Umfassende Chronik der Gemeinde Chieming vorgestellt

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Ortsheimatpfleger und Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Heimathaus, Hubert Steiner (links), Autor der Chieminger Gemeindechronik, Karlheinz Schuster (Mitte), und Bürgermeister Stefan Reichelt bei der Vorstellung der Chronik. (Foto: Zandl)

Chieming – Karlheinz Schuster hat am »Tag des offenen Denkmals« und anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Vereins Freundeskreis Heimathaus die Gemeindechronik von Chieming vorgestellt. Schuster hatte sie in sechsjähriger Arbeit erstellt.


Es handle sich um ein grundlegendes Werk, das es für den gesamten Gemeindebereich Chieming so bisher nicht gab. Darin ist die Geschichte der gesamten Gemeinde Chieming mit 37 Ortsteilen und einer Fläche von 40 Quadratkilometern, wie sie seit der Gemeindereform 1972 beziehungsweise seit 1986 besteht – also unter Einbeziehung der früher eigenständigen Gemeinden Tabing/Ising und Hart beziehungsweise von Ober- und Unterhochstätt – enthalten.

In dem 512 Seiten umfassenden Werk wird die Geschichte von der Jungsteinzeit (Neolithikum) bis zum Freistaat behandelt, Anlass zum Schreiben des Buches waren für den mittlerweile 85-jährigen Karlheinz Schuster die Ausgrabungen 2008 in Stöttham, die auf eine Besiedelung bereits in der Münchshöfener Kultur im fünften Jahrtausend vor Christus hinwiesen. Damit stand für den Autor fest, dass die mittlerweile 7000 Jahre nachweisbare Besiedlungsgeschichte auf Chieminger Gemeindeboden umfassend dokumentiert werden sollte. Veranschaulicht hat er das in reich bebilderten, elf Buch-Kapiteln und diversen Anhängen.

Schuster, ein gebürtiger Kölner, der nach einem Studium der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften als Unternehmensberater tätig war, wohnt seit 2000 in Chieming und hatte vor der Veröffentlichung der Chronik bereits Hefte über die Hofmark, die Sommerfrische, Denkmäler sowie Kunst und Literatur in Chieming verfasst. Diese Schriften und das Häuser- und Höfebuch der Gemeinde – dokumentiert vom Gründer des Freundeskreises Heimathaus und dem ehemaligen Ortsheimatpfleger Hans Seidel (1921 – 1992) – dienten Schuster als Grundlage für sein »beachtliches Werk«, wie sich Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika wertschätzend ausdrückte. Soika rechne damit, dass in den kommenden 50 Jahren in Chieming keine solche Chronik mehr verfasst werde – »zumindest nicht in Buchform« –, weil es kaum mehr jemand wie Schuster geben werde, der sich aus Idealismus für ein vergleichsweise umfassendes Werk starkmachen werde. Aus Soikas Sicht habe Schuster ein umfassendes Quellenstudium unter Einbeziehung diverser Archive für seine Chronik geleistet.

Schuster bedankte sich beim Ortsheimatpfleger und Vereinsvorsitzenden Hubert Steiner (79), der ihm als kompetenter Berater, Informant und Korrekturleser zur Seite gestanden war. Zuvor hatte Steiner einen Überblick über die 40-jährige Geschichte des Heimatvereins gegeben. Dabei verwies er auf den Vereinsgründer Hans Seidel, der als Heimatvertriebener den Wert der Heimat in den 1980er Jahren hervorgehoben hatte. »Es war damals eine Zeit, die für ein Denkmal nicht reif war«, sagte der Ortsheimatpfleger. Als Nachfolger von Hans Seidel setzte sich Steiner wie sein Vorgänger für den Erhalt von Kulturgütern ein.

So auch für die Renovierung und den Umbau des Denglhamerhofs, der nach den aufwändigen Umbauarbeiten mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern und Chieminger Handwerkern zum Treffpunkt und Sammelort für Geschichts- und Kulturinteressierte in Form des Heimathauses mit Heimatmuseum gemacht werden konnte. Steiner berichtete über die vielseitigen Tätigkeiten rund um die historischen Aufarbeitungen der vergangenen Jahrzehnte. Um das Bewusstsein für das kulturelle Erbe Chiemings für künftige Generationen zu erhalten, sei auch die nun veröffentlichte Chronik entstanden, die in der Tourist-Info und im Heimathaus zu kaufen ist.

Bürgermeister Stefan Reichelt bedankte sich bei Karlheinz Schuster für dessen langjährige und beständige Mühen, die Chieminger Geschichte in Form einer Chronik zu bewahren. »Das Buch ist kurzweilig zu lesen, ich wünsche viel Spaß dabei.« Die Besucher wurden durch Mitglieder des Freundeskreises nach der Buch-Vorstellung zu den Ausstellungsvitrinen des Heimathauses, im Rathaus, im Haus des Gastes und durch das Heimatmuseum geführt.

az