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Zwei Schwergewichte auf Schmusekurs

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Er tanzt nach ihrer, na ja, Pfeife: Ottfried Fischer und Lizzy Aumeier im k1. (Foto: Heel)

Was sich liebt, das neckt sich. So auch die Kabarettisten Ottfried Fischer und Lizzy Aumeier bei ihrem »Elefantentreffen« bzw. gemeinsamen Auftritt im Traunreuter k1: Sie neckten sich, was das Zeug hielt, teils deftig und meist sinnfrei, aber unverschämt unterhaltsam. Was nicht verwunderte, schließlich haben der »Bulle von Tölz« und die »einzig lebende Sexgöttin aus der Oberpfalz« vieles, was sie verbindet. Beide sind schwergewichtig, bekannt und beliebt und vor allem selbstironisch genug, um eine Show, die sich hauptsächlich um ihrer beider Pfunde drehte, so spitzfindig wie improvisationsfreudig über die Bühne zu bringen.


Zwei »Rampensäue« eben, die sich (und dem Publikum) dabei nichts ersparten, weder an Anzüglichkeiten, Zweideutigkeiten und Witzen noch an musikalischem Spaß, der von alten Schlagern (»Nur nicht aus Liebe weinen«) über Imitationen von Meat Loaf und Tina Turner bis zum Glück nur angedrohtem Stagediving reichte. Ein Spaß, der von Tatjana Shapiro, Lizzys ständiger musikalischen Begleitung, am Piano und mit trockenem Witz kongenial ergänzt wurde .

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So witzelten die zwei wie ein in die Jahre gekommenes Ehepaar und erzählten sich nebenbei Schwänke aus ihrem Leben. Beklagte sich die Aumeier beispielsweise, dass sie seit ihrem schweren Autounfall vor drei Jahren »nicht richtig genagelt worden« sei, verwies stolz auf ihr maßgeschneidertes Kleid (leider nicht für sie bestimmt) und betonte, dass Fett gegen Falten helfen würde. Schwierig sei es allerdings, die richtige Körperfülle bzw. ihre »erotische Nutzfläche« auch zu erhalten; da müsse sie mit sehr viel Disziplin auch mal abends viel essen, denn sie nehme ja so leicht ab.

Fischer hingegen erzählte vom deutschsprachigen Opernmob »bei der Verona in Arena« und verriet, dass er in Leipzig schon mal als »der Ochse von Tölz« begrüßt wurde. Sehr amüsant auch seine Geschichten von den Dreharbeiten zu seiner Serie »Irgendwo und sowieso«, wo ihm ein Skilehrer versichert habe, dass er kein Double gebraucht hätte. Nebenbei empfahl er Sex mit Dicken, »denn wer gut über die Runden kommt, hat auch bei den Schlanken kein Problem«, und gab als Beuteschema an: »Jede!«, während Aumeier bei der Partnerwahl »Frischfleisch« bevorzugen würde.

Und Aumeier war es auch, die Fischer das schönste Kompliment machte, das ein Kabarettist wohl erhalten kann: Es sei ihm egal, wenn eine Pointe mal nicht ankomme; soweit müsse man erst mal kommen (um sich das zu erlauben). Wir haben uns erlaubt, dieses zweistündige, überaus amüsante Gastspiel mit viel Applaus zu quittieren. Wolfgang Schweiger