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Sebastian Heller tritt noch einmal als Chieminger Bürgermeister an

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Sebastian Heller von den Grünen will sich noch einmal um das Amt des Bürgermeisters bewerben.

Chieming – Bei der Kommunalwahl 2014 hätte Sebastian Heller von der Grünen in Chieming beinahe Bürgermeister Benno Graf (UW) aus dem Amt gekegelt: In der Stichwahl unterlag er knapp mit 1084:1202 Stimmen (52,6:47,4 Prozent). Nachdem Graf im kommenden Jahr nicht mehr antritt und die Karten in der Chiemsee-Gemeinde also völlig neu gemischt werden, nimmt Heller einen erneuten Anlauf.


Er werde sich noch einmal um das Amt des Rathaus-Chefs bewerben, verriet der 61-Jährige dem Traunsteiner Tagblatt. Die offizielle Nominierung ist für den 4. November geplant, der Veranstaltungsort wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Im Gemeinderat sitzt Heller seit 2008.

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Unter dem Titel »Weil wir hier leben!« will er die Zukunft von Chieming, Hart und Ising nachhaltig und enkeltauglich gestalten. Man müsse auch auf kommunaler Ebene mit Natur- und Kulturflächen, Wasser, Energie oder den Steuergeldern so sorgfältig umgehen, dass die nachfolgenden Generationen noch Lebens- und Entwicklungsgrundlagen vorfinden.

Konsequent anpacken will Heller den Klimaschutz, etwa durch eine CO2-neutrale Erzeugung des gesamten Energiebedarfs für Strom und Wärme in der Gemeinde. Die Siedlungsschwerpunkte in der Gemeinde müssten eine bessere regionale Busanbindung mindestens im Stundentakt erhalten, und ein örtlicher Rufbus müsse eingerichtet werden. Erweitert werden müsse auch das Radwegenetz.

Viele Chancen sieht Heller beim Artenschutz, nicht nur auf allen gemeindlichen Flächen. Grundsätzlich müsse man mit Grund und Boden sorgsam umgehen. »Deshalb wollen wir Straßenverbindungen grundsätzlich bestandsorientiert sanieren und weiterentwickeln.« Zu diesem Themenkomplex gehöre auch eine organische Flächenentwicklung für Wohn- und Gewerbenutzung. Wichtig für eine familienfreundliche Gemeinde seien die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Förder- und Betreuungsangebote von den Kindertagesstätten bis zur Offenen Ganztagesschule sowie die gemeindliche Jugend- und Jugendsozialarbeit.

Für pflegebedürftige Menschen will Heller geeignete Unterstützungsangebote bereitstellen, etwa durch die Ansiedlung einer Tagespflegeeinrichtung. Im Auge hat er das bisherige Edeka-Gebäude, das die Gemeinde als Sozial- und Kulturzentrum erwerben solle. Und zusammen mit der Wohnbaugesellschaft des Landkreises soll barrierefreier Wohnraum für Betreutes Wohnen gebaut werden.

In Chieming gibt es damit mindestens zwei Kandidaten: Neben Heller ist Stefan Reichelt von der CSU bereits nominiert worden. BBW und UW sind noch auf der Kandidaten-Suche und wollen sich erst innerhalb der kommenden Wochen entscheiden.

Die Jahreshauptversammlung der Chieminger Grünen findet am Montag statt. Beginn ist um 20 Uhr im Gasthaus »Oberwirt«. Nach einer Rede von Landratskandidatin MdL Gisela Sengl werden Schriftführer und Kassier neu gewählt. Der Vorstand blickt auf das vergangene Jahr zurück und gibt einen Ausblick auf die Kommunalwahlen im März 2020. Im Vorfeld der Aufstellungsversammlungen im November sind einige wichtige Beschlüsse zu fassen. Außerdem werden die Mitglieder aus der Gemeinde Seeon-Seebruck verabschiedet – dort gründet sich im Oktober ein eigener Ortsverband. rse