Zahlreiche Einsätze der Feuerwehren im Landkreis Traunstein

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Fotos: Hobmaier

Landkreis Traunstein – Die übereinstimmenden Meldungen des Deutschen Wetterdienstes sowie des Hochwassernachrichtendienstes haben für den südlichen Landkreis Traunstein bereits am Freitag Regenmengen vorhergesagt, die eine Hochwassersituation prognostiziert hatten. Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat sich der Bereich Reit im Winkl als ein Einsatzschwerpunkt herausgestellt (wir berichteten). Unter anderem mussten dort rund 16 Urlauber aus einer Ferienunterkunft in Sicherheit gebracht werden. Zudem sind in der Nacht zum Sonntag mehrere Einheiten ins Berchtesgadener Land zur Unterstützung geeilt. Am heutigen Sonntag bildete der Bereich Tittmoning einen Einsatzschwerpunkt. Bisher waren insgesamt rund 500 Einsatzkräfte der Feuerwehren in den vergangenen Stunden im Einsatz.

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Foto: DLRG

Gegen 16.30 Uhr sind am Samstag die ersten Alarmierungen für die Feuerwehr Reit im Winkl wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straße eingelaufen. Im Einsatzverlauf musste dann die Bundesstraße zwischen Ruhpolding und Seegatterl gesperrt werden. Weitere Einheiten aus Oberwössen, Übersee, Ruhpolding und Grabenstätt wurden nach Reit im Winkl entsandt, um die rund 20 Einsatzstellen abzuarbeiten. Unter anderem wurden rund 2500 Sandsäcke für Sicherungs- und Schutzmaßnahmen verbaut. Zudem wurde die Führungsstellen Achen und Chiemsee aufgerufen, die die Einsatzleitung vor Ort organisatorisch unterstützten. Insgesamt waren rund 120 Helfer vor Ort.

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Foto: DLRG

Kurz nach 20 Uhr erreichte die Einsatzkräfte eine Mitteilung über Urlauber die in einem Ferienhaus vom Wasser eingeschlossen waren. Diese konnten allesamt innerhalb einer Stunde durch Einsatzkräfte der DLRG Traunstein und den Feuerwehren in Sicherheit gebracht werden. Die Gemeinde Reit im Winkl hat für die 16 unverletzten Gäste vor Ort eine Ersatzunterkunft organisiert. Die Straßenmeisterei, der Bauhof und private Firmen haben den Einsatz vor Ort. Die Bundesstraße B 305 musste im Bereich Reit im Winkl gesperrt werden. Der Parkplatz Seegatterl stand rund 40 Zentimeter unter Wasser, was zu den Überschwemmungen auf der Verbindung zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl führte.

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Gegen 21.30 Uhr erreichte die Feuerwehreinsatzleitung des Landkreises Traunstein ein Hilfegesuch aus dem Berchtesgadener Land. Für den Bereich Berechtesgaden, Schönau und Ramsau wurden Sandsäcke angefordert. Die Feuerwehr Siegsdorf hat rund 5000 Sandsäcke ins Schadensgebiet transportiert. Kurze Zeit später erreichte den Landkreis Traunstein erneut eine Anforderung. Es wurden Pumpen und Ausrüstung zur Hochwasserbekämpfung angefordert.

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Daraufhin wurden Teileinheiten aus dem gesamten Landkreis Traunstein zusammengezogen und die Feuerwehren Chieming, Surberg, Engelsberg, Heiligkreuz und Albertaich als sogenannte Pumpenzüge zur Unterstützung in den Landkreis Berchtesgadener Land entsandt. Diese unterstützten in Schönau am Königssee die örtlichen Kräfte beim Leerpumpen von Kellern und Tiefgaragen.

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In den späten Vormittagsstunden konnten die rund 70 Traunsteiner Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden. Zwischen Marquartstein und Raiten wurde in den frühen Morgenstunden die Feuerwehr Schleching alarmiert. Dort war die Fahrbahn überschwemmt und musste in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei gesperrt werden.

