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Wer hilft mir, wenn ich Angehörige pflegen muss?

Wohin soll ich mich wenden, wenn ich Angehörige pflegen muss? Vor dieser Frage stehen viele sehr oft vollkommen unvorbereitet. Und tatsächlich gibt es kaum eine Institution, die hier umfassend mit Rat und Tat im Landkreis zur Seite stehen kann. In einem Runden Tisch zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden im Landkreis forderte die SPD-Kreistagsfraktion zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler diese Lücke umgehend zu schließen, etwa in Form von Pflegestützpunkten.

Wie viele Fragen es gibt, das erfahren die Wohlfahrtsverbände im Kreis tagtäglich. »Ich bin mittlerweile die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, Fragen rund um die Pflege zu beantworten, etwa wie muss der Wohnraum beschaffen sein, wenn man plötzlich einen Rollstuhlfahrer zu betreuen hat«, bestätigte die stellvertretende Pflegedienstleiterin der Caritas, Gabriele Pauli. Und auch Lebenshilfe-Geschäftsführerin Annemarie Funke klagte über die überhandnehmenden administrativen Tätigkeiten. Für den stellvertretenden VdK-Kreisvorsitzenden Rudi Göbl sind diese Verbände übergreifende Erfahrungen einmal mehr die Bestätigung, dass auch im Landkreis Traunstein unbedingt ein Pflegestützpunkt eingerichtet werden müsse.

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Nächster Stützpunkt zu weit weg

Obwohl von der bayerischen Staatsregierung mehrere hundert zugesichert wurden, sind gerade mal elf in Bayern verfügbar, der nächste in Neuburg an der Donau. Viel zu weit, um sich dort Rat zu holen. Göbl forderte daher einen Pflegestützpunkt, den man etwa in der neuen VdK-Geschäftsstelle in Traunstein einrichten könnte. Dort soll qualifiziertes Personal umfassend Antworten auf Fragen rund um die Pflege von Angehörigen anbieten können. Geklärt werden müsste noch die Finanzierung, die der Landkreis zu leisten habe.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser bestätigte die Anfrage auf Schaffung eines solchen Pflegestützpunktes und auch die Unterstützung seitens des Landkreises. Was noch erstellt werden müsse, sei ein Konzept, wie so ein Pflegestützpunkt aussehen solle. SPD-Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner empfahl, sich an das Konzept von Roth anzulehnen, das bereits sehr detailliert ausgearbeitet sei.

Einen deutlichen Mangel an Pflegekräften beklagte Ernst Holl von der Traunsteiner AWO, dringenden Nachbesserungsbedarf in der Kurzzeitpflege sah Lebenshilfe-Geschäftsführerin Annemarie Funke. Beides nahm Dr. Bärbel Kofler mit auf ihre Agenda. Insbesondere den massiven Pflegekräftemangel wolle die SPD mit gezielten Maßnahmen in den Griff bekommen. Dazu zähle auch den Beruf und auch die Ausbildung attraktiver zu machen. Die SPD habe bereits per Petition gefordert, das Schulgeld für Pflegekräfte künftig wegfallen zu lassen.

Auch Schuldnerberatung war Thema beim Runden Tisch

Weiteres Thema war die Schuldnerberatung im Landkreis Traunstein. Hier plädierte der Einsatzleiter der Diakonie in Traunstein Robert Münderlein für mehr finanzielle Unterstützung. Mit gerade mal eineinhalb Stellen müssen mehr als 500 Betroffene betreut werden. Da hier wichtige Arbeit in der Prävention geleistet werde und die Schuldnerberatung in dieser Hinsicht dem Landkreis auch Arbeit abnehme und helfe, Kosten zu sparen, sei diese Investition sehr zukunftsgerichtet. sts