weather-image
22°

Sturm «Friederike»: Deutsche Bahn stellt Fernverkehr bundesweit ein

5.0
5.0
Sturm Friederike verursacht Bahn Chaos
Bildtext einblenden
Der Schriftzug "Zug fällt aus" ist am 18.01.2018 auf dem Hauptbahnhof in Hamburg auf einer Anzeigetafel der Deutschen Bahn zu sehen. Wegen schlechter Witterungsbedingungen ist der Bahnverkehr stark gestört. Foto: Daniel Reinhardt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Update 16.32 Uhr: (dpa) Die Deutsche Bahn hat ihre Entscheidung verteidigt, wegen des Orkans «Friederike» vorsorglich den Fernverkehr in ganz Deutschland einzustellen. «Das ist eine notwendige Sicherheitsmaßnahme, weil die Störungen durch den Sturm doch so gravierend sind, dass wir Fernzüge schlichtweg nicht mehr durchbekommen», sagte Bahnsprecher Achim Stauß am Donnerstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Anzeige

«Es wäre fahrlässig, die Züge irgendwo, wo man noch fahren kann, noch fahren zu lassen - und dann bleiben Hunderte Fahrgäste auf irgendeinem Bahnhof oder schlimmstenfalls auf freier Strecke hängen. Diese Situation müssen wir vermeiden, und deshalb diese harte Entscheidung, den Fernverkehr komplett in Deutschland einzustellen», sagte Stauß.

Wer heute irgendwo strande, der bekomme auch eine Betreuung. «Der bekommt also einen Hotelgutschein oder eine Übernachtung im Zug», sagte Stauß. «Wichtig ist, dass nichts passiert. Wir müssen unsere Reisenden und auch unser Personal schützen.»

Erstmeldung: Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr wegen des Orkantiefs «Friederike» am Donnerstagnachmittag bundesweit eingestellt. Züge würden aus Sicherheitsgründen nicht mehr losfahren, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Züge, die noch unterwegs seien, sollten aber soweit möglich bis zum Zielbahnhof fahren. Wie lange die Sperrung dauert, war zunächst unklar.

«Friederike» war am Donnerstag von Westen kommend über Deutschland gefegt, mindestens ein Mensch starb. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erreichten Böen Geschwindigkeiten von mehr als 130 Kilometer pro Stunde, auf dem Brocken im Harz sogar mehr als 200 km/h. Das Unwetter habe jetzt Orkanstärke erreicht, sagte ein DWD-Sprecher am Nachmittag.

In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen war der Zugverkehr bereits vorher im Nah- und Fernverkehr komplett eingestellt worden. Auch der Regionalverkehr in Thüringen und Sachsen-Anhalt sollte aussetzen.

Die Bahn riet allen Reisenden, sich online über den aktuellen Stand zu informieren. In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.