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Landrat Siegfried Walch verschaffte sich unterdessen in der Feuerwehreinsatzleitung im Landratsamt einen Überblick über die Lage im Landkreis Traunstein.

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Führungsstelle Salzach

„Ich bin einerseits froh, dass wir im Landkreis Traunstein derzeit mit einem blauen Auge davongekommen sind und die Einsatzkräfte die Lage im Griff haben“, so Siegfried Walch und ergänzte, „dass unsere Nachbarn im Berchtesgadener Land voll auf unsere Unterstützung bauen können.“

Im Laufe des Sonntagvormittags sind die Pegelstände im Bereich der Salzach in Tittmoning soweit angestiegen, dass sich kleinere Zuflüsse zurückgestaut haben. Seit den frühen Morgenstunden waren Einsatzkräfte der Feuerwehren Kirchheim in Tittmoning, um die Lage vor Ort zu erkunden und umfangreiche Vorbereitungen zum Hochwasserschutz zu treffen.

Erste Lagebeobachtungen erfolgten durch die Verantwortlichen vor Ort bereits seit gestern Abend. Die Brücke über die Salzach musste gesperrt werden.

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Lagebeobachtung in Tittmoning.

Seitens der Feuerwehren Ruhpolding, Unterwössen und Übersee wurden zusätzlich 2000 Sandsäcke nach Tittmoning gebracht. Darüber hinaus hat die Stadt Tittmoning zusammen mit der Feuerwehr zusätzlich knapp 2000 Sandsäcke vorbereitet und an den neuralgischen Punkten im Einsatzgebiet aufgebaut.

Am Siechenbach, einem Zufluss der Salzach, staute sich das Wasser soweit an, dass die Verantwortlichen zwei Hochleistungspumpen des Landkreises eingesetzt haben.

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Dort sind die Feuerwehren Nirnharting, Petting, Waging, Hart, Kirchanschöring und Palling im Einsatz. Aus jetziger Sicht ist die Situation im Bereich stabil und es werden keine größeren Ausuferungen erwartet. Nachdem die Pegelstände an Tiroler Ache, Traun, Salzach und Saalach im Laufe des Tages deutlich gestiegen waren, sind die Stände seit den Mittagsstunden auf gleichbleibenden bzw. fallendem Niveau.

Mit dem einsetzendem Regen am Sonntagmittag wurden zudem weitere Feuerwehrkräfte alarmiert. Im Gemeindebereich Siegsdorf sind mehrere Keller vollgelaufen. Hier wurde die Feuerwehr Eisenärzt zur Unterstützung der Siegsdorfer Kollegen nachalarmiert.

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Die Kreisstraße TS 6 zwischen Bergen und Bernhaupten wurde überschwemmt. Hier wurden die Einsatzkräfte aus Bergen alarmiert. Die Feuerwehr Traunstein musste zu einem Einsatz im Bereich der unteren Stadt ausrücken. Im Bereich Thannreit wurde die Feuerwehr Surberg zur Sicherung der Fahrbahn alarmiert. Der Grundbach bei Gamm trat über die Ufer. Die Feuerwehr Vachendorf wurde alarmiert, um das Überlaufen einer Zisterne zu verhindern.

Kreisbrandrat Christof Grundner zieht ein insgesamt positives Fazit. „Die Einsatzkräfte vor Ort haben bisher allesamt einen tollen Job gemacht“, so Christof Grundner. Darüber hinaus zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden, dass die aufgerufenen Feuerwehr-Führungsstellen Achen, Chiemsee und Salzach reibungslos funktioniert haben und die Hochleistungspumpen innerhalb kürzester Zeit ihren Betrieb aufgenommen haben. Derzeit sind im Landkreis Traunstein keine Personenschäden im Zusammenhang mit dem Hochwasser bekannt geworden.

Hob

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