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Zwei neue Trainer für den DFB-Stützpunkt

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Die vier Besten des jüngsten Sichtungstages im Juli (v.l.): Maxi Thaumiller von der SG Schönau, Rares Cozma und Maxi Harrer vom TSV Bad Reichenhall sowie Keeper Christoph Gruber vom TSV Unken aus Schneizlreuth. Hinten die Trainer Markus Huber, Max Danner, Xari Butzhammer und Christian Berger. (Foto: Bittner)

Rund 50 Nachwuchstalente nahmen in dieser Woche ihr Fußballtraining am DFB-Stützpunkt Bad Reichenhall auf. Sie waren beim großen Talentsichtungstag des Bayerischen Fußball-Verbandes Ende Juli ausgewählt worden, einmal im Monat in den Genuss des privilegierten Sondercoachings zu kommen. Am Sportplatz Marzoll nahmen nun wieder zwei Trainingsgruppen ihre Arbeit für diese Junioren- und Jugendsaison auf. Drei Mädchen sind mit dabei, darunter die talentierten Torhüterinnen Annika Bräunlinger (SG Schönau) aus Berchtesgaden oder Julia Hlawna (TSV Bad Reichenhall) aus Hammerau – sie hat es bereits in die Regionalauswahl Südbayern geschafft.


Weil beide eine 1. Mannschaft übernommen haben, geben die bisherigen Trainer ihre Ämter nun ab. Christian Berger und Markus Huber, jeweils 45 Jahre alt, beenden ihre Tätigkeit als DFB-Stützpunkt-Trainer und überreichen den verantwortungsvollen Stab an Xari Butzhammer und Max Danner.

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Christian Berger, SC Anger, coacht nun die Erste des Vereins in der Kreisklasse 4, Markus Huber seine Reichenhaller in der gleichen Liga. Berger befand sich bereits seit zwei Jahren zusammen mit Adam Gawron im heimischen Stützpunkt-Team, damals noch unter der Leitung von Hermann Reiter in Teisendorf – zuständig für das Berchtesgadener Land und den Landkreis Traunstein. 2012 wurde dieser Standort aufgelöst und auf die beiden Landkreise aufgeteilt – in Bad Reichenhall und Traunstein entstanden neue Stützpunkte. 2014 kam Markus Huber für Gawron ins Team.

Xari Butzhammer vom SV Saaldorf war bis zum Finale der letzten Saison zusammen mit Mathias Rehrl für die Bezirksliga-Mannschaft des SVS verantwortlich. Max Danner kommt aus Bielefeld, spielte dort in der A-Junioren-Bundesliga und auch bei den Erwachsenen höherklassig in der Zweiten der Blau-Schwarzen. Der 22-Jährige beginnt demnächst ein Sportstudium in Rif bei Salzburg; beim USK Anif hat er eine neue sportliche Heimat gefunden.

Von Ramsau aus auf Talentsuche

Danner wohnt in der Ramsau und kann somit bestens im inneren Landkreis Sichtungen vornehmen – auf bis zu 50 sollen beide Trainer pro Jahr kommen. Das ist freilich noch lange nicht alles, die Aufgaben sind vielfältig: Neben dem »Talentesichten« geht es schließlich in erster Line darum, diese zu fördern – vor allem mit Leistungstests und fortlaufenden subjektiven Bewertungen. Eine Datenbank muss geführt, die Einheiten dokumentiert und die Eltern ebenfalls »begleitet«, also kurz beraten werden. Regelmäßige Aus- und Weiterbildungen sind obligatorisch – am Ende entspricht das Stützpunkttraining mit Blick auf den Gesamtaufwand eines Übungsleiters gerade einmal 20 Prozent.

Ende Juli finden jeweils die großen bayernweiten Sichtungstage statt, mit Beginn des neuen Schuljahres starten schließlich die Trainingseinheiten an den jeweiligen Stützpunkten. Pro Standort trainieren an die 60 Nachwuchstalente, im Laufe einer Saison werden es weniger, weil natürlich einige durch das Sieb der höchst anspruchsvollen Erfordernisse fallen. Die Nachwuchskicker kommen aus 19 Vereinen im Berchtesgadener Land und 45 im Landkreis Traunstein. Am Ende der abgelaufenen Saison schafften 22 Spieler aus den beiden heimischen Kreisen den Sprung ins DFB-Stützpunkttraining und damit den Einstieg in die professionelle Talentförderung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). 366 Stützpunkte unterhält der DFB deutschlandweit, in Bayern sind es 46. Aus dem Stützpunkt Bad Reichenhall schaffen pro Jahr vier bis sechs Spieler den Sprung ins Nachwuchsleistungszentrum nach Burghausen oder Traunstein oder sogar in ein Bundesliga-NLZ.

Heimat der Talente

Regionale Größen wie die Saaldorfer Felix Großschädl oder Marinus Hillebrand vom Bezirksligateam des SVS kickten einst am Stützpunkt Teisendorf. Zahlreiche junge Talente brachte das Training mit Gawron, Berger und Huber hervor: Sebastian Hölzl vom FC Bischofswiesen, der bei Red Bull Salzburg kickte, in der Bayern-Auswahl stand und aktuell beim SV Grödig unter Vertrag steht. Oder Justin Mühlbauer, der als Elfjähriger zum FC Bayern München kam und jetzt in der U16 der Bullen in der Mozartstadt spielt. Ein drittes Beispiel ist Florian Sprinzing vom TSV Bad Reichenhall, der nach seiner Zeit beim SV Grödig mittlerweile beim SV Wacker Burghausen gelandet ist.

Trainiert wird einmal im Monat: Die erste Gruppe der E- bis D-Jugendlichen von 17 bis 18.30 Uhr, die zweite der U13- bis U15-Jahrgänge von 18.30 bis 20 Uhr, jeweils in Marzoll. Aktueller Stützpunkt-Koordinator für Südbayern ist Peter Wimmer. Hans-Joachim Bittner