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Zugreisender mit Ratte, knapp 3,0 Promille aber ohne Fahrkarte

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Mühldorf: Zugreisender mit Ratte, knapp 3,0 Promille aber ohne Fahrkarte
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Diese Ratte hatte ein Zugreisender bei sich, der stark betrunken auf einen Jugendlichen losgegangen war. (Foto: Bundespolizei)

Mühldorf – Einen sturzbetrunkenen Zugreisenden, der einen Jugendlichen getreten haben soll, und seinen tierischen Begleiter – eine Ratte – nahm am Dienstag die Bundespolizei in Gewahrsam.


Ein Reisender fühlte sich am Dienstagmorgen in der Regionalbahn von Burgkirchen nach Mühldorf durch einen pöbelnden Betrunkenen derart belästigt, dass er die Polizei verständigte. Diese informierte die zuständige Bundespolizei am Bahnhof Mühldorf.

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Zwei Streifen kontrollierten den Betrunkenen, einen 34-jährigen Deutschen, wenig später am Bahnsteig, der aufgrund des morgendlichen Pendlerverkehrs stark frequentiert war. Außerdem hatte ein 17-Jähriger die Beamten dort bereits erwartet, da er Strafanzeige erstatten wollte. Er wäre von dem Mann getreten worden und hätte deshalb Schmerzen am Bein.

Da der Betrunkene behauptete, keinen Ausweis mitzuführen, nahmen ihn die Beamten mit zur Dienststelle. Bevor sie den Mann dort durchsuchten, fragten sie ihn, ob er etwas Gefährliches bei sich trage. Der Mann bejahte dies – er hätte eine Maus dabei.

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Foto: Bundespolizei

Während der Durchsuchung sahen die Polizisten plötzlich tatsächlich etwas am Rücken des Mannes krabbeln und kurz darauf blickte sie eine Ratte durch den Hemdkragen des Mannes an. Ausweispapiere oder eine Fahrkarte für den Zug, in dem er unterwegs war, hatte der 34-Jährige aber nicht dabei.

Als sie dessen Identität mittels seines Fingerabdrucks feststellen wollten, wehrte sich der Mann mit Händen und Füßen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,96 Promille. Daraufhin verständigten die Bundespolizisten einen Notarzt. Als dieser eintraf, hatte der Betrunkene zwischenzeitlich das Glasfenster, die Sprechanlage und den Türspion der Zelle unzählige Male bespuckt.

Auf Anweisung des Notarztes brachten ihn die Beamten in ein Krankenhaus. Während der Fahrt trat und bespuckte er diese mehrfach. Der untersuchende Arzt attestierte, dass der 34-Jährige seinen Rausch auch im Gewahrsam der Bundespolizei ausschlafen könne. Die Polizeibeamten brachten ihn wieder zurück in die Ausnüchterungszelle und informierten einen Richter, der dessen Unterbringung bis zum nächsten Morgen anordnete.

Die Bundespolizei Mühldorf zeigte den Mann wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Erschleichens von Leistungen an. Die anstehende Nacht wird der 34-Jährige im Gewahrsam der Bundespolizei verbringen. Sein tierischer Begleiter wird übrigens artgerecht versorgt, teilte die Polizei abschließend mit.


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