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Das goldige Inzeller Olympia-Trio

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Eisschnelllauf-WM in Inzell
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Anni Friesinger-Postma holte insgesamt drei Olympiasiege. (Foto: K 2)

Insgesamt sechs Olympische Goldmedaillen haben Eisschnellläufer des DEC Inzell erobert. Am erfolgreichsten war Anni Friesinger-Postma mit drei Olympiasiegen. Erhard Keller hat es auf zwei und Monika Gawenus auf eine Goldmedaille gebracht.


Noch in bester Erinnerung sind die Erfolge von Anni Friesinger-Postma. 2002 mit Gold über 1500 Meter in Salt Lake City und jeweils im Team 2006 in Turin und vier Jahre später in Vancouver. Dazu kommen 16 Titel bei Weltmeisterschaften. Für die Einzelstrecken-WM in der Max-Aicher-Arena hofft die mittlerweile 42-Jährige, dass die deutschen Teilnehmer auf ihrer Heimbahn beflügelt in die Wettkämpfe gehen.

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»Natürlich ist ein gewisser Erwartungsdruck da, aber ich hoffe auf positive Ausrutscher«, sagt sie. Friesinger-Postma sieht vor allem im Teamsprint mit Joel Dufter gewisse Chancen auf einen Podestplatz. Patrick Beckert könnte sich auf den langen Strecken an die Medaillenränge heranpirschen. »Für Nico Ihle muss alles passen, er muss die Kurven gut erwischen«, gibt ihm die 59-fache Weltcupsiegerin mit auf den Weg. »Wir werden mit Sicherheit tolle Wettkämpfe und viele Bahnrekorde erleben«, ist sie sich sicher.

Ihre eigene Karriere hat sie 2010 nach einer Knieverletzung beendet. Ein Start bei der WM 2011 in der damals neuen Max-Aicher-Arena ist ihr dadurch verwehrt geblieben. »Ich habe Inzell immer gerne gemocht, da hat es immer tolles Eis gegeben. Leider habe ich in der Arena kein Rennen mehr erleben dürfen.«

Anni Friesinger-Postma ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau und betreibt in Salzburg ein Kindergeschäft. Sie ist mit dem ehemaligen Eisschnellläufer Ids Postma verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder.

Der erste Olympiasieger in der Geschichte des DEC Inzell war Erhard Keller. Der heute 74-Jährige gewann 1968 in Grenoble Gold über 500 Meter und wiederholte 1972 in Sapporo diesen Erfolg. Keller lebt mittlerweile wieder in Inzell. Er hat den Bau der Kunsteisbahn hautnah miterlebt. »Neben der Schule habe ich als Drahtflechter beim Bau mitgeholfen«, erinnert er sich.

Auch die Erinnerungen an seine Erfolge sind immer noch allgegenwärtig. So hat er den Besuch des damaligen Inzeller Bürgermeisters Ludwig Schwabl vor dem Rennen in Grenoble in der Kabine noch in bester Erinnerung. »Er hat gesagt: Buam, wer heute gewinnt, braucht es nicht zu bereuen. Als Belohnung habe ich tatsächlich für fünf Jahre eine Gemeindewohnung bekommen.« Dadurch konnte Erhard Keller intensiv für die nächsten Olympischen Spiele trainieren. »Ich habe Inzell alles zu verdanken«, sagt er rückblickend.

Für die Einzelstrecken-WM in der Max-Aicher-Arena erwartet er ein großes Spektakel. »Es werden knallharte Kämpfe mit knappen Entscheidungen werden.« Ein gutes Gefühl hat er bei Joel Dufter, was die Weltmeisterschaft auf dessen Hausbahn betrifft. »Der ist im Kommen und als Typ wendig und elastisch, dazu lässig leicht und locker«, beschreibt er den Jungspund. Natürlich drückt er auch den beiden anderen heimischen Startern, Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler, sowie dem gesamten deutschen Team die Daumen.

Mit 17 Jahren sorgte Monika Pflug für die große Überraschung bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo. Sie gewann über die 1000 Meter die Goldmedaille. »Ich bin unbedarft nach Japan. Ich habe aber gewusst, dass ich schnell bin. Am Wettkampftag bin ich ziemlich nervös gewesen, mein Ziel war ein Platz unter den Top 5«, erinnert sie sich. Am Ende reichte es zum Olympiasieg, an der Zeit von 1:31,40 Minuten biss sich die Konkurrenz die Zähne aus.

Heute ist Monika Gawenus-Pflug 64 Jahre alt und lebt in Inzell. Die vierfache Mutter kümmert sich dort um den Eisschnelllauf-Nachwuchs. Bei der Einzelstrecken-WM in der Max-Aicher-Arena hofft sie, dass Athleten wie Nico Ihle, Patrick Beckert und die drei Inzeller Teilnehmer ihre Leistungen umsetzen und gute Plätze erreichen können. »Den Dufters wünsche ich Top-10-Plätze und der Gabi Hirschbichler einen schönen Abschluss ihrer Karriere«, sagt die fünffache Olympiateilnehmerin.

Die Weltmeisterschaft wird nach ihrer Überzeugung ein großes Fest für Inzell werden. »Ich will möglichst alle Wettkämpfe besuchen. Die Rennen früher in Inzell unter freien Himmel habe ich immer sehr genossen, obwohl Freiluftbahnen schon ihre Tücken haben. Bei Olympia in Sarajewo sind wir im Tiefschnee gelaufen. Das Problem haben wir in Inzell mit der Arena nicht mehr«, sagt die Olympiasiegerin von 1972, die im gleichen Jahr auch Weltmeisterin im Sprintvierkampf wurde. SHu