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Fußgänger bei Petting angefahren: Tittmoninger (20) soll am Steuer gesessen haben

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Fußgänger bei Petting von Auto angefahren – flüchtiger Fahrer identifiziert
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Eine Fußgängergruppe wurde am 9. Februar auf einer Gemeindestraße bei Petting von einem Auto erfasst. Der Fahrer des Seats fuhr weiter und flüchtete nach einem zweiten Unfall zu Fuß. Nach langen Ermittlungen ist sich die Polizei inzwischen sicher, wer am Steuer saß. (Foto: FDLnews/Lamminger)

Petting – Zum Teil schwer verletzt wurden drei junge Männer bei einem Unfall am 9. Februar auf der Gemeindestraße zwischen Sondershausen und Kirchdorf, als sie von einem heranfahrenden Auto mitgerissen wurden. Der Fahrer fuhr weiter, baute an einem Holzstadel einen zweiten Unfall und flüchtete anschließend zu Fuß. Nach wochenlangen Ermittlungen der Polizei und aufwändigen Spurensicherungen im Fahrzeug mit DNA-Auswertung in München wissen die Beamten nun „mit hoher Wahrscheinlichkeit“, wer gefahren ist.


Update, Freitag, 20 Uhr:

Mutmaßlicher Fahrer ist 20 Jahre alt

Die Geschichte der beiden jungen Männer, die sich nach dem Unfall in den frühen Morgenstunden des 9. Februars in einem Grundstück nahe der Unfallstelle zunächst versteckt hatten, dürfte gelogen gewesen sein. Einer von ihnen ist der Fahrer. Nach Informationen des Traunsteiner Tagblatts handelt es sich um einen 20-jährigen Tittmoninger. Die Polizei wollte das aber nicht bestätigen.

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Die beiden jungen Männer hatten nach dem Unfall behauptet, dass der Fahrer in Begleitung einer Frau in den Wald geflohen sei. Daraufhin startete eine groß angelegte Rettungs- und Suchaktion.

Auf dem Beifahrersitz saß nach Informationen unserer Zeitung ein 18-jähriger Mann, ebenfalls aus Tittmoning. Die beiden waren weitergefahren, ohne sich um die verletzten Männer zu kümmern. Doch ein Anwohner hatte beobachtet, wie sich die beiden Tittmoninger auf seinem Grundstück versteckt hatten. Sie waren leicht verletzt und kamen ins Krankenhaus. Von dort aus postete einer der beiden in sozialen Netzwerken: „Wenn man im Krankenhaus aufwacht, weiß man, dass die Party gut war.“

Vorbericht, Freitag, 14.18 Uhr:

Drei junge Burschen waren in den frühen Morgenstunden auf dem Heimweg von einer Feier zu Fuß neben der Straße zwischen den Weilern Sondershausen und Kirchdorf unterwegs gewesen, als sie von einem Auto angefahren und teils schwer verletzt worden waren. Der Fahrer des Wagens war nach dem Unfall geflüchtet, ohne sich um die verletzten Spaziergänger zu kümmern und verunglückte etwa 300 Meter weiter an einer Scheune in Kirchdorf erneut: Das Auto war in eine Holzwand des Gebäudes geprallt und steckengeblieben.

Verdächtige versteckten sich auf Grundstück vor der Polizei

Als die alarmierten Polizeibeamten eintrafen, hatten sich die Insassen des Fahrzeugs, das sich in die Scheune gebohrt hatte, bereits entfernt. Vom Verursacher fehlte zunächst jede Spur.

Ein Anwohner meldete der Polizei zwei Personen, die er zuvor von seinem Küchenfenster dabei beobachtet hatte, wie sie sich am Unfallwagen aufhielten und sich anschließend auf seinem Grundstück versteckt hatten. Gegenüber den Polizisten gaben die beiden allerdings an, das Auto nicht gefahren zu haben. Laut ihrer Aussagen hätte eine weitere Person, die in Begleitung einer jungen Frau in Richtung des angrenzenden Waldes geflüchtet sei, am Steuer gesessen.

Schnell wurde ein Großeinsatz für die Rettungskräfte ausgelöst – nicht nur, um die möglichen Verantwortlichen zu finden, sondern auch auf die Gefahr hin, dass sich die Personen bei nächtlicher Kälte womöglich im Wald verirren, unterkühlen und gesundheitlichen Gefahren aussetzen. Um die Aussagen der Personen, die sich auf dem Grundstück versteckt hatten, zu überprüfen, wurden umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Dabei waren neben einem Polizeihubschrauber unter anderem ein Polizeihund sowie viele Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Auch umliegende Polizeidienststellen waren in die Absuche eingebunden.

Mit Hubschrauber nach flüchtigem Fahrer gesucht – nach Unfall mit Fußgängern bei Petting
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Nachdem an beiden Unfallstellen jede Spur von den Insassen des Autos fehlte und von den Verdächtigen ein weiterer Beteiligter ins Spiel gebracht wurde, kam es zu einem Großeinsatz für die Rettungskräfte: Sogar mit einem Hubschrauber wurde das Gebiet von oben abgesucht. (Foto: FDL/Lamminger)

DNA-Spuren im Auto und Kleidung der Verdächtigen untersucht

Zur Klärung des Sachverhalts waren umfangreiche Maßnahmen zur Spurensicherung notwendig. So konnten beispielsweise im Unfallauto verwertbare DNA-Spuren gesichert werden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde außerdem die Oberbekleidung der verdächtigen Personen sichergestellt, um diese mit möglichen weiteren Spuren im Innenraum des Fahrzeugs abgleichen zu können.

Ein Sachverständiger des bayerischen Landeskriminalamtes sowie ein Mediziner der Rechtsmedizin München waren zur Sicherstellung der erforderlichen Spuren vor Ort. Ergebnisse des rechtsmedizinischen Gutachtens sowie der DNA-Auswertung liegen – wie die Polizei Laufen am Freitag mitteilt – inzwischen vor.

Wer am Steuer des Wagens gesessen hat, ist „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ geklärt, so die Inspektion in ihrer Mitteilung. Weitere Personen sind wohl – entgegen erster Behauptungen – nicht in den Unfall verwickelt. Die Ergebnisse der Ermittlungen werden nun an die Staatsanwaltschaft Traunstein weitergeleitet, die über eine Anklage entscheiden muss. Es ist davon auszugehen, dass sich die Verdächtigen vor Gericht verantworten müssen. Erfreulicherweise sind die drei verletzten jungen Männer wieder wohlauf und tragen keine Spätfolgen des Unfalls davon.

Fotos von der Unfallstelle:

red/KR