Strandbadgebäudes und 1976 jene des Hafengebäudes und noch im selben Jahr die feierliche Einweihung des „Chiemseeparks Seebruck“, den Fenzl als „schönste Strandpark- und Yachthafenanlage am Chiemsee“ bezeichnete. Diese entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsstory. Der Segelhafen mit seinen über vierhundert Liegeplätzen ist die mit Abstand größte Einnahmequelle der Gemeinde und die Großinvestition hat sich mehrfach amortisiert.

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Vor der Bilderbuchkulisse von Chiemsee und Chiemgauer Bergen zelebrierte der neue Pfarrer Dr. Florian Schomers auf der Strandbadwiese den gut besuchten feierlichen Festgottesdienst zum Doppeljubiläum „50 Jahre Segelhafen Seebruck und 50 (+1) Jahre Seebrucker Regatta-Verein“. Anschließend folgten der Festzug und die Festansprachen. Foto: mmü

Als Dank und Anerkennung für die hervorragende Mitarbeit im Bayerischen Landsport-Verband überreichte die BLSV-Bezirks- und Kreisvorsitzende Claudia Daxenberger dem SRV-Chef Fenzl, dessen Stellvertreter Matthias Lang und Schatzmeisterin Sabine Kolbinger eine Urkunde und einen Gerätegutschein. Der 1971 gegründete SRV decke den Breiten- und Leistungssport ab und leiste am „größten und schönsten Sportplatz Bayerns“ seit jeher eine tolle Jugendarbeit, so Daxenberger. Auch der Bürgermeister lobte das Engagement des SRV.   

In Kurzform konnten die vielen Besucher die „Meilensteine auf dem Weg zum Chiemseepark“ bereits auf 18 aufgehängten Schautafeln inspizieren. Wer sich detaillierter einlesen möchte, dem ist das zum Jubiläum erschienene 176-seitige, reich bebilderte Buch „Chiemseepark Seebruck – Segelhafen und Strandbad – Eine einmalige Erfolgsstory mit wechselvoller Vorgeschichte“ zu empfehlen, das es in der Tourist-Info Seebruck und im Buchhandel zu kaufen gibt. Auch die Anfänge des Segelns in Seebruck und der Beginn des Tourismus werden darin beleuchtet. Zwei Exemplare schenkte Bürgermeister Bartlweber bei der Feier dem Chiemseepark-Architekten Jochen Urbat aus Grabenstätt und dem in der Planungs- und Bauzeit als Gemeinderat tätigen Seebrucker Engelbert Regnauer. Zusammengetragen und verfasst hat das lesenswerte Buch Ortsheimatpfleger und Festleiter Fenzl. Herausgeber ist die Gemeinde.

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Bürgermeister Martin Bartlweber (rechts), der Chiemseepark-Architekt Jochen Urbat aus Grabenstätt (Zweiter von rechts), der in der Planungs- und Bauzeit als Gemeinderat tätige Seebrucker Bürger Engelbert Regnauer (Zweiter von links) und Ortsheimatpfleger und SRV-Vorstand Hans Fenzl (links) nach den Ansprachen am Festsonntag. Fenzl verfasste auch das lesenswerte Jubiläumsbuch „Chiemseepark Seebruck – Segelhafen und Strandbad – Eine einmalige Erfolgsstory mit wechselvoller Vorgeschichte“, das unlängst erschienen ist.   Foto: mmü

Zum bunten Rahmenprogramm gehörte die samstägige Traditionsregatta „Seebrucker Hafentrophy und Blaues Band von Seebruck“ (Sportbericht folgt), eine Trainingsfahrt der jüngsten Segler im Rahmen der Optimist- und Laserliga und die beeindruckende Modellboot-Ausstellung „Yachten, Schoner, Galeeren und Fregatten“ des 2017 verstorbenen passionierten Altenmarkter Modellbauers Ludwig Oberauer. Dessen Tochter präsentierte eine feine Auswahl seiner Boote, die er in tausenden Stunden minutiöser und filigraner Handwerkskunst zusammengebaut hat – nach Originalplänen und ohne Baukästen. Neben moderneren, auch für den Chiemsee typischen Segelbooten, konnte man auch die legendäre „Bounty“ – einen Dreimaster der britischen Admiralität, auf dem einst in der Südsee gemeutert worden war –,  die „HMS Victory“, die als Flaggschiff von Vizeadmiral Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar Bekanntheit erlangte, und das bekannte Segelschulschiff der Deutschen Marine „Gorch Fock“ bestaunen. Große Augen gab es auch vor den ausgestellten Traditionsbooten „Chiemseeplätte“ und „Schratz“ sowie der Z Jolle, gebaut im Auftrag von Manfred Curry. Obwohl diese Rennjolle „Aero II“ fast 80 Jahre alt ist, wirkt sie wegen ihrer fischförmigen aerodynamischen Form sehr modern und hat ausgefallene Bremsen. Auch ein Original-Optimist-Boot aus Holz und moderne Laser-, 29er- und Optimist-Jugendboote gab es zu sehen.

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Eine Ehrenurkunde und einen Gerätegutschein überreichte die Bezirks- und Kreisvorsitzende des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) Claudia Daxenberger (Zweite von links) dem 1. Vorsitzenden des Seebrucker Regatta-Vereins (SRV) Hans Fenzl (links), dessen Stellvertreter Matthias Lang und Schatzmeisterin Sabine Kolbinger. Foto: mmü

Die Kinder genossen an beiden Festtagen ein buntes Programm mit einem Opti-Segelsimulator, Holzboote basteln und Hüpfburg. Am Erlebnis- und Info-Stand des Seebrucker Regatta-Vereins erhielten Groß und Klein von einem hochseeerfahrenen Segler-Ehepaar interessante Einblicke zu Knoten, Spleißen und Takling. Sehr gut angenommen wurden die gut zehnminütigen Rundfahrten mit dem vor vier Jahren angeschafften Rettungsboot „Richard“ der Wasserwacht Seebruck. Auch die Wasserschutzpolizei Prien schaute vorbei und beantwortete gerne die Fragen der Gäste. Am ersten Festtag spielte die Unterkastler Blasmusik zünftig auf und am zweiten Festtag wurde die Blaskapelle Seeon später von der Bluegrass-Country-Band „Blue Teachers“ aus Altötting abgelöst. Auch fürs leibliche Wohl der Gäste war bestens gesorgt.

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Zahlreiche weitere Impressionen vom bunten Rahmenprogramm beim Jubiläumsfest finden Sie in unserer Bildergalerie. Foto: mmü

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