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Hintergrund

Wer kämpft gegen wen im Nordirak

Bagdad (dpa) - Am Konflikt um die Abspaltung der irakischen Kurden vom Rest des Landes sind mehrere Gruppen beteiligt. Ein Überblick:

Iraker
Irakische Sicherheitskräfte und Kämpfer der Popular Mobilization Forces (PMF). Foto: Uncredited Foto: dpa

Peschmerga-Kämpfer: Dabei handelt es sich um die offiziellen Einheiten der kurdischen Autonomiegebiete. Sie erhielten im Kampf gegen den IS unter anderem von der Bundeswehr Militärhilfe.

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Die Peschmerga sind allerdings gespalten. Ein Teil gehört zur KDP, der Partei von Kurden-Präsident Massud Barsani; ein anderer Teil zählt zur zweiten großen kurdischen Partei, der PUK. Daneben gibt es einige gemischte Einheiten.

Teile der PUK sehen Barsanis Unabhängigkeitsbestrebungen kritisch, weil sie den Zeitpunkt für falsch halten. KDP-Anhänger warfen PUK-Einheiten am Montag vor, sie hätten beim Vormarsch irakischer Truppen ihre Positionen einfach aufgegeben und die Kurden verraten.

Iraks Armee: Sie steht unter dem Kommando von Regierungschef Haidar al-Abadi. Ein besonders wichtige Rolle spielen die Anti-Terror-Einheiten, die schon den Kampf gegen den IS anführten.

Schiitische Milizen: Auch diese Einheiten unterstehen offiziell Al-Abadis Befehlen, allerdings führen sie ihr Eigenleben. Finanziert und damit gesteuert werden sie vom schiitischen Iran, der einen eigenen kurdischen Staat im Nordirak vehement ablehnt.

Manche Beobachter halten sie in dem aktuellen Konflikt für die treibenden Kraft. Die Milizen waren auch am Kampf gegen den IS beteiligt. Sie rückten dabei tief in sunnitisches Stammland vor.

Polizei: Die meisten Einheiten werden von Al-Abadi befehligt, einige aber auch von Innenminister Kasim al-Aradschi, der eng mit den schiitischen Milizen verbunden ist. Kämpfer der schiitischen Milizen werden angeblich immer wieder an die Polizei abgestellt.