Umweltverschmutzung durch den Wertstoffhof?

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Die Steinchen am Schulspielplatz sorgen in Petting für Ärger. (Foto: Höfer)

Petting – Der Grundstücksnachbar ist sauer: Und nicht mehr bereit, Plastikreste aus Wald und Weiher zu holen. Quelle der Umweltverschmutzung soll der gemeindliche Bauhof westlich der Staatsstraße 2104 sein. Gemeinderat Martin Häusl hatte diese Anliegerklage jüngst in den Gemeinderat eingebracht. Aber auch Kollegen im Rat war das Eine und Andere in der Gemeinde zugetragen worden.


»Es ist wohl der Wind, der die Teile in den Wald und bis zum Weiher treibt«, vermutet Häusl und berichtete weiter: »Der Nachbar ist nicht mehr bereit, das aufzuräumen.« Vizebürgermeister Ludwig Prechtl sieht das Problem weniger im, sondern außerhalb des Wertstoffhofs, denn die Container würden abends verschlossen. Das Problem aus seiner Sicht: »Wenn der Hof geschlossen ist, stellen die Leute ihr Glump draußen vor dem Zaun ab.« Auch Bürgermeister Karl Lanzinger glaubt nicht, dass Material aus dem umzäunten Gelände nach außen getragen wird. »Unser Wertstoffhof arbeitet sauber«, betonte der Rathauschef und sieht eine »Abhilfe schwierig«. Er hofft, dass Appelle Wirkung zeigen.

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Eine Bürgerin hatte Lisa Wolfgruber auf ein anderes Problem aufmerksam gemacht. »Der lose Kies am Spielplatzhäuschen bei der Schule wird mit anfahrenden Autos verteilt.« Wolfgruber erwartet, dass mit den Steinchen auch das Holz der Hütte leidet. Anwohnerin und Gemeinderätin Lydia Zehentner bestätigte das Problem: »Bei uns ist ständig dieser Kies auf der Straße. Ich kehr den dann wieder weg.«

Wolfgruber gab zu bedenken, ob nicht ein verfestigter Schotterrasen wie am Dorfplatz nebenan die bessere Lösung wäre. Hier widersprach Prechtl: »Durch die Steinchen versickert das Wasser.« Der Vizebürgermeister bot an, selbst die Türe des Häuschens zu kürzen, »und der Kas is' g'essn«. Für Zehentner ist das nicht die Lösung, denn die Steinchen flögen ja weiterhin rum. Schließlich regte Lanzinger an, diese Sache in die nächste Tour des gemeindlichen Bauausschusses aufzunehmen.

Lisa Wolfgruber vermutet eine Portion Übereifer beim Bauhof, war doch eine Grünfläche am Eisgraben mitgemäht worden, die eigentlich Blühfläche werden solle. Der Bürgermeister versprach, dem nachzugehen und »den Bauhof einzubremsen«. Dort wisse man eigentlich Bescheid, meinte Lanzinger, schloss aber nicht aus, dass der Bauhof bei Anliegerwünschen »schwach« werde.

»Mit einem Kinderwagen kommst nicht mehr vorbei«, war Häusl beim Fußweg hinaus zum Sportheim aufgefallen, rage doch so manches geparkte Auto mit der Schnauze bis dort hinein. Die Lösung sieht Lanzinger nach einer Neuanlage des Parkplatzes an der kommenden Kinderkrippe und in der Umgestaltung der betreffenden Stellflächen in Längsparkplätze. »Dann haben wir dieses Problem nicht mehr.«

Mit dem Neubau eines großen Wohngebäudes in der Ortsmitte ist der bestehende Garten weggefallen. Als kleinen Ersatz beantragte nun die Raiffeisenbank Rupertiwinkel die Errichtung einer Dachterrasse. Dieser »größere Balkon« soll laut Lanzinger über zwei offenen Stellplätzen entstehen. Einzig Lydia Zehentner lehnte das Vorhaben ab.

In Auslegung geht der Bebauungsplan »Sondergebiet Campingplätze Kühnhausen«. Wie berichtet, will Alfred Wagner auf dem bestehenden Sanitärgebäude drei Mitarbeiterwohnungen bauen. Nachbar Florian Stadler möchte in den Bestand zwei Wohnungen und eine Sanitäranlage einrichten. »Wir sind uns einig, Gewerbe, Gastronomie und Tourismus zu fördern«, fasste Bürgermeister Lanzinger für das Gremium zusammen.

Für den Tourismus zahlt die Gemeinde künftig auch mehr in den gemeinsamen Topf der sieben Waginger See Gemeinden. Vom Gesamtbudget über 290 000 Euro übernimmt Petting 13 050 Euro. Dieser Anteil richtet sich nach den Übernachtungszahlen und er wird jährlich angepasst. Eine Kündigung des Vertrages ist ebenfalls zum Jahresende möglich. »Es geht um Marketing, um Internet, Werbung und Messeauftritte«, zeigte Lanzinger die Zielrichtung dieses Betrags auf.

Der Gemeindechef gab bekannt, dass es zum 1. Oktober 2021 eine neue Verwaltungsangestellte im Rathaus geben wird. Birgit Öllerer aus Ringham wird dann »eine verdiente Mitarbeiterin« ersetzen. Lanzinger informierte auch darüber, dass die Gemeinde im Rahmen der Sanierung der Englhamer Straße die Asphaltierung der »Stichstraße« zum Haus der Vereine in Schönram übernehmen wird. »Die Außenanlagen erledigen die Vereine selbst.«

höf