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Weitere 8,5 Millionen Euro für die Doku Obersalzberg

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Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hatte sich erst kürzlich in der Dokumentation Obersalzberg über die Gründe für die Kostenexplosion bei den Erweiterungsarbeiten informiert. Nun segnete das Gremium weitere 8,5 Millionen Euro ab. Die Kosten steigen damit auf zirka 30 Millionen Euro. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg werden wie geplant weitergeführt. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags gab weitere rund 8,5 Millionen Euro für das Projekt frei. Das berichtet die »Süddeutsche Zeitung« am Freitag. Damit stehen für das Projekt nun rund 30 Millionen Euro zur Verfügung.


Wegen der Kostensteigerung waren das bayerische Bauministerium, das bayerische Finanzministerium und das Staatliche Bauamt Traunstein erst kürzlich auf einer Sitzung des Haushaltsausschusses in der Dokumentation Obersalzberg von Abgeordneten aller Fraktionen heftig kritisiert worden. Ursprünglich war man von 14,6 Millionen Euro ausgegangen, eine erste Kostenschätzung brachte dann eine Summe von 21,35 Millionen Euro ins Spiel.

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Bleibt aber immer noch ein Kostenanstieg von 8.750.000 Euro. Die gliedern sich laut Daniel Oden so auf: 925.000 Euro konjunkturbedingte Mehrkosten, 1.070.000 Mehrkosten aus Anpassung der Marktpreise, 6.158.000 Euro baulich bedingte Mehrkosten und 597.000 Euro zusätzliche nutzungsbedingte Anforderungen.

Die Gründe für den erneuten Kostenanstieg hatten die verantwortlichen Vertreter der Ministerien bei der Sitzung am Obersalzberg erläutert, waren damit aber auf wenig Verständnis bei den Abgeordneten gestoßen. Genannt wurden Probleme bei Geologie, Baugrund und Altlasten, die Herausforderungen einer Winterbaustelle, konjunkturbedingte Mehrkosten und die mangelhafte Tragwerksplanung durch eine Privatfirma.

»Mischung aus Nachlässigkeit und Bewertungsoptimismus«

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Eine »Mischung aus Nachlässigkeiten und Bewertungsoptimismus« hatte damals der Grünen-Abgeordnete Tim Pargent die Gründe für die Kostenexplosion beschrieben. Vor allem auch die Anlegung eines Rundwegs durch miteinbezogene alte Bunkeranlagen machen das Projekt so teuer.

Über die Notwendigkeit der Erweiterung herrscht allerdings grundsätzlich Konsens. Immerhin stieg die Besucherzahl von ursprünglich erwarteten 40.000 Besuchern zuletzt auf rund 170.000 Gäste jährlich.

Der Haushaltsausschuss verband die erneute Freigabe von Finanzmitteln laut »Süddeutscher Zeitung« aber mit Auflagen. So soll das Ministerium nun laufend über das Projekt berichten und keine neuen Wünsche des Instituts für Zeitgeschichte mehr akzeptieren. Zugleich wird erwartet, dass die Staatsregierung grundsätzlich für eine bessere Kostenkontrolle im Hochbau sorgt und auch Projekte an Opferorten wie den ehemaligen Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg unterstützt. UK