Zwölf Tonnen Hilfsgüter für Satu Mare

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Dieter Kühnel (l.) hilft bedürftigen Kindern in Satu Mare: Der Lkw wird derzeit mit Tischen, Stühlen und Kleidung beladen. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Bischofswiesen – Zwölf Tonnen Hilfsgüter sind zusammengekommen. Die Zahl allein spricht Bände. »Ich bin richtig glücklich«, schwärmt Monika Peterwinkler, während sie vor der Grund- und Mittelschule in Bischofswiesen steht. Etliche Freiwillige sind gekommen, bereiten einen gemeinschaftlichen Hilfstransport der Arbeiterwohlfahrten Bischofswiesen und Fridolfing nach Rumänien vor. Neben dem Bischofswieser Dieter Kühnel, der für die Auslandshilfe zuständig ist, steht ein 40-Tonner-Lkw: Schulbänke, Stühle, aberdutzende Kartons mit Kleidung kommen rein.


Die Helfer haben alle Hände damit zu tun, Vor der Schule türmen sich Kartons. Es ist die Ausbeute der vergangenen Monate: Spenden von Bürgern, die das Hilfsprojekt für Roma-Kinder im rumänischen Satu Mare unterstützen. Nach einem Zeitungsbericht sei die Spendenbereitschaft »riesig« gewesen, sagt Monika Peterwinkler. Etliche hätten Sachspenden geleistet, Geld überwiesen. Jeder Cent soll direkt bei den Betroffenen ankommen, heißt es.

Monika Peterwinkler ist unentwegt, wenn es um die Auslandshilfe geht. Gemeinsam mit Ehemann Kurt, der gerade einen mit Kartons voll beladenen Transporter vor der Schule geparkt hat, ist sie seit Jahrzehnten tief in der Materie, in Rumänien waren sie schon unzählige Mal, in gewöhnlichen Jahren drei- bis viermal. Wenn nicht gerade Corona ist und die politische Lage in der nahe gelegenen Ukraine es zulassen, fahren sie die Sachspenden immer persönlich nach Satu Mare, in die Kreishauptstadt des gleichnamigen Kreises. »Dieses Mal ist es mir aber zu gefährlich«, sagt Monika Peterwinkler.

Rund 1 000 Kilometer sind es von Bischofswiesen nach Satu Mare, sagt Dieter Kühnel. In der Grund- und Mittelschule Bischofswiesen, die vor einem großen Umbau steht, war der Schulleiter großzügig: Er hat 69 Tische bereitgestellt, 82 Stühle, alles ausrangierte Möbel, die entsorgt worden wären. In Satu Mare ist Schulmobiliar heiß begehrt. Der dortige Schuldirektor leitet in Personalunion einen Ableger der Arbeiterwohlfahrt. Der Kontakt besteht seit Jahren, die Zusammenarbeit sei »großartig«, sagt Dieter Kühnel. Werner Vietze, Vorsitzender der AWO Bischofswiesen–Berchtesgaden, lobt die Kooperation mit der rumänischen Stadt, die beharrliche Arbeit seiner Mitstreiter. Nicht nur Schulmobiliar werde gespendet, sondern auch jede Menge Kleidung, Bettwäsche und Kinderhosen, Spielsachen, Matratzen, Pullover und Schulausstattung. Tagelang hat Monika Peterwinkler vorsortiert. Ehemann Kurt sagt: »Das macht sie immer so.«

Das Werk ihrer Arbeit erkennt man an den quadratischen Aufklebern, die auf jedem Karton kleben. »40-42« steht dort, »80-86« – alles Kindergrößen, sorgfältig verpackt. Monika Peterwinkler ist die gute Seele, die, die das Projekt zusammenhält. Die meisten Spediteure hätten ihr in der Vergangenheit abgesagt, sagt die Fridolfingerin. Zu unsicher sei die Lage in der weit entfernten Region. Monika Peterwinkler hat aber einen gefunden, der den 40-Tonner nun nach Satu Mare fahren wird. Er ist soeben in Bischofswiesen angekommen, mit einstündiger Verspätung. Der Laderaum ist leer. In wenigen Stunden wird er voll sein, wenn Wind und Regen dies zulassen.

Dieter Kühnel ist auf der Rampe. Ein Helfer bringt ihm einen Karton, Tische und Stühle sind bereits verladen. Er weiß, dass die Tat, die die Arbeiterwohlfahrt verbringt, eine gute ist. Positive Nachrichten: In Zeiten wie diesen, sind sie wichtiger denn je.

Kilian Pfeiffer