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Zehn Schul-Passen schnalzten um die Wette

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Eine »Kuh« aus der achten Klasse führte als Aufdreher die Siegerpasse der Klassen 8aM und 8b an. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – »Ihr haltet das echte Brauchtum aus dieser Gegend wach«, war Robert Strauß beim Aperschnalzen an der Franz-von-Agliardis Grund- und Mittelschule Teisendorf begeistert. Zehn gemischte Passen mit Schülern der Jahrgangsstufen eins bis neun aus den Schulhäusern Teisendorf und Weildorf traten gegeneinander an. Souverän gewannen die Achtklässler. Bei den Grundschülern hatten die Weildorfer die Nase vorn.


Zur Vorbereitung hatten die Nachwuchs-Schnalzer nicht nur eifrig trainiert, sondern sich im Unterricht auch mit der Bedeutung des Aperschnalzens auseinander gesetzt. So hatten sie zum Beispiel erfahren, woher der Name kommt, nämlich von »aper«, schneefrei, und dass der Brauch nur im bayerischen Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Flachgau vom Stephanitag bis zum Faschingsdienstag ausgeübt wird. Der laute Knall der Goaßl, der durch die plötzliche Richtungsänderung entsteht, sollte den Winter vertreiben und die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgeister wecken.

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Schulleiterin Michaela Märzendorfer zeigte sich erfreut, dass eigens drei erfahrene Preisrichter mit einem »feinen Gehör« gekommen waren: Heini Abfalter, Ludwig Pastötter und Ferdinand Esterer. Bereits vor etwa 30 Jahren hatte Robert Strauß, damals noch Lehrer, an seiner Schule diese Tradition eingeführt. Seither wurde das Schnalzen jedes Jahr an der Schule durchgeführt. »Ich bin stolz auf euch. Das ist eine pfundige Erfahrung, dass man das miteinander auf die Füße stellt.«

Nachdem die Preisrichter in ein Klassenzimmer verbannt wurden – »sie müssen nachsitzen«, scherzte Strauß –, wurde die Reihenfolge der Passen ausgelost. Die Preisrichter mussten unbefangen sein und sollten nicht vorher wissen, welche Klassen aus welchen Schulhäusern gerade schnalzten. Gewertet wurden zwei Durchgänge und ein Pasch. Alle Punkte wurden addiert.

Gespannt postierte sich die Schulfamilie dann, um das Geschehen zu beobachten. Alle waren in lustigen Kostümierungen gekommen. Pass für Pass stellte sich auf und zeigte – mehr oder weniger konzentriert und im Gleichtakt – ihr Können. Eine entscheidende Rolle spielte der »Aufdreher« ganz vorne. Diese Rolle übernahm zum Beispiel beim ersten und zweiten Platz ein Schüler aus der 8b im Kuh-Kostüm.

Erster wurde eine reine Achtklässler-Pass, dicht gefolgt von einer gemischten Pass der Klassen 7b, 8b und 9aM. Bei Platz 3 mischte erneut die 8b mit, die die im Schnalzen erfahrenste Klasse der Schule sein dürfte, ansonsten trugen noch Schüler der ebenfalls schnalzbegeisterten 8aM, 9aM und 9b zu den 151 Punkten bei. Ein flottes Cowgirl mit langen Beinen als Aufdreherin katapultierte die Pass der beiden Siebten auf Platz 4. Knapp dahinter kam auf Platz 5 die Pass der Klassen 5a, 6a und 6b.

Bei den Grundschülern folgten hinter den beiden gemischten Passen aus Weildorf (Plätze 6 und 7) die Teisendorfer Viertklässler, eine gemischte Pass der Teisendorfer Klassen 2a, 2b, 4a und 6a und eine gemischte Pass der Klassen 1a, 2b und 3a.

Nach einer Pause mit Würstlessen gab es bei der Siegerehrung Pokale mit einem Schnalzer aus Holz für die Ränge 1 bis 5 und eine »Siegerbreze« vom Marktbäcker für alle Passen. vm

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