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CSU schickt Hans-Jörg Birner erneut ins Rennen

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Die Kirchanschöringer CSU schickte Hans-Jörg Birner erneut ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters.

Kirchanschöring – Der amtierende Bürgermeister Hans-Jörg Birner wurde bei der Aufstellungsversammlung der CSU mit 100 Prozent der Stimmen zum Kandidaten für die kommende Wahl bestimmt. Der 52-Jährige ist seit fast zwölf Jahren Bürgermeister der 3450-Seelen Gemeinde.


Birner berichtete bei der Aufstellungsversammlung über eine Vielzahl von sozialen, baulichen, wirtschaftlichen und die Umwelt fördernden Projekten während seiner Amtszeit. Er erwähnte den neu gebauten Kindergarten, den Sportplatz oder die Beschaffung von Fahrzeugen für die Freiwillige Feuerwehr. Außerdem erwähnte er den »höchst schwierigen Hochwasser-Ausbau an der Götzinger Achen«.

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Auf ökonomischem Gebiet sprach Birner unter anderem das Bemühen um die gewerbliche Nachnutzung der ehemaligen Fabrikhallen in Neunteufeln und der ehemaligen Hallen von Royal Beach an. »Wichtig ist uns auch die Erweiterung des Gewerbegebiets 'An der Leobendorfer Straße', die unseren Betrieben eine zukunftsfähige Entwicklung erlaubt.« Dabei gehe es jedoch nicht um Gewerbeansiedlung um jeden Preis, vielmehr strebe Kirchanschöring ein qualitätsvolles Wachsen mit Unternehmen aus der Gemeinde und der Region an.

»Das Leben im Alter wird uns auch in der nächsten Wahlperiode beschäftigen. Ich bin überzeugt, dass das 'Haus der Begegnung' nur ein erster Schritt war«, betonte Birner. Die Entwicklung dieses Konzepts habe zwar sehr viel Arbeit und viele Termine mit sich gebracht, dafür aber auch höchste Beachtung in weiten Teilen der Region und darüber hinaus in Bayern gefunden. »Damit haben wir es sogar in das Standardwerk des Bayerischen Gemeindetags geschafft«, freute sich Birner. Das bedeute, es werde auch anderen Gemeinden zur Nachahmung empfohlen.

Zum geplanten Bahnausbau meinte Birner: »Wir sind uns einig, mit der Stärkung der Schiene den richtigen Weg zu gehen. Aber die Belastung für unser Ortsbild, für unsere gewachsenen Strukturen, die in den letzten Jahrzehnten mit viel Bürgerengagement und staatlichen Fördermitteln mühevoll erarbeitet worden sind, muss sich in der Umsetzung wiederfinden.«. Bislang führe Kirchanschöring einen vernünftigen Dialog und hoffe letztlich auf eine einvernehmliche Lösung, so Birner. Falls dies allerdings nicht zum gewünschten Erfolg führe, werde man notfalls auch darum kämpfen.

In Sachen Geothermie sagte Birner, dass die Staatsregierung neuerdings die Fernwärmeversorgung in ländlichen Gebieten fördere und für den Ausbau der notwendigen Netzstruktur sehr attraktive Förderprogramme aufgelegt habe. Deshalb komme sein Vorstoß zur Gründung des Regionalwerks Chiemgau nicht von ungefähr, betonte der Bürgermeister. Man müsse vorbereitet sein. »Die Wärmewende in der Region ist nur im Gemeindeverbund zu stemmen.«

Zudem sei er überzeugt, dass die Wärmeversorgung ebenso wie Trinkwasser ein Element der kommunalen Daseinsvorsorge sein sollten. In der Region seien bis zu fünf Geothermie-Werke geplant, die in den nächsten 20 Jahren enorme Mengen an Wärme liefern könnten. Und nach diesen 20 Jahren, wenn die EEG-Stromproduktions-Förderung für die Werke auslaufe, könnten sich noch ganz andere Vorteile für die Kommune auftun, sagte Birner.

Dann widmete er sich den Bereichen »Wohnen und Bauen«. Im Grunde sei das Einheimischen-Modell, mit dem der Bürger mit Hilfe der Gemeinde an relativ günstige Baugrundstücke gekommen ist, für viele Bewerber durch den Gesetzgeber abgeschafft worden. Das Nachfolgemodell eigne sich jedoch nicht mehr, um möglichst viele Bürger zum Eigenheim zu verhelfen, der in Frage kommende Personenkreis sei viel zu klein. Zugleich müsse die Gemeinde auch Menschen, die sich keine eigene Wohnung oder ein Haus leisten können, Wohnraum bieten. Daher habe Kirchanschöring mit dem Bayerischen Pilotprojekt »Anders Wohnen in Kirchanschöring« einen ganz neuen Weg eingeschlagen.

Landrat Siegfried Walch würdigte zunächst die innovative Arbeit des Kirchanschöringer Bürgermeisters und berichtete dann über den geplanten Bildungs-Campus Chiemgau. »Wir wollen die berufliche Bildung und die Fachkräfte von morgen fit machen für die Digitalisierung und die Anforderungen der Wirtschaft 4.0«, betonte Landrat Siegfried Walch.

Der Bildungs-Campus Chiemgau solle dazu beitragen, dass die kleinen und mittelständischen Unternehmen angesichts der digitalen Revolution den Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren und dass die jungen Leute gute Arbeitsplätze in ihrer Heimat vorfinden. »Generell soll die berufliche Bildung der Markenkern des Landkreises sein«, betonte Siegfried Walch am Ende der CSU-Aufstellungsversammlung in Kirchanschöring. ca

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