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Widerstand gegen Gewerbegebiet »Klauspoint« wächst

Ramsau - Nach dem Bericht von Bürgermeister Herbert Gschoßmann auf der Ramsauer Bürgerversammlung (wir berichteten) ging es auch in der Diskussion vor allem um die angedachte Betriebsverlagerung der Ramsauer Baufirma Graßl nach »Klauspoint«. Für viele Ramsauer ist der sensible Bereich nicht der richtige Ort für so eine Anlage.

Auch die Diskussion auf der Ramsauer Bürgerversammlung war vom Thema »Klauspoint« geprägt. Die Ansichten über die Ausweisung eines Gewerbegebiets auf der bisherigen landwirtschaftlichen Fläche gehen auseinander. Foto: Anzeiger/cw

Fritz Resch vertrat die Auffassung, dass das Areal »Klauspoint« für Natur und Tourismus zu wertvoll sei, um es für einen gewerblichen Betrieb zu verbrauchen. Er wies darauf hin, dass dies kein persönlicher Angriff auf die betroffene Baufirma sei. Veronika Stöckl schlug vor, diesen Betrieb im Bereich des geplanten Gewerbegebiets Reichlfeld West anzusiedeln. Hierzu erläuterte Bürgermeister Herbert Gschoßmann, dass man derzeit über dieses Privatgebiet nicht verfügen könne.

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Gerd Bartels zeigte ebenfalls Unverständnis für die Planung am »Klauspoint«. Nach seiner Auffassung zeigte eine derartige Planung »kein Gefühl für die Natur« und stehe ganz im Widerspruch zur Erwartung der Gäste in Ramsau. Hierzu gab Bürgermeister Gschoßmann zu bedenken, dass es bei der Ansiedelung eines Gewerbebetriebes sicher keine ideale Lösung geben werde und man mit Kompromissen arbeiten müsse.

Birgit Gschoßmann bedauerte die zum Teil falschen Informationen, die bisher von Bürgern an den Gemeinderat herangetragen wurden. Sie stellte fest, dass die Entscheidungsfindung im Gemeinderat zu diesem Projekt ein schwieriger Prozess sei. Da sie bisher nur Meinungen unmittelbar Betroffener beziehungsweise kritische Stimmen zu diesem Projekt gehört habe, wäre sie an Aussagen der übrigen Bevölkerung zu diesem Projekt interessiert.

Kriemhild Buhl äußerte Unverständnis gegenüber der Idee, dort die Ausweisung eines Gewerbegebiets zu beantragen. Sie verwies zudem auf die unbefriedigende Zufahrtsituation in das neue Gebiet. Zudem sei es nicht nachvollziehbar, dass die Ausweisung von Bauplätzen im Bereich des Hauses »Buhl« bisher immer strikt mit dem Hinweis auf den Außenbereich abgelehnt wurde und jetzt in unmittelbarer Nähe ein Gewerbegebiet auf der grünen Wiese entstehen könne.

Thomas Klinger rief in Erinnerung, dass derzeit der Flächennutzungsplan überarbeitet werde. Es sei nicht nachvollziehbar, warum vor Abschluss dieses Verfahrens ein weiterer Aufstellungsbeschluss für ein Gewerbegebiet gefasst werden soll. Hierzu erläuterte Bürgermeister Gschoßmann, dass der Antrag auf Aufstellungsbeschluss jetzt vorliegt. Sollte dieser Antrag im Gemeinderat eine Mehrheit finden, sei selbstverständlich damit eine Änderung des Flächennutzungsplans verbunden. Ein Warten auf den neuen Flächennutzungsplan sei nicht möglich, da zum heutigen Zeitpunkt niemand sagen könne, wann dieser Rechtsgültigkeit erlangt.

Sebastian Karl konnte nachvollziehen, dass die Entscheidungsfindung über dieses Projekt im Gemeinderat schwierig sei. Um in Zukunft rechtzeitig entsprechende Weichen zu stellen, sei es daher sehr sinnvoll, dass sich die Bevölkerung an der Fortschreibung des Flächennutzungsplans beteiligt. Ein weiteres interessantes Thema sei aus seiner Sicht auch die Energiewende. Hier sollte das Thema »Bürgerkraftwerk« als mögliches Projekt angedacht werden.

Michael Gröll kritisierte, dass in Ramsau ebene Flächen bebaut würden und künftig für die Landwirtschaft nur mehr Steilflächen zur Bewirtschaftung zur Verfügung stünden. Da nach seiner Auffassung genügend Baubetriebe vorhanden sind, stehe er dem Projekt »Klauspoint« kritisch gegenüber. Gröll gab auch zu bedenken, dass bei starken Niederschlägen der Schinderbach für das Gebiet ein Problem sein könnte. Er warnte davor, dass in Ramsau ein ähnliches Streitobjekt wie in Bischofswiesen mit dem Baugebiet Kressenfeld entstehen könnte.

Hierzu erläuterte Bürgermeister Gschoßmann, dass aufgrund dieser Erfahrung in der Nachbargemeinde in Ramsau eine sehr frühzeitige Beteiligung der Bürger erfolgt sei. Durch frühe Beteiligung und sachliche Diskussion soll eine vergiftete Atmosphäre verhindert werden.

Andreas Graßl als Vertreter der Baufirma Graßl erläuterte der Versammlung kurz die Gründe und Pläne. Er verwies darauf, dass hier die Entscheidungshoheit beim Gemeinderat liege. Nach seiner Auffassung sei die Verlagerung des Betriebes in diesen Bereich nötig, um diesen auch in Zukunft betriebswirtschaftlich führen zu können.

Josef Pfnür kritisierte erneut den Einbau von Plastikzaunpfählen im Bereich der Wasserversorgung am Hintersee. Hierzu erklärte Bürgermeister Gschoßmann, dass die entsprechende Bescheinigung hinsichtlich der Unbedenklichkeit dieser Säulen vorliege, dennoch werde der Sachverhalt noch einmal überprüft.

Franz Schwab bezeichnete zwar die Spurbreite der Pfeiffenmacherbücke als ausreichend, kritisierte aber die Bauart des Geländers. Anton Brandner berichtete von den umfangreichen Freischneidemaßnahmen im Bereich Langbruck-Zirbeneck für Weidevieh und die hierbei vor allem vermutlich durch Einheimische praktizierten Entsorgungspraktiken, die für ihn in Richtung Umweltkriminalität tendieren. Er bedankte sich bei den Helfern aus dem Gemeinderat, die eine notwendige Reinigungsaktion unterstützt haben.

Franz Wurm lobte die aktuelle Beschilderung in der Gemeinde, bat aber darauf zu achten, dass Die Schilder auch rechtzeitig gereinigt werden. Er sprach noch einmal die Gewerbeansiedlung »Klauspoint« an und gab zu bedenken, dass der Erhalt von gewerblichen Betrieben in der Gemeinde äußerst wichtig sei. Dem hielt Hans Sleik entgegen, dass für einen Gewerbebetrieb in einer derart sensiblen Landschaft kein Platz sei. MW/UK