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Zweckverband investiert 4,4 Millionen Euro

Berchtesgaden – Die Amtszeit von Stefan Kurz als Vorsitzender des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee geht langsam dem Ende zu. Da bündelte der Schönauer mit seinen TRBK-Mitarbeitern um Thomas Ilsanker noch einmal alle Energie und legte den Verbandsräten am Dienstag bereits den Wirtschaftsplan für das Jahr 2014 vor: So früh wie noch nie in seiner zwölfjährigen Amtszeit. Und Kurz durfte noch einmal satte Investitionen in Höhe von über 4,4 Millionen Euro ankündigen, wobei der größte Brocken in den Kongresshausumbau fließt (wir berichteten).

Der Verkauf des Hafnerhauses trägt maßgeblich zum Ausgleich des Wirtschaftsplans 2014 des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee bei. Thomas Ilsanker, Leiter des Rechnungswesens, wies vorsorglich schon einmal darauf hin, dass diese Einnahmen (400 000 Euro) im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung stünden. Foto: Anzeiger/Kastner

Wesentliche Voraussetzung für den Ausgleich des Wirtschaftsplans 2014 war die Einigung mit den Versicherungen nach dem Brand der Watzmann Therme. »Die Gespräche sind beendet, es konnte eine endgültige Einigung erzielt werden«, sagte Stefan Kurz. Außerdem steht fest, dass der Freistaat Bayern den Kongresshausumbau mit 2,7 Euro aus Mitteln der RÖFE-Förderung (Richtlinie zur Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen) bezuschusst. Heuer werden davon rund 1 725 000 Euro fließen. Für das Kongresshausprojekt sind im aktuellen Wirtschaftsplan 4,2 Millionen Euro eingeplant.

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Insgesamt belaufen sich die Investitionen im kommenden Jahr auf 4 436 000 Euro. Dazu gehört auch die Anschaffung einer neuen Telefonanlage für das Kongresshaus (8 000 Euro), da die alte Anlage Probleme bereitet. Eingeplant sind verschiedene technische Ersatzbeschaffungen für die Verwaltung, den Gästeservice, das Kongresshaus und den Kehlsteinbetrieb (insgesamt 57 500 Euro). Größter Brocken neben dem Kongresshaus sind Brandschutzmaßnahmen für die Küche in der Watzmann Therme (100 000 Euro).

Im Erfolgsplan stehen Gesamtaufwendungen in Höhe von 10,1 Millionen Euro zu Buche. Dem gegenüber stehen Erträge in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro. Nach Verrechnung mit den Kurbeitragseinnahmen, die auf 3,1 Millionen Euro angesetzt wurden, bleibt ein Jahresverlust in Höhe von 495 700 Euro.

Nach Berücksichtigung der Abschreibungen (+ 816 000 Euro), der RÖFE-Förderung (1,7 Millionen Euro), des Erlöses aus dem Verkauf des Hafnerhauses (+ 400 000 Euro), der Investitionen (– 4,4 Millionen Euro), der Rücklagenbildung für die Kehlsteinstraße (– 35 000 Euro), der Darlehenstilgung (– 688 000 Euro), der geplanten Darlehensaufnahme (+ 2,4 Millionen Euro) und der Minderung Kontokorrent (– 170 000 Euro) bleibt für 2014 noch ein Finanzbedarf in Höhe von 484 000 Euro. Diese Mittel bekommt der Verband durch Umlagezahlungen der Gemeinde Ramsau und des Marktes Berchtesgaden (Standortvorteil).

An Personalkosten bezahlt der Verband im kommenden Jahr effektiv rund 1,8 Millionen Euro. Der sogenannte Materialaufwand beläuft sich auf 6,25 Millionen Euro. Darunter fallen unter anderem Ausgaben für Strom (158 000 Euro), Heizkosten (112 000 Euro), Kfz-Betriebskosten (38 000 Euro), Instandhaltung der Kehlsteinstraße (194 000 Euro), Instandhaltungsarbeiten in der Watzmann Therme (120 000 Euro), Pacht, Benutzungsgebühr und Fahrentschädigung für den Kehlsteinbetrieb (2,9 Millionen Euro), Fahrpreisentschädigung an RVO und BLB für die Kurkarte mobil (840 000 Euro), Marketinganteil für die BGLT (668 000 Euro), das Euregio-Projekt Salzalpensteig (40 000 Euro), Werbekosten (270 000 Euro), der Bob- und Rennrodel-Weltcup (30 000 Euro), der Skicross-Weltcup am Götschen (21 000 Euro), , das Kufenstüberl in Sotschi (10 000 Euro) sowie für den Veranstaltungsaufwand und Gagen (Kongresshaus, Kulturschmankerl, Gästeehrung, insgesamt 323 000 Euro).

An Verwaltungskosten (insgesamt 362 000 Euro) beinhaltet der Erfolgsplan unter anderem 52 000 Euro für Versicherungen, 27 000 Euro für Bürobedarf, 65 000 Euro für EDV-Software, 26 000 Euro fürs Telefonieren, 23 000 Euro Beitrag an den Tourismusverband, 27 000 Euro Beitrag für die IRS-Region 18 sowie 40 000 Euro Porto- und Frachtgebühren.

Die Schulden des Zweckverbands werden erstmals seit 14 Jahren wieder steigen. Gerechnet wird mit einem Anstieg von 3,5 Millionen Euro zum 31. Dezember dieses Jahres auf 5,2 Millionen Euro zum Ende nächsten Jahres. Seit dem Jahr 2000 (16,8 Millionen Euro) waren die Schulden ständig abgebaut worden.

Der Zweckverband befürwortete den Wirtschaftsplan mit einer Gegenstimme (Dr. Bartl Wimmer). Ulli Kastner