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»Da geht einem das bayerische Herz auf«

»Ich freue mich, dass ihr da seid, dass Bayern da ist.« Das waren die ersten Worte des emeritierten Papstes Benedikt XVI. beim Gratulationsbesuch der bayerischen Gebirgsschützen anlässlich seines 88. Geburtstages im Vatikan. Die Begegnung Benedikts mit der Abordnung aus seiner bayerischen Heimat war sowohl für ihn als auch für die Besucher ein ganz besonderes Erlebnis.

Martin Miller und Agnes Huber, Redakteure des Traunsteiner Tagblatts, brachten dem emeritierten Papst bayerische Schmankerl mit.

Die Freude des Heiligen Vaters stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er die Gäste vor dem Kloster Mater Ecclesiae, in dem Benedikt XVI. seit seinem Rücktritt vor gut zwei Jahren wohnt, empfing. Benedikt genoss es sichtlich, dass zu seinem Geburtstag keine offizielle Veranstaltung stattfand, sondern ein Treffen mit beinahe familiärem Charakter ohne protokollarische Zwänge und mit musikalischer Umrahmung von der Waginger Wirtshausmusi. Er nahm sich für jeden der Besucher Zeit zu einem kurzen Gespräch und sang am Ende gemeinsam mit den Gebirgsschützen die Bayernhymne.

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Sätze wie »Vergelt's Gott, dass Ihr gekommen seid, Ihr seid mir verbunden und ich mit Euch«, »Da geht einem das bayerische Herz auf« und »Kommt gut heim und grüßt mir das Bayernland« machten deutlich, wie sehr sich der Heilige Vater über den Besuch freute. Bayern ist für ihn auch nach Jahrzehnten seines Lebens in Rom noch immer die geliebte Heimat, aus deren Tradition und Glaubenswurzeln er stets die Kraft für seinen Einsatz für die Katholische Weltkirche schöpfte.


Die »offizielle Gratulation« der Gebirgsschützen überbrachte Landeshauptmann Karl Steininger, der dann auch mit Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein und Reiseleiter Hans Wembacher auf den Geburtstag anstieß – mit Traunsteiner Bier. Bei dieser Gelegenheit erkundigte sich der emeritierte Papst, der ja Ehrenbürger der Stadt Traunstein ist, gleich nach den Brauereien in Traunstein. Und er fragte Hans Wembacher auch nach dessen Bayernfahne, die dieser bei allen Reisen dabei hat und anhand derer der Papst bei den Generalaudienzen auf dem Petersplatz auch stets erkannte, dass eine Gruppe aus seiner bayerischen Heimat angereist war. Später signierte Benedikt die Fahne.


Obwohl altersbedingt körperlich geschwächt, nahm Benedikt XVI. die Gratulationen der einzelnen Delegationsmitglieder im Stehen entgegen und wechselte mit jedem ein paar Worte. Dabei wurden auch alte Erinnerungen wach, wie zum Beispiel an den Traunsteiner Georgiritt. Es bereitete dem emeritierten Papst sichtlich Freude, dass er sich ganz ungezwungen und in äußerst lockerer Atmosphäre mit den Besuchern unterhalten konnte. Immer wieder wurde dabei auch deutlich, wie groß bei ihm nach wie vor das Interesse an seiner von ihm so sehr geliebten, bayerischen Heimat ist. Benedikt XVI. lebt seit seinem Rücktritt vom Amt des Papstes vor rund zwei Jahren sehr zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten.

Es gibt keine öffentlichen Auftritte von ihm, wenn er Gäste empfängt, geschieht dies immer ohne Medienbegleitung. Für das Treffen mit den Gebirgsschützen galt eine Ausnahme: Unsere Redakteure Agnes Huber und Martin Miller durften an diesem Empfang teilnehmen. Sie übermittelten die Grüße unserer Leser und brachten ihm auch ein paar Schmankerl aus der Heimat mit: Weißwürste, eine »Traunstein-Schachtel« mit Pralinen, selbst nach Graved Art gebeizte Forellenfilets und geräucherte Chiemseerenken; eine Überraschung für Benedikt war, als ihm Martin Miller erzählte, dass die Renken vom Großneffen seines ehemaligen Seminarleiters Johann Mair geräuchert wurden, Heinz Wallner.


Da Benedikt XVI. sowohl zu Traunstein als auch zu Ettendorf ein besonderes Verhältnis hat, brachten Huber und Miller ihm auch einen Nachdruck eines historischen Postkarten-Satzes zum Traunsteiner Georgiritt mit. Kulinarische Geschenke aus der Heimat hatte auch Hans Wembacher dabei: Käsespezialitäten und Eierlikör. Auch überreichte er eine CD mit humorvollem Inhalt, da er weiß, dass Benedikt ein großer Karl-Valentin-Fan ist. Weitere Besucher überbrachten Kerzen, eine CD mit Volksmusik von Hans Berger und ein Bild mit einer Ansicht von Rimsting, wo die Papst-Mutter Maria zuhause war.   - Agnes Huber, Martin Miller.

Mehr zum Besuch der bayerischen Delegation in Rom lesen Sie auf zwei Sonderseiten in den Wochenendausgaben von Traunsteiner Tagblatt und Berchtesgadener Anzeiger.