Wie Influencerin Jolana Dandl Bergsport und gesellschaftliches Engagement verbindet

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Mit ihren vielseitigen Aktivitäten und Talenten inspiriert die Chiemgauerin Jolana Dandl als »Influencerin fürFrauen-Power« in den sozialen Medien.

Ob bei Skitouren durch tiefverschneite Wälder oder zwischen den steil aufragenden Gipfeln von Dreitausendern, bei Klettertrips und auf Gletschern oder bei rasanten Geländepassagen im Trailrunning: Wer die Bilder von Jolana Dandl studiert, der wird förmlich wie von einem Sog erfasst. Und in spannende Outdoor-Abenteuer hineingezogen. Kein Wunder, dass inzwischen mehr als 46 000 Follower bei Instagram die Begeisterung der Chiemgauerin an sportlichen Ausflügen in die Natur und Alpenwelt teilen. 


Doch nicht nur auf ihren Social-Media-Bildern, auch im wirklichen Leben hat die 24-Jährige Sondermoningerin bereits viel erlebt. Bei strahlendem Sonnenschein am Chiemseeufer spricht sie über ihr Leben, über Körperbewusstsein und gesellschaftliche Entwicklungen, ihre Verantwortung als Influencerin und die Eigenständigkeit als Tochter einer bekannten Mutter: der Grünen-Landtagsabgeordneten Gisela Sengl.

Bereits während der Schulzeit am Gymnasium in Traunreut bildeten Geschichte, Sozialkunde und Politik wichtige Interessengebiete der passionierten Netzwerkerin. Nach dem Abitur und Verkaufsjob im elterlichen Bio-Laden hat es Jolana, die seit ihrem 16. Lebensjahr auf Yoga schwört, erst einmal in die Ferne gezogen: In Island und Indonesien lernte sie faszinierende Landschaften kennen, tauchte in fremde Kulturen ein und tauschte sich mit anderen Globetrottern aus. An der Atlantikküste in Frankreich und Spanien machte die junge Chiemgauerin beim Surfen Jagd auf die perfekte Welle.

Dass es sie danach zum Soziologiestudium nach Innsbruck zog, folgte einer gewissen Konsequenz: »Mich interessieren die prägenden Kräfte, die die Gesellschaft bestimmen und verändern, ebenso wie der Einfluss und die Wirkung der Medien, damit haben wir uns im Studium intensiv beschäftigt.« Bei Praktika wie zum Beispiel 2018 im Europäischen Parlament in Brüssel konnte sie diese Interessen weiter vertiefen. Dass direkt vor der Haustür in Innsbruck imposante Gipfel zum Klettern, Tourengehen und Skifahren einluden, war noch das i-Tüpfelchen für die begeisterte Bergsportlerin. Mit den Fotos von abenteuerlichen Touren in malerische Hochgebirgslandschaften wuchs auch die Aufmerksamkeit ihrer Social-Media-Fans. »Wir haben anfangs nur aus Spaß und Begeisterung fotografiert, dann kamen auf einmal immer mehr Anfragen von Profi-Fotografen, Sportartikel-Herstellern, Agenturen oder Sporthäusern«, erinnert sie sich.

Inzwischen ist sie als durchtrainiertes Bergsportmodel gefragt, achtet dabei aber auf Authentizität und die Nachhaltigkeit der von ihr vertretenen Produkte. »Mir geht es dabei auch darum, Frauen mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln und Mut zu machen. Viele trauen sich weniger als Männer zu, auch wenn sie technisch besser sind.« Gerade anfangs war Jolana oft die einzige Frau im Team. »Inzwischen habe ich bei verschiedenen Events tolle Bergsportlerinnen und -führerinnen kennengelernt und mich mit vielen vernetzt.«

Jolana erinnert sich auch an schwierige Situationen und herausfordernde Aufgaben. Etwa bei einem sechswöchigen Studienprojekt zur Analyse und Bewertung eines fairen Kaffeeanbauprojekts von afrikanischen Kleinbauern in Tansania. »Das Eintauchen in eine völlig fremde Kultur und Mentalität, die Kooperation mit Studenten vor Ort und 13-Stunden-Tage bei sengender Hitze, das war eine echte Herausforderung, aber auch lehrreich und bereichernd.« »Extrem gefordert« fühlte sie sich, als sie im Rahmen eines Hochtourenlehrgangs am Dachsteingletscher zur Übung die Navigation einer Vierer-Seilschaft übernehmen sollte – mitten im Schneesturm und zwischen metertiefen Eisspalten. »Man lernt dabei, ruhig zu bleiben, Vertrauen in die inneren Kräfte zu entwickeln und wächst über sich hinaus. Da entwickelst du Demut vor einer unglaublich machtvollen Natur.«

Durch Corona wurden ihre Pläne, nach dem Studienabschluss im vergangenen März für ein Forschungsprojekt ins Ausland zu gehen, erst einmal torpediert. Kurzerhand arbeitete sie als Erntehelferin im Familienbetrieb mit und engagierte sich bei einem Start-up-Unternehmen für Regionalentwicklung. Aktuell entwickelt Jolana in einem Großprojekt einer Traunsteiner Webagentur ihre Medienkompetenz weiter. Und auch privat macht sie aus Corona das Beste: »Viele Engagements und Fotojobs sind ausgefallen. Dafür habe ich häufiger die heimischen Berge erkundet und neue Gemeinsamkeiten mit meiner jüngeren Schwester Viola entdeckt.« Gemeinsam mit der Grafikdesignerin und Künstlerin hat sie ein Kunstprojekt gestartet. Es heißt »Mountainlove meets Art« und wird bald veröffentlicht. eff