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Zu nah am Wasser gebaut

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Die Kompostboxen von Bernhard Böhnisch sollen verschwinden, fordert das Landratsamt. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Der kleine Komposthaufen von Bernhard Böhnisch an der Königsallee ist nur ein paar Meter von der Ache entfernt. Zu nah, findet das Landratsamt. Deshalb muss der Gartenfreund die hölzernen Boxen nun entfernen.


Die Frist läuft in wenigen Tagen aus. Ansonsten droht ihm eine »kostenpflichtige Anordnung«, wie aus einem Schreiben des Landratsamtes hervorgeht. Kurios: Nur ein paar Hundert Meter entfernt hat der Markt Berchtesgaden in Flussnähe einen deutlich größeren Kompostierbereich.

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Bernhard Böhnisch ist Hobbygärtner. Er hat am Haus einen rund 50 Quadratmeter großen Garten, den er regelmäßig mäht. Einmal im Jahr siebt er die beiden Komposthaufen, trennt großes Material von der frisch entstandenen Erde. »Das ausgesiebte Material arbeite ich in mein Gemüsebeet ein«, sagt er. Die Komposthaufen befinden sich gegenüber dem Haus, an der Straße. Unterhalb, rund vier Meter entfernt, verläuft die Berchtesgadener Ache.

Im August gab es einen Ortstermin mit den Amtsvertretern. Der Grund: eine geplante Auffüllung der Uferböschung. Dabei fanden sie auf seinem Grundstück Strauchschnitt. Das Problem: Bei der Kompostierung entstehen »nährstoffangereicherte Sickerwässer und Zersetzungsprodukte, die in die Ache gelangen können. Eine Gewässergefährdung ist zu befürchten«. Dass die Kompostboxen nur vier Meter von der Ache entfernt seien, sei nicht richtig. Es werde »verkannt, dass der Abstand zum Gewässer im vorliegenden Fall von der Böschungskante zu ermitteln ist«, heißt es in dem Schreiben weiter. Somit sei auch eine Verlegung der Lagerboxen hin zum Straßenrand der Königsallee nicht zielführend, weil auch hier ein vertretbarer Mindestabstand nicht erreicht werden könne.

Böhnisch versteht die Aufregung nicht. Immerhin stehen seine Boxen schon seit Jahren an dieser Stelle. Vergleichbare Komposthaufen gebe es entlang der Ache mehrere. Nur ein paar Hundert Meter flussaufwärts etwa befindet sich, in Nähe der Berchtesgadener Kläranlage, ein von der Gemeinde genutzter Kompostablagerungsplatz. Dieser ist betoniert, in Richtung der Ache steht eine Mauer. Dort lagern das ganze Jahr über große Haufen Schnittmaterial, das bei Gemeindearbeiten anfällt. Böhnisch sagt, dass bei starken Regenfällen der Bereich schon mal unter Wasser steht. Außerdem laufe immer mal wieder Klärschlamm in die Ache. Mehrfach hat Böhnisch in den vergangenen Jahren das schon beobachtet, »da wird die Ache dann richtig braun«. Dem Landratsamt habe er damals die Situation bereits geschildert. Zur Antwort habe er bekommen, dass man da nichts machen könne.

Böhnisch hat einen Anwalt eingeschaltet, die Sache hat ihn bereits 1 500 Euro gekostet. Denn kommt er der amtlichen Aufforderung nicht nach, könnte eine Geldstrafe von mehreren Tausend Euro folgen. Böhnisch sagt, dass er sich der Aufforderung wohl fügen müsse, auch, wenn er noch nicht wisse, wohin mit den Komposthaufen. Dass das jetzt im Winter passieren muss, erachtet er für übertrieben: »Der Kompost ist gefroren, die Abfälle zu verlagern, wird schwierig.« Überhaupt fragt sich der Berchtesgadener, wieso der kleine Komposthaufen für so viel Aufregung sorge: »Die Bäume entlang der Ache verlieren jedes Jahr Tonnen an Laub. Das landet direkt im Fluss.«

Beim Landratsamt heißt es auf Anfrage, dass der Beschluss, die Kompostboxen entfernen zu lassen, bei der Fachbehörde, also beim Wasserwirtschaftsamt, getroffen wurde. Die Umsetzung der Anordnung erfolge nun über das Landratsamt. In den nächsten Tagen werde man zudem dem Kompostablagerungsplatz der Gemeinde Berchtesgaden einen Besuch abstatten. »Dazu können wir bislang noch nichts sagen«, so der Landratsamtssprecher. Kilian Pfeiffer