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Breitbandausbau, Ortsumfahrung und schlechte Straßen

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Chieming Breitbandausbau, Ortsumfahrung und schlechte Straßen
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Der schlechte Zustand der Seestraße in Richtung Klosterhof wurde bei der ersten von drei Bürgerversammlungen der Gemeinde Chieming angesprochen. (Foto: Zandl)

Chieming – Die erste von drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Chieming fand in Ising statt. Bürgermeister Benno Graf referierte zunächst den 79 Seiten umfassenden Jahresbericht 2018 der Gemeinde. Die anschließenden Bürgerfragen bezogen sich auf den verzögerten Breitbandausbau, die Ortsumfahrung von Chieming, nicht gebaute Radwege und kaputte Straßen.


Dr. Matthias Schaffert fragte, wie der Stand zur mehrmals diskutierten Radweg-Unterführung in Arlaching sei. Um dies zu realisieren, müssten zuerst landwirtschaftlich genutzte Wiesenflächen nördlich der Staatsstraße 2095 von den Eigentümern abgetreten werden, betonte der Bürgermeister. Die genehmigten Planungen für eine Radunterführung in Arlaching seien vorhanden, der Gemeindeanteil (die Hälfte der 400 000 € Euro Gesamtkosten für die Unterführung) verfügbar, und eine Ausgleichsfläche von der Gemeinde gekauft und zum Tausch mit den Grundstückseigentümern bereits da.

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»Vielleicht findet sich ja doch eine Lösung«

»Trotzdem sind einzelne Eigentümer gegen diesen Tausch«, betonte Emil Zürcher, einer der betroffenen Grundstückseigentümer. Bürgermeister Graf möchte nun noch einmal alle Betroffenen zu einem Gespräch einladen. »Vielleicht findet sich ja doch noch eine Lösung.« Dass Graf die Fertigstellung des Radwegs samt Unterführung in Arlaching ein Herzensanliegen wäre, brachte er klar zum Ausdruck: »Ich brauch‘ den Weg nicht, aber ihr Anlieger und eure Kinder!«

»Verkehr soll aus Chieming raus«

Georg Zürcher mahnte an, dass die Seestraße in Richtung Klosterhof »mehr Löcher als Straße« aufweise, dass bei Trockenheit motorisierte Fahrzeuge eine »mords Staubwolke« hinterlassen, und dass sich immer wieder Autofahrer nicht an das Durchfahrtsverbot halten. Zum einen, weil sie das Navigationsgerät in die Irre führe, zum anderen, weil das Durchfahrt-Verboten-Schild vergilbt und deshalb nicht lesbar sei. Unlesbare Verkehrsschilder würden von der Gemeinde ausgetauscht, antwortete Graf, für den Zustand dieser Straße seien die Anlieger verantwortlich.

Bruno Siglreitmaier fragte, ebenso wie Dr. Schaffert, ob es sich der Gemeinderat mit seinem mehrheitlichen Beschluss zum Bau einer Ortsumgehung nicht zu leicht gemacht habe.

Graf meinte, es sei schwierig, es allen Recht zu machen: »Der Verkehr soll gemäß Bürgerbefragung aus Chieming raus, doch wie soll das ohne Ortsumgehung funktionieren?« Für Dr. Schaffert bestünde die Lösung im Umlenken des Verkehrs, aber nicht im Bau einer neuen Straße.

Bruno Siglreitmaier gab zu bedenken, dass der demografische Wandel in den kommenden zehn Jahren prozentual noch mehr Senioren als bisher hervorbringt, und regte an, die Gemeinde sollte dies verstärkt bei ihren Planungen berücksichtigen. Vorbildhaft sei für ihn ein Quartiersmanagement wie in der Nachbargemeinde Seeon-Seebruck.

Auch auf die CO2-Bilanz von Chieming ging Bruno Siglreitmaier ein: Der Gemeindebereich stünde bezüglich Luftemission laut IFE-Studie von Sven Schuller eher im negativen unteren Bereich von untersuchten Orten im Landkreis Traunstein. Er fragte Graf, ob und wie die Gemeinde die gesteckten Klimaziele des Landkreises erreichen wolle, nämlich die Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2020. Graf verwies auf das integrierte Klimaschutzkonzept zur Umsetzung der Energiewende durch die Firma Greentech, ansonsten könne er die Bürger nur ermuntern, den Strom selbst zu produzieren. Untersuchungen hätten ergeben, dass Hackschnitzelheizungen im Gemeindebereich überwiegend nicht rentabel zu betreiben seien.

Christoph Siglreitmaier hätte gerne ein erweitertes Radwegenetz in der Gemeinde Chieming, da der Chiemsee sich für immer mehr Radfahrer als Ziel ihrer Ausflüge entwickle, insbesondere zwischen Thauernhausen und Knesing und zwischen Kupferschmiede und Ising. Zudem solle die vergilbte rote Radwegkennzeichnung vor der Kupferschmiede wieder erneuert werden: Im Sommer versperrten hier geparkte Motorräder den Durchweg für Fußgänger und Radfahrer.

»Konzeptloser Breitbandausbau«

Josef Mitterleitner verstand nicht, weshalb es in Chieming so viele Rechts-vor-Links-Regelungen gibt, obwohl diese Kreuzungen wegen hoher Hecken oft recht schwer einsehbar seien. »Weil 30er-Zonen dies immer zur Konsequenz haben«, klärte Graf auf.

Erwin Huber verwies auf den seiner Meinung nach konzeptlosen Breitbandausbau der Telekom in Thauernhausen, sowie einen durch die Telekom zu weit in die Straße gesetzten Kasten und eine schadhafte Straße im Ort.

Erna Georg fragte nach der Brücke zwischen Thauernhausen und Wald, die gesperrt sei. Bürgermeister Graf versprach, dem nachzugehen. az