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»Wir alle sind Menschen«

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Bei der Sommerakademie der internationalen Stiftung »Wings of Hope« im Labenbachhof treffen junge Menschen unterschiedlicher Kulturen aufeinander, um gemeinsam kulturelle Vielfalt zu erleben.

Ruhpolding – Der Labenbachhof wird einmal im Jahr zum Gastgeber für die Sommerakademie der internationalen Stiftung »Wings of Hope«, welche Hilfe für traumatisierte Kinder und junge Erwachsene aus Kriegsregionen anbietet. Hier wird jungen Menschen 14 Tage lang die Möglichkeit geboten, gemeinsam kulturelle Vielfalt zu erleben.


»Die Sommerakademie gibt uns die Chance, unsere Kenntnisse über andere Kulturen zu erweitern. Hier tauschen junge Menschen Erfahrungen aus, ohne Vorurteile zu haben. Es hilft nachzuvollziehen, warum gesellschaftliche und politische Konflikte entstehen«, berichtet Nazanin aus dem Irak.

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Wirtschaftskrisen, gespaltene Kulturkreise und militärische Gewalt gehören zu Themen, mit denen die Teilnehmer tagtäglich konfrontiert werden.

Der Austausch in Form von Debatten sowie Präsentationen führt zu neuen Denkweisen, Ansichten und Lösungsansätzen. Diese werden nach Rückkehr in das Heimatland an andere engagierte junge Menschen und Partnerorganisationen weitergegeben.

»Denn diese Menschen sind die treibende Kraft, welche die Zukunft der Länder ändern kann«, sagt David aus Bosnien. Er hat die Erfahrung gemacht, dass ältere Generationen oft eingefahren in bestimmte Denkmuster sind. Würden alle Bevölkerungs- und Altersschichten kooperieren, könnte ein positiver Wandel herbeigeführt werden.

Die Idee einer Veränderung durch das Engagement junger Menschen vertritt auch Abdelrahman aus Palästina. Er weiß, was es bedeutet, in einem gespaltenen Land zu leben und isoliert von den anderen Menschen zu sein. Bewaffnete Auseinandersetzungen wie die zwischen Israelis und Palästinensern würden den Alltag aller Menschen stark prägen. Umso mehr freue er sich, in der Sommerakademie auf Personen zu treffen, welche ebenfalls aus Palästina stammen, und sich mit diesen unzensiert und ehrlich auszutauschen.

Er gehört aus diesem Grund der Organisation »Middle east entrepreneurs of tomorrow« an, deren Grundgerüst der Glaube daran ist, dass künftige Generationen palästinensischer sowie israelitischer Oberhäupter miteinander kooperieren und das Land wieder gemeinsam stärken werden.

Die uneingeschränkte Ehrlichkeit der Teilnehmer in diesen Debatten ist ein Faktor, welcher Maurice aus Deutschland berührt und die Begegnungen prägt. Über eine Bekannte ist er der Akademie beigetreten.

Zu erkennen, mit welchen Problemen Gleichaltrige aus anderen Ländern konfrontiert sind und wie diese damit umgehen, ändert die Sicht auf viele Dinge und vor allem auf die Situation in der Heimat. »Egal, welchen kulturellen Hintergrund die Person hat, es zählt was sie einbringt in die Debatten. Diese zwei Wochen prägen jeden von uns«, so Maurice.

Der Labenbachhof ist für diese zwei Wochen ein Ort, an dem verschiedene Länder, unterschiedliche Kulturen   sowie Religionen debattieren, kommunizieren und interagieren. Trotz dieser Vielfalt gibt es einen Faktor, der die Teilnehmer vereint und den Ido aus Israel auf den Punkt bringt: »Wir alle sind Menschen. Und durch das Erkennen dieser Gemeinsamkeit können alle zwischenmenschlichen Barrieren gebrochen werden.« bom

 

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