Wunsch nach Dorfladen und Arztpraxis

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Marktbürgermeister Michael Ernst (Mitte) hält die kürzlich veröffentlichte Studie in den Händen. Die Ratsmitglieder werden demnächst darüber debattieren. (Foto: Patrick Vietze)

Marktschellenberg – Für die künftige Gestaltung der Seniorenpolitik sind Bürger ab 60 Jahren über die Situation in Marktschellenberg befragt worden. Marktbürgermeister Michael Ernst hat die nun kürzlich veröffentlichte Studie in der Sitzung am Dienstag präsentiert. Knapp 50 Prozent der angeschriebenen Bürger machten mit. Besonders auffällig: Die Mehrheit wünscht sich einen Dorfladen und eine Arztpraxis.


Ein multifunktionales Gebäude soll im ehemaligen Gasthaus »Forelle« eingerichtet werden. Für das Gebäude sind auch Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten für Senioren vorgesehen. Mit der Studie will man deshalb mehr über die Lebensbedingungen und die Bedürfnisse der älteren Menschen erfahren. Über die hohe Beteiligung freute sich der Marktbürgermeister. »Damit können wir die Wünsche der Bürger ablesen«, sagte er. Das Ergebnis sei deutlich aussagekräftiger, die Vorbereitung werde erleichtert. Zentrale Themen der Befragung waren Zufriedenheit, Teilhabe, Information und Beratung, Wohnen sowie Unterstützung und Pflege.

Dabei sind auch banale Fragen gestellt worden. Zum Beispiel, ob man gerne in der Marktgemeinde lebt. 96 Prozent der Bürger gaben an, mindestens eher gerne in Marktschellenberg zu leben. Die Bürger wurden auch zu den Versorgungsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, Gastronomieangeboten, der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und der ärztlichen Versorgung befragt. Daraus resultierend fordert die Mehrheit einen Dorfladen, denn sie ist mit dem Zugang zu Lebensmitteln unzufrieden. Für sinnvoll erachten die Bürger auch, wenn man ein Café in den Laden integriert.

156 von 212 Personen sind mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zufrieden. Trotz der überwiegend positiven Rückmeldungen will man eine Ortsbegehung machen, um mögliche Barrieren in der Marktgemeinde zu entdecken und diese zu beheben.

Anders fällt das Ergebnis bei der ärztlichen Versorgung aus: 144 Bürger sind mit diesem Punkt unzufrieden. Zu bedenken ist, dass hier allgemein nach der ärztlichen Versorgung gefragt wurde – darunter können Allgemeinärzte und Fachärzte verstanden werden. Die Bürger würden dennoch eine Arztpraxis begrüßen, die auch in das multifunktionale Gebäude integriert werden könnte.

Die Auswertung zeigte auch, dass die Freizeit-, Kultur- und Vereinsangebote verbessert werden müssen. Schließlich haben 72 Bürger die Frage, welches Angebot sie wahrnehmen, nicht beantwortet. 52 Personen gaben an, dass sie nichts nutzen. Hinzu kommt, 23 Prozent der Befragten wünschen sich mehr soziale Kontakte und 73 Prozent würden eine Begegnungsstätte begrüßen. Daher ist eine weitere Erkenntnis aus der Studie, dass in der Marktgemeinde eine Begegnungsstätte für Bürger geschaffen werden muss. Was die Beratung der älteren Menschen und deren Angehörige betrifft, herrscht ebenso Nachbesserungsbedarf. Zwar fühlen sich 62 Prozent der Bürger ausreichend gut beraten. Jedoch bekommen einige zu wenig Informationen über die Angebote.

»Auf die anstehenden Maßnahmen nimmt das Ergebnis selbstverständlich Einfluss«, so Ernst. Einige Projekt könnten mit einem Quartierskonzept umgesetzt werden. Ziel des Quartierskonzeptes ist, dass ältere Menschen zuhause selbstbestimmt leben können. Dadurch könnten auch die Bereiche Wohnen und Grundversorgung, ortsnahe Unterstützung und Pflege sowie Beratung und soziale Netzwerke bearbeitet werden. Demnächst wird sich der Marktgemeinderat über die Umsetzungen beraten.

Patrick Vietze