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Werders Trainer Dutt: «Haben Mannschaft mit Potenzial»

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Trainingslager
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Werder-Coach Robin Dutt macht seine Spieler in einem Trainingslager auf Norderney fit für die neue Saison. Foto: Neypix Foto: dpa

Norderney (dpa) - Robin Dutt hat beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen als Nachfolger des Langzeittrainers Thomas Schaaf ein schwieriges Erbe angetreten.


Im Trainingslager auf Norderney sprach der 48-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa über die neue Werder-Ära, seine Vorstellungen und die Kaderplanung.

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Frage: Werder Bremen wurde 14 Jahre lang von Thomas Schaaf und Klaus Allofs geprägt. Wie soll das neue Gesicht des Clubs nun aussehen?

Antwort: Das neue Gesicht kann ich Ihnen jetzt noch nicht detailliert beschreiben. Unsere Aufgabe ist erst mal, Grundlagen zu schaffen; gut zu analysieren nach der vergangenen Ära und die richtigen Schritte in die Wege zu leiten.

Frage: Was haben Sie denn schon analysiert?

Antwort: Wir haben eine junge, aber hochtalentierte Mannschaft. Dazu kommen in Clemens Fritz, Aaron Hunt und Cedric Makiadi auch erfahrene Spieler, die wichtig sind für dieses Team. Wir haben schon eine Mannschaft mit Potenzial. Es macht bislang rundum Spaß.

Frage: Können Sie sich vorstellen, auch 14 Jahre hier zu wirken?

Antwort: Ich sollte vielleicht erst mal schauen, dass ich hier im ersten Jahr vernünftige Arbeit leiste, bevor ich daran denke, so lange hier zu arbeiten.

Frage: Was wäre denn für Sie vernünftige Arbeit?

Antwort: Wir wollen alle eine Mannschaft auf den Platz bringen, mit der sich die Fans identifizieren können. Die sollen sagen: Das sind unsere Jungs und ich bin bereit, auch in schlechten Zeiten hinter der Mannschaft zu stehen, weil sie immer alles gibt. Und wir wollen uns taktisch so entwickeln, dass wir im Frühjahr eine gewisse Fantasie - die kann ja bei jedem unterschiedlich aussehen - haben können für die Zukunft.

Frage: Welche Spielweise streben Sie an?

Antwort: Die Spielweise wollen wir in der Öffentlichkeit noch nicht so thematisieren. Für uns ist jetzt erst mal wichtig, einen guten Teamgeist zu haben; dass wir auf dem Platz eine hohe Emotionalität haben; dass wir neben dem Platz einen sachlichen Umgang haben. Das sind so Basiswerte, die wir schaffen wollen. Momentan geht es darum, die Spieler körperlich in einen sehr guten Zustand zu bringen.

Frage: Die bislang vielleicht besten beiden Spieler - Sokratis und Kevin de Bruyne - sind weg. Wie wollen Sie das kompensieren?

Antwort:Zwei Neuzugänge im defensiven Bereich mit Luca Caldirola und Cedric Makiadi haben wir ja schon. In der Offensive ist die Mannschaft ganz gut aufgestellt. Die Anzahl der geschossenen Tore hätte durchaus für bessere Tabellenplätze gereicht im vergangenen Jahr. Bei den kassierten Toren war aber das ein oder andere zu viel. Jetzt warten wir die Vorbereitung ab, ob und wo wir noch was tun.

Frage: Also ist es Ihr Hauptaugenmerk, die Defensive zu stärken und den de-Bruyne-Abgang aus dem Kader heraus auszugleichen?

Antwort: Man braucht immer eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive. Da ist es schon wichtig, dass wir die Treffer, die in der vergangenen Saison erzielt worden sind, auch in der kommenden Saison wieder schießen. Wenn wir es schaffen, weniger Tore zu kassieren, müsste sich das eigentlich auch in der Tabelle niederschlagen.

Frage:Zuletzt hieß es, Sie wollen noch einen Stürmer holen. Wie ist der Stand ihrer Planung?

Antwort: Wir wollen uns noch gar nicht festlegen, wo und wann einer kommen soll. Wir haben den Kader so weit beieinander. Wir hätten theoretisch die Möglichkeit noch für einen weiteren Zugang. Aber ich bin schon lange genug Trainer, um zu wissen, dass man sein Pulver nicht schon in der ersten Vorbereitungswoche verschießen sollte.

Frage: Wie sehr trifft Sie denn die Bargfrede-Verletzung ?

Antwort: Er hat auf mich in den ersten wenigen Einheiten einen sehr guten Eindruck gemacht. Der Junge ist ein Eigengewächs, der sich taktisch sehr gut verhält. Das ist ein richtig guter Fußballer, der auch als Mensch eine tolle Ausstrahlung hat. Deswegen ist es schon sehr schade, dass er so lange ausfällt.

Frage: Sollte demnächst noch ein Stürmer kommen, könnten Sie dann noch auf den Ausfall von Bargfrede reagieren?

Antwort: Ich sehe es nicht so, dass im Kader noch eine Position offen ist. Es kann schon sein, dass wir nach ein paar Wochen feststellen, dass im Sturm kein Bedarf ist und wir stattdessen noch etwas im Mittelfeld oder der Abwehr tun müssen. Es kann sein, dass sich Spieler in den Vordergrund spielen, die man jetzt noch nicht so auf der Liste hat. Und umgekehrt. Mit der Besetzung der letzten Position hat man da meiner Meinung nach noch etwas Zeit.

Frage: Für viele war es eine mutige Entscheidung, Arnautovic und Elia nach deren Vorgeschichte noch eine Chance geben zu wollen...

Antwort: Grundsätzlich hat ein Spieler bei einem neuen Trainer immer die Chance, sich neu zu beweisen. Das heißt natürlich nicht, dass sich die anderen nicht auch neu beweisen wollen. Alle gehen gleich ins Rennen. Natürlich spricht man auch mit allen Spielern.

Frage: Haben Sie Kapitän Clemens Fritz in der Sache um Rat gefragt?

Antwort: Ich habe mir vom Clemens die Mannschaft schildern lassen. Da hat er als Kapitän zu jedem Spieler seine Meinung gesagt.

Frage: Bislang ist nur Elia schon wieder im Training. Wie ist er denn von der Mannschaft aufgenommen worden?

Antwort: Wenn mir nicht ständig gesagt würde, dass es da eine Geschichte gab, würde ich nichts feststellen. Er ist aufgetreten, wie jeder andere auch.