Landwirt aus Chieming setzt auf biologische Schädlingsbekämpfung

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In diesen biologisch abbaubaren Kapseln sind die befruchteten Schlupfwespen.

Chieming – Die Problematik des Maiszünslers nimmt trotz erfolgversprechender Vorsorgemaßnahmen wie das tiefe Unterpflügen der Maisstoppeln und des Maisstrohs immer mehr zu. Auch eine geregelte Fruchtfolge nach guter fachlicher Praxis schafft es nicht, die Ausbreitung dieses Schädlings vollständig aufzuhalten.


Ein Problem, das auch Landwirt Martin Maier aus Chieming kennt. Der Schaden entsteht durch die Larven des Maiszünslers, die sich in den Stängel der Pflanze einbohren und Richtung Wurzel nach unten fressen. Die Bohrlöcher im Stängel stören den Transport von Wasser und Assimilaten in der Maispflanze, was zu einem starken Leistungsabfall führt. Das typische Schadbild sind abgeknickte Fahnen oder Pflanzen. Um einem hohen Schaden an der Maispflanze entgegenzuwirken, kann dem Maiszünsler mit chemischem Pflanzenschutz (Insektiziden) oder Nützlingen begegnet werden.

Landwirt Maier hat sich für letzteres entschieden und setzt bei der Bekämpfung des bedeutendsten Maisschädlings auf die Trichogramma-Schlupfwespen. Ein mühevolles Unterfangen, denn ausgebracht werden die Schlupfwespen in Handarbeit, bzw. bei größeren Flächen mit modernster Technik durch Multikopter-Drohnen. Dafür hat sich Martin Maier heuer entschieden. Als im Chiemgau der amtliche Warndienstaufruf – das heißt, der Flug der Zünsler hat begonnen und eine kritische Schwelle wurde überschritten – alarmierte, kam die Drohne zum Einsatz. Unterstützung hatte Landwirt Maier dabei von Sandra Ostermair-Specker, Geschäftsführerin der Bayerischen Futtersaat GmbH, die die Aktion betreute. Da das Projekt des biologischen Pflanzenschutzes auch das Interesse des Maschinenrings geweckt hat, machte sich auch Raphael Röckenwagner aus Traunstein ein Bild von der Aktion.

Bevor der Flug starten konnte, befüllte Maximilian Meinert, Projektingenieur bei TB Copters, den Multikopter mit den befruchteten Schlupfwespen – geschützt in biologisch abbaubaren Kapseln. GPS-gesteuert flog die Drohne ihre Bahnen über dem Maisbestand und warf die Schlupfwespenkapseln selbstständig ab.

Damit dies reibungslos und passgenau ablaufen konnte, speiste Meinert die Drohne vor dem Termin mit entsprechenden Koordinaten des Feldes. Wenige Tage nach Abwurf schlüpfen die eiparasitären Nützlinge und legen ihre Eier in die Maiszünslereier ab. Die geschlüpften Trichogramma-Larven fressen die Eier ihres Wirtes, dem Maiszünsler, von innen heraus auf und leisten so einen wertvollen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

fb/red