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Die Tracht im Wandel der Zeit

5.0
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Grassau Tracht
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Sonntags wurden das bunte Schürzerl und die weiße Bluse getragen. Die Nelke durfte nicht fehlen.

Grassau – Die »Chiemgauer Tracht im Wandel der Zeit« wurde von Caroline Zeisberger mit ihrem Team lebendig in Szene gesetzt. Gezeigt wurden die Trachten während des »Grassauer Advents«.


Ein besonderer Höhepunkt des »Grassauer Advents« in und um den Hefterstadel ist immer die begleitende Ausstellung, die sich dieses Mal der Chiemgauer Tracht widmete. Dabei galt es nicht, eine museale Ausstellung zu kreieren, sondern vielmehr die Tracht so zu zeigen, wie sie auch getragen wurden. Zahlreiche Dachbodenfunde eigneten sich für die Ausstellung. Das älteste Fundstück, ein schwarzes »Röcki« ist sogar über 120 Jahre alt. Um vergleichen zu können, wurden auch zahlreiche Fotografien ausgestellt. Auch der Frage, was zu welchem Anlass getragen wurde, ging die Ausstellung nach. Natürlich wurde für den Trauerfall das schwarze Dirndl gewählt. Aber auch zur Hochzeit zeigten sich die Damen meist in festlichem Schwarz. Im Laufe der Zeit wurden die Dirndlgewänder auch immer etwas verspielter und die Schürzen etwas farbenfroher. Besondere Aufmerksamkeit bekam das schwarze Dirndl mit einer seidenen, grünschimmernden Schürze mit passendem Seidentuch. Die Leihgabe von Hilde Baumgartner schien sehr modern, doch ist das Stück über 100 Jahre alt. Nur in den 70er Jahren waren die Dirndlkleider anders. Die nur knielangen Dirndlkleider waren im Vergleich sehr bunt. Auch die Lederhosen hatten farbige Applikationen.

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Deutlich wurde bei der Ausstellung wie zeitlos die Tracht ist, die aber immer sehr gut kleidet. Die einzelnen Exponate wurden zeitlich einsortiert, sodass der Besucher sich auch einen guten Überblick verschaffen konnte. Mit liebevollen Accessoires wurden die einzelnen Stationen ergänzt. Mal war es der Koffer, der zeigte, dass man mit dieser Tracht auf Reisen ging, mal das schmucke Hochzeitsbild oder die Wäschetruhe, die zur Präsentation der Unterwäsche diente.

Auch die unterschiedlichen Materialien konnten in Augenschein genommen werden. Nicht nur Leder, Baumwolle, Seide und Loden wurden verwendet, auch Plüsch war einst in der Trachtenmode gefragt. Kunstvoll gefertigter Trachtenschmuck, die schicke wertvolle Taschenuhr und natürlich der Hut in unterschiedlichen Varianten wurden präsentiert. Die historische Tracht, so wie sie heute von der historischen Trachtengruppe getragen wird, konnte ebenfalls begutachtet werden. Die Dirndlgewänder waren so arrangiert, dass sie Bewegung vermuten ließen und die Besucher auf eine Zeitreise einluden. Mit der derzeit im Trachtenverein getragenen Tracht, mit Festtags- und Alltagsgewand endete die feine Ausstellung.

Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke zeigte sich von der Ausstellung begeistert. Ihm gefiel, dass selbst zu den Gründerzeiten nicht jeder das gleiche Gewand trug, sondern auch die Tracht Spielvarianten ermöglichte. Caroline Zeisberger, die mit ihrer Gruppe die Ausstellung zusammenführte, dankte den Helfern und den Leihgabengebern. Die Idee zur Ausstellung wurde im vergangenen Jahr beim »Grassauer Advent« geboren, als der Vorschlag von Hilde Baumgartner und Ursula Wimmer kam. Sie selbst hatte damals noch keine Vorstellung, wie dies funktionieren könne. Dank der Unterstützung sei diese lebendige Ausstellung gelungen. Auch Trachtenexpertin Hilde Dufter habe die Ausstellung begutachtet und für gut befunden. tb