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Wieder kein Heimglanz für Silberpfeile

Hockenheim (dpa) - Die Heimbilanz der selbst ernannten deutschen Formel-1-Nationalmannschaft bleibt eine glanzlose Angelegenheit. Platz sieben für Michael Schumacher, Rang zehn für Nico Rosberg - das Mercedes-Heimspiel stand auch im dritten Jahr unter keinem guten Stern.

Verpasst
Michael Schumacher und Teamkollege Nico Rosberg verpassten die Podestplätze deutlich. Foto: Bernd Weissbrod Foto: dpa

«Als Team müssen wir schauen, dass wir wieder vorwärtskommen», forderte Rosberg. Der 27 Jahre alte Wiesbadener durfte sich immerhin noch mit einer beeindruckende Aufholjagd vom 21. Startplatz aus trösten. Bei seinem 16 Jahre älteren Stallrivalen Schumacher bewahrheiteten sich dagegen die Befürchtungen, seinen dritten Startrang auf trockener Piste im Silberpfeil nicht bis ins Ziel auf dem Hockenheimring retten zu können.

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Entsprechend fiel auch das Fazit beim letzten deutschen Sieger eines Heimrennens (2006 Hockenheim- und Nürburgring) aus. «Es ist immer ein etwas verminderter Spaß, wenn die Arbeit nach hinten geht», kommentierte Schumacher sein Rennen. «Obwohl man richtig kämpft und alles dafür tut, um das Maximum aus dem Auto herauszuholen, reicht es dann doch nicht, um die Platzierung zu behalten oder sich nach vorne zu kämpfen.» Nur in der ersten Runde schien es, als ob Schumacher sogar den vor ihm gestarteten Sebastian Vettel attackieren könnte.

«Unsere Drei-Stopp-Strategie ging letztlich nicht auf wie geplant, aber nach Startplatz drei gestern war heute ein Podium für uns nicht in Reichweite», musste Motorsportchef Norbert Haug einräumen. In Ergebnissen bedeutet das: Seit der Rückkehr des eigenen Werksteams zur Saison 2010 kam keiner der beiden Piloten beim Großen Preis von Deutschland über Platz sieben hinaus. Schumacher wurde 2010 Neunter, ein Jahr später Achter, diesmal Siebter. Rosberg kam im ersten gemeinsamen Jahr als Achter ins Ziel, danach als Siebter, diesmal landete er noch drei Ränge dahinter.

«Es ist okay, als Zehnter ins Ziel zu kommen, wenn man vom 21. startet und noch einen Punkt mitnehmen kann. Dennoch waren die letzten paar Wochen ernüchternd», betonte Rosberg, der nach dem persönlichen und dem Team-Premierensieg im April in China schon zu den WM-Kandidaten gerechnet worden war. Vor zwei Wochen in Silverstone hatte Rosberg zum ersten Mal seit seinem Shanghai-Erfolg als 15. sogar die Punkteränge (bis Platz zehn) verpasst.

«Man muss sehen: Von wo sind wir letztes Jahr gekommen, wo sind wir hingefahren? Was haben wir schon erreicht? Dass es heute nicht ganz so gut geklappt hat, steht auf einem anderen Blatt Papier», kommentiere Schumacher das Abschneiden vor den heimischen Fans. «Dennoch darf man das Erreichte nicht vergessen», betonte der 91-malige Grand-Prix-Gewinner, der vor vier Wochen in Valencia als Dritter erstmals seit seinem Comeback wieder auf dem Podium stand.