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Widerstand gegen Baumfällung in Winkl

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Die geplante Fällung erzeugt Widerstand: Dieser Zettel hängt seit einigen Tagen an dem Baum.
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Von dieser Eiche müssen sich die Bewohner des Wohnbauwerks Winkl verabschieden. (Fotos: privat)

Bischofswiesen – Das Thema Baumfällung ist oftmals hochemotional für die Bürger. Dies war erst kürzlich beim Wahlbaum in der Schönau zu sehen. Der neueste Fall stammt aus Winkl. Dort steht eine Eiche, an der sich eine rote Markierung befindet und ein Zettel von den Bewohnern. Die Wohnbauwerk GmbH will ihn fällen, jedoch regt sich Widerstand.


Der Winkler Joe Kleffner schaut von seinem Fenster aus auf den Kinderspielplatz im Hof des Wohnbauwerks. Dort stand auf der rechten Seite, von Kleffner aus gesehen, bis vor zwei Monaten noch ein prächtiger Ahornbaum. »Der wurde morgens einfach gefällt«, erzählt der 72-Jährige dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Dieser Ahorn habe zum Beispiel dem Kinderspielplatz etwas Schatten gespendet.

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Jetzt soll ein weiterer großer Baum gefällt werden, er ist bereits gekennzeichnet. Aber es ist nicht irgendein Gewächs: »Ich wurde von Dr. Lotschmann (richtige Schreibweise: Lodgman; d.Red.) von Auen gepflanzt!«, steht unter anderem auf dem Zettel zu lesen, den die Hausbewohner vor wenigen Tagen an die Eiche gehängt haben. Joe Kleffner erklärt: »Dr. Lodgman war der einzige Mediziner in Winkl-Siedlung.« Die Anwohner mochten ihn und haben, so Kleffner, eine starke, emotionale Bindung zu dem Baum. Er erinnert an den Arzt. »Und jetzt soll er rigoros gefällt werden.«

Kleffner kennt auch den Grund: »Links daneben ist schon ein Betonfundament gegossen, dort soll ein neuer Unterstand für Mülltonnen hin.« Eine Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« bei der Wohnbauwerk Berchtesgadener Land GmbH ergab, dass deswegen die Wurzeln der Eiche deutlich gekürzt werden mussten. Geschäftsführer Florian Brunner sagt außerdem: »Der Baum steht dort ohnehin sehr ungünstig, einen halben Meter neben dem Bordstein.« Sobald dieser gefällt ist, werden dafür sechs neue Ersatzbäume gepflanzt: Obst-, Nuss und Ahornbäume. »Diese sollen dann an besseren Standorten stehen, wo sie auch bleiben können.«

Das heißt, es besteht keine Hoffnung für die Eiche. Denn jetzt, wo die Wurzeln schon einmal gekürzt sind, gibt es kein Zurück. Annabelle Voss