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Die Symbiose von »Kunst und Berg« verwirklicht

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Karl Bierdimpfl malte die Drei Zinnen.
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Gustl Kröner verewigte den Mont Blanc.
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Eugen von Tarnóczy malte den Gosausee mit dem Dachstein.

Zum fünften Mal seit 2008 tritt die Alpenvereinssektion Traunstein mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit. Diesmal widmet sich die Sektion drei Traunsteiner Persönlichkeiten, die zwar vieles gemeinsam haben, aber dennoch in ihrem Wirken und Leben sehr unterschiedlich waren: Gustl Kröner, Karl Bierdimpfl und Eugen von Tarnóczy waren alle drei »Bergsteigermaler« – und deshalb haben die Initiatoren der Ausstellung diesen Titel gegeben. Die Vernissage findet am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Heimathaus Traunstein statt.


Gustl Kröner (1908 bis 1933), der mit 25 Jahren durch einen Steinschlag in der Matterhorn-Nordwand ums Leben kam, war einer der herausragenden deutschen Bergsteiger Anfang der dreißiger Jahre und Seilpartner berühmter Alpinisten. Er stand auch als Maler am Beginn einer großen Karriere. Seine Bergbilder, aber auch seine ebenso großartigen Art-Deco-Arbeiten sind heute noch beachtenswert.

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Karl Bierdimpfl (1933 bis 1967), einer der besten Bergsteiger aus Traunstein und Umgebung in den fünfziger Jahren, zeigte vor allem mit seinen Aquarellen seine hohe künstlerische Qualität. Sein Engagement für den Traunsteiner Alpenverein ist nicht hoch genug einzuschätzen – der Neuaufbau der Jungmannschaft ab 1960 bis zu seinem frühen Tod ist sein besonderes Verdienst.

Im Gegensatz zu Kröner und Bierdimpfl war Eugen von Tarnóczy (1886 bis 1978) in erster Linie Maler und ging vor allem deshalb in die Berge, um anspruchsvolle Motive für seine Bilder zu finden. Anders als seinen »Kollegen« war ihm ein langes Leben beschieden. Und so hinterließ er, als er am 19. Februar 1978 in Traunstein starb, ein Oeuvre von rund 6000 Bildern – vorwiegend Landschaftsbilder. Als verwegener Flieger war er bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine Berühmtheit, denn in einem Albatros-Doppeldecker absolvierte er den ersten Militär-Überlandflug von Berlin-Johannisthal nach Döberitz.

Alle drei gehörten der Sektion Traunstein an; jeder hat auf seine Weise die Symbiose von »Kunst und Berg« verwirklicht und jeder verdient es, dass man sich noch heute an ihn erinnert.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 8. November, zu sehen. Sie ist von Montag bis Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet und am Sonntag von 10 bis 15 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit interessanten Daten zu den drei Künstlern.

Zudem gibt es am Samstag, 24. Oktober, um 19 Uhr im Rahmen der Ausstellung eine Sonderveranstaltung. Dabei erzählen Otto Huber, Hans Helmberger und Fritz Petermüller Geschichten über die drei Bergsteigermaler. Die musikalische Begleitung übernimmt die Moospointner Klarinettenmusi. fb