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»Zwischenklänge«: überzeugend intonierter a-capella-Gesang

Der Schauplatz für dieses eindrucksvolle Konzert hätte besser nicht gewählt werden können. Das Haus Chiemgau im Kolping-Familienhotel in Teisendorf, das von Familie Thomas Schnurer geleitet wird, bot den perfekten Rahmen für eine Darbietung der besonderen Art. Liebevoll hatte die Hotelleitung mit ihrem Team schon im Eingangsbereich eine freundliche Atmosphäre geschaffen, die sowohl die Sängerinnen und Sänger als auch die überaus zahlreich erschienenen Besucher willkommen hieß.

Auch mit einem fehlenden Bass ein musikalischer Hochgenuss: Der Chor »Zwischenklänge beim Konzert im Kolping-Hotel in Teisendorf.

Die Gruppe »Zwischenklänge« führte sein wohlwollendes Publikum durch verschiedene Richtungen der Unterhaltungsmusik. Unter der Leitung von Claudia Winkler musizieren fünf Damen und drei Herren seit fünf Jahren in ihrer Freizeit, um Konzerte dieser Art vorzubereiten. Wenn auch ein Bass beim aktuellen Auftritt erkrankt war, wagten die Sängerinnen und Sänger es dennoch, »diesen Kuchen ohne Belag« anzubieten. Dieser einfachere Kuchen sei zwar nicht ganz so gut, »aber es geht auch,« sagte Altistin Birgit Mayer in ihrer Begrüßung.

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Der schwungvolle erste Teil begann gut gelaunt mit »Wochenend und Sonnenschein« von den Comedian Harmonists. Mit den Prinzen schworen die bestens eingestimmten Ensemblemitglieder ihre Liebe in dem Lied »Doch dich gibt’s nur einmal für mich auf dieser Welt«, um gleich danach den »little boy in Kingston Town« (von Harry Bellafonte) zu verlassen. Außerdem wollten sie partout nicht küssen. Mit ausdrucksstarken Gesten und amüsanter Mimik unterstrichen die auch schauspielerisch begabten Damen und Herren diese ihre Entschlossenheit.

Ein erster Höhepunkt war gewiss das »Mah-na-mah-na« aus der Muppet Show, das mit aufgerissenen Krokodilsmäulern durch Schlitze in einem Leinentuch für Heiterkeit sorgte. Aber auch das Ständchen der Wise Guys, sowie »Un poquito Samba« mit stilechter südamerikanischer Trällereinlage von Birgit Mayer, und »Riverdance« mit Steptanzschritten à la Lord of the Dance zeigten die Vielseitigkeit der talentierten Sängergruppe, deren Musik aus dem Herzen kam und zu den Herzen sprach. Herzlicher Applaus nach der traditionellen afrikanischen Weise »Mamalije«, zu der die Ensembleleiterin mit der Cajon den Rhythmus schlug, entließ alle in die Pause.

Den zweiten Teil kennzeichnete ein eher besinnlicher Charakter, der sich auch im Erscheinungsbild des nun schwarz gekleideten Ensembles zeigte. Zwei getragene Instrumentalstücke mit Gitarren (Claudia Winkler, Barbara Bauer), Tenorblockflöte (Barbara Bauer) und Querflöte (Mayer Eva) bewiesen ein weiteres Mal Talent, Musikalität und Vielseitigkeit der Chormitglieder, die vokal Themen wie Dankbarkeit, Freundschaft, Lebensphilosophie, Zeit und Sehnsucht in Songs von ABBA (Thank you for the music), Dionne Warwick (That’s what friends are for), der Spider Murphy Gang (s’Lebn is wia a Traum), Enya (Only time), Vangelis (Conquest of Paradise), Hubert von Goisern (Weit, weit weg und Heast as net) und The Mamas & the Papas (California dreaming) überzeugend intonierten.

Claudia Winkler, Optikermeisterin und autodidaktische Chorleiterin, nahm die Töne sämtlich von ihrer Stimmgabel ab und sang sie ihren Mitsängern lupenrein vor – trotz der anspruchsvollen Harmonie der Anfangsakkorde bei manchen Songs. Besonders in diesem Teil machten »Zwischenklänge« ihrem Namen alle Ehre - der differenzierte Chorklang im Zusammenhang mit den nachdenklich stimmenden Darbietungen war bewegend.

Dabei wurde die musikalische Aussage unterstrichen durch die berührenden Fotografien von Hans und Rosi Fürmann, die es verstanden, jedes vokale und instrumentale Musikstück mit Fotografien aus einem reichen Schatz an Stimmungsbildern zu illustrieren. Sehr feinsinnig waren die einzelnen Fotos der Diashow ausgewählt, immer passend zum Thema der dargebotenen Lieder. Sowohl Fotopräsentation, wie auch Gesang hinterließen bei den Besuchern einen tiefen Eindruck, der am Schluss in begeistertem Jubel zum Ausdruck kam. Brigitte Janoschka