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Keine Frau im Führungstrio

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Petting: Ludwig Prechtl und Thomas Stippel weiterhin Bürgermeister-Stellvertreter
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Foto: Silas Stein/dpa

Petting – Ludwig Prechtl war unumstritten. Der bisherige Vizebürgermeister wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Petting einstimmig wiedergewählt. Eifrig diskutiert aber wurde über den zweiten Stellvertreter. Die drei Frauen im Gremium hätten gern eine Frau auf diesem Posten gesehen. Doch die Mehrheit stimmte schließlich für den bisherigen dritten Bürgermeister Thomas Stippel.


»Wir schreiben das Jahr 2020«, stellte Regina Schnappinger fest. Die Besetzung der Ämter solle doch die Bevölkerung widerspiegeln. Immerhin habe sich die Zahl der Frauen im Gemeinderat von einer auf drei erhöht, fügte Lisa Wolfgruber hinzu: »Aber das reicht nicht.« Sie erwarte mit der Besetzung wenigstens eines Bürgermeisterpostens »ein starkes Signal«.

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Die beiden Vertreterinnen der Grünen Liste (GL) hatten zunächst Lydia Zehentner, frisch gewählte CSU-Gemeinderätin, vorgeschlagen. Doch die hatte abgelehnt, obwohl auch sie in der Wahl einer Frau »ein positives Signal« sehen würde.

Wolfgruber schlug daher Regina Schnappinger vor. Die machte deutlich, dass sie sich das Amt aufgrund ihrer beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrung zutraue. Ludwig Prechtl dagegen argumentierte für den erfahrensten Gemeinderat Thomas Stippel. Die Neuen sollten erst Erfahrung sammeln. Wolfgruber hielt dagegen, andernorts seien selbst erste Bürgermeister ohne jegliche Gemeinderatserfahrung gewählt worden. »Wählen, nur weil sie eine Frau ist«, lehnte Franz-Martin Abfalter ab, »es geht um Fähigkeiten.« Seine Sicht könne sich ändern, »wenn ich weiß, wie du tickst.«

»Aber Frauen wählen ja nicht mal Frauen«

Sie mag das Amt vielleicht anders ausüben, aber nicht zwingend schlechter, erwiderte Wolfgruber, worauf Prechtl neuerlich betonte, er würde niemanden wählen, den er nicht kenne. »Das hat mit Frauen nichts zu tun«, so der Vize, »aber Frauen wählen ja nicht mal Frauen.« Schnappinger dazu: »In dieser Position ist es leicht zu sagen, das Geschlecht spielt keine Rolle.« Doch sollte sich in der Vertretung wenigstens annähernd die Bevölkerung widerspiegeln. »Damit kratzen wir ohnehin nur an der Basis.« Der CSU und der Freien Wählergruppe (FW) hielt Schnappinger vor, die wenigen Frauen auf ihren Kandidatenlisten lediglich im letzten Drittel platziert zu haben.

In geheimer Abstimmung notierten die 14 Räte und der Bürgermeister ihre Favoriten. Eine Stimme entfiel auf Lydia Zehentner, drei entfielen auf Regina Schnappinger, elf Gemeinderäte votierten für Thomas Stippel. Der bedankte sich für das Vertrauen und bat: »Ich hoffe trotzdem, dass wir alle gut zusammenarbeiten.« Zu Beginn der Sitzung hatten alle neuen Bürgervertreter ihre Amtseide abgelegt.

Neu im Gremium sind Lydia Zehentner (CSU), Bernhard Leitenbacher (FW), Andreas Breitenlohner (FW), Elisabeth Wolfgruber (GL) und Regina Schnappinger (GL).

Bislang hatte jeder der fünf Ausschüsse vier Mitglieder. Bürgermeister Karl Lanzinger schlug nun vor, den Bauausschuss um zwei auf dann sechs Gemeinderäte zu erweitern, um ihn breiter aufzustellen. Nicht zuletzt auch, so Lanzinger, weil doch in allen Wahlprogrammen verlautet worden sei, sich »mehr um die Umwelt kümmern« zu wollen. Damit waren alle 14 Gremiumsmitglieder einverstanden.

Bauausschuss ist »Ringham-lastig«

In den vierköpfigen Ausschüssen geht ein Sitz an die CSU, zwei gehen an die Freie Wählergemeinschaft (FW) und einer an die neue Grüne Liste (GL). Bei sechs Mitgliedern gehen zwei an die CSU, drei an die FW und einer an die GL. Wie im Bauausschuss, den ein Neu-Gemeinderat als doch als sehr »Ringham-lastig« beschrieb; woraufhin sein Kollege sagte: »Der Rest der Gemeinde wird sicher auch begutachtet.« Im Bauausschuss sind vertreten Andreas Götzinger (CSU), Philipp Strohmeyer (CSU), Lisa Wolfgruber (GL), Roland Krammer (FW), Thomas Stippel (FW und Ludwig Prechtl (FW). Im Verkehrsausschuss sind vertreten Martin Häusl (CSU), Regina Schnappinger (GL), Josef Stippel (FW) und Ludwig Prechtl (FW).

Im Ausschuss für Kultur und Soziales sind Lydia Zehentner (CSU), Lisa Wolfgruber (GL), Bernhard Leitenbacher (FW) und Josef Stippel (FW), im Gemeinde-Entwicklungs-Ausschuss Franz-Martin Abfalter (CSU), Regina Schnappinger (GL), Bernhard Leitenbacher (FW) und Andreas Breitenlohner (FW) sowie im Rechnungsprüfungsausschuss: Martin Häusl (CSU), Regina Schnappinger (GL), Josef Stippel und Andreas Breitenlohner (beide FW).

Ohne Diskussion: Referenten benannt

Unproblematisch war die Vergabe der Referentenposten. Um die Jugend kümmern sich Franz-Martin Abfalter und Lisa Wolfgruber. Feuerwehrreferent bleibt Theo Pastötter, für das Gewerbe ist weiterhin Andreas Götzinger zuständig. Als Verbandsrat in der Surguppe wird Bernhard Leitenbacher (Thomas Stippel) die Gemeinde vertreten; an den Sitzungen der Achengruppe nimmt Regina Schnappinger (Lydia Zehentner) teil.

Bürgermeister Karl Lanzinger bleibt Standesbeamter. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat die Arbeiten für ein Energiekonzept zu Kindergarten und Kinderkrippe vergeben. Ebenso die Fachplanung für Elektro sowie für Tragwerk und Brandschutz. höf