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Kirchanschörings Grüne mit starker weiblicher Liste

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Kirchanschöring: Grüne gehen mit starker weiblicher Liste in Wahl 2020
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Die fünf Spitzenkandidaten der Kirchanschöringer Grünen (von links): Maria Spitz, Carolin Hufnagl,   Dr. Katharina Stöckl-Bauer, Florian Tahedl und Dr. Maximilian Steinmaßl. (Foto: Höfer)

Kirchanschöring – Dr. Michael Hüller klang etwas desillusioniert. Das nach außen hin so positive Image seiner Heimatgemeinde Kirchanschöring ist für den Grünen-Gemeinderat mehr »Fake« als Wahrheit, mehr Schein als Sein. Weniger kritisch sehen das die anderen Kandidaten der Grünen-Liste für die Kommunalwahl 2020. Sie fühlen sich durchwegs wohl in ihrer Gemeinde, sehen jedoch gleichwohl Handlungsbedarf. Neun Frauen und sieben Männer kandidieren für einen Sitz im 16-köpfigen Gemeinderat.


Spitzenkandidatin ist die 34-jährige Biologin Dr. Katharina Stöckl-Bauer, gefolgt vom Tiermediziner Dr. Maximilian Steinmaßl und der Fachkrankenschwester Maria Spitz.

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»Der einzige Gemeinderat landauf landab, in dem keine Frau sitzt«, beschrieb Michael Hüller die derzeitige Kirchanschöringer Gemeindevertretung. Das soll sich ändern. Vor allem mit einer weiblichen Grünen-Liste. Die ersten sechs Kandidaten wählte die Versammlung einzeln, die weiteren in zwei Fünfer-Blöcken.

Biologin Dr. Katharina Stöckl-Bauer (34 Jahre/Platz 1) geht es »um biologische Vielfalt, mir liegen die Gewässer am Herzen«. Auch Dr. Maximilian Steinmaßl (60 Jahre / Platz 2) ist Kirchanschöringer. »Mehr Ökologie in der Gemeinde«, fordert der Tiermediziner. Krankenschwester Maria Spitz (60 / Platz 3) liegen »die sozialen Themen am Herzen.«

Seit sechs Jahren im Gemeinderat sitzt der studierte Landschaftsgärtner Florian Tahedl (48/ Platz 4). Verkehr, konkret ein bürgergerechter Bahnausbau, ist ihm ein Anliegen. In Sachen Energie plädierte er für ein »überregionales Denken«, beim Thema Wohnen blickt er auf das »Potenzial im Bestand.« Für Carolin Hufnagl (39/5) ist es »ein Privileg«, hier zu leben. Schon lange politisch interessiert, sieht Hufnagl die Zeit gekommen, sich einzubringen. Das möchte ebenso der Lehramts-Student und Klimaaktivist Simon Hüller (19/6).

»Wir haben nicht viel erreicht«, resümierte der amtierende Gemeinderat Hüller über die sechsjährige Periode. Zweimal vielleicht habe man eine Abstimmung gewonnen. Und doch: »In der Opposition haben wir aufgepasst, dass nicht noch mehr Unsinn passiert.« Die angeblich so ökologische Gemeinde sei gar nicht so ökologisch, meint er: »Es entstehen Gewerbe- und Wohngebiete, Straßen werden ausgebaut und der See ist verdreckt.« Bei der Bahn habe man nun zwar den Stundentakt, Busse aber führen selten und seien teuer. »Am Wochenende ist gar nichts.«

Zumindest bei der Geothermie habe man nun »sehr gute Verträge«, gab Hüller zu. Mit dieser Wärme ließen sich 2500 Häuser beheizen und damit viel CO2 einsparen. Weil ihm die »nötige Radikalität« fehle, hofft Hüller auf viele Grüne im kommenden Gemeinderat. »Es ist die letzte Chance, in diesen sechs Jahren was zu reißen.« Einen Bürgermeisterkandidaten werden die Grünen aller Voraussicht nach nicht präsentieren.

Die Kandidaten

Die Kandidaten der Grünen Kirchanschöring sind:

  1. Dr. Katharina Stöckl-Bauer
  2. Dr. Maximilian Steinmaßl
  3. Maria Spitz
  4. Florian Tahedl
  5. Carolin Hufnagl
  6. Simon Hüller
  7. Maria Schramm
  8. Thomas Hasenöhrl
  9. Regina Reiter
  10. Olaf Holzhäuser
  11. Alexandra Poller
  12. Silke Linke
  13. Doris Von der Ropp
  14. Dr. Rolf Linke
  15. Sandra Steibl
  16. Dr. Michael Hüller

Ersatzkandidatin ist Lisa Wagner.

höf