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Weihnachtseinstimmung hoch oben am Faselsberg

Schönau am Königssee – Ein Ambiente wie in einem Freilichtmuseum bot sich den zahlreichen Besuchern des Adventsmarktes am Wochenende im Hainzenlehen an der Vorderbrandstraße.

Der weihnachtlich geschmückte Hausgang im Hainzenlehen in Schönau am Königssee.

Die Türen waren geöffnet, alle Räume weihnachtlich geschmückt und jeder Raum gemütlich mit Holz beheizt. Faszinierend ist das alte Berchtesgadener Bauernhaus am Faselsberg hoch über Berchtesgaden. Ein alter Obstspalierbaum schlängelt sich um zwei Haushälften und man hat den Eindruck, er hält das brüchige Mauerwerk zusammen. Mehrere aufgestellte Öllampen luden zu dem Adventsmarkt. Ein riesiger Haufen Tannenzweige lag vor dem Haus und ein fleißiger junger Mann band daraus Adventskränze. Die gebundenen Kränze bot er zum Verkauf an aufgestellten »Hainzen« an. Unter »Hainzen« versteht man Gestelle, an denen das Heu zum Trocknen aufgehängt wird. Vermutlich stammt auch daher der Name des Lehens.

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Selbst gebastelte Futterhäuschen hingen unterhalb des Balkons zum Verkauf, an die Haustüre war ein Mistelzweig mit einer roten Masche gebunden. Wenn es bis zum Adventsbeginn auch noch eine Woche dauerte, eine adventliche Stimmung war trotzdem gegeben, auch weil es leicht schneite. Hinter dem Haus fand sich eine Hofküche. Auf einem im Freien aufgestellten Holzofen mit einem unendlich langen Ofenrohr wurden Maroni und Glühwein zubereitet und der verführerische Duft begleitete die Besucher ins Haus, dazu Klänge von drei Flügelhornisten unter der Leitung von Erhard Moldan.

Die Bewohnerin des Hauses, Christiane Rußegger, stellte alle ihre Wohnräume zur Verfügung, einschließlich ihres Schlafzimmers. Auf ihrem Bett breitete der Eine-Welt-Laden Berchtesgaden seine Verkaufsware aus. Es ging eine steile Treppe hinauf, jedes Gesims war weihnachtlich mit Tannenzweigen, Granatäpfeln und Nüssen geschmückt. Kerzen waren angezündet, besinnliche Sprüche luden zum Verweilen ein. Ebenfalls standen im Treppenhaus drei Schneiderpuppen, sie präsentierten ein Dirndlkleid, einen Berchtesgadener Schamper und einen Wintermantel.

Christiane Rußegger ist gelernte Schneiderin, so gab es auch eine große Auswahl an Bindln für die Berchtesgadener Männertracht zu kaufen. Gabi Bernegger, Mitorganisatorin des Adventsmarktes, präsentierte ein reichhaltiges Angebot an Weihrauch, acht verschiedene Sorten konnte man erwerben. Der Instrumentenbauer Franz Bauer aus Großgmain stellte verschiedene Waren wie Spieluhren aus. Wunderschöne Ketten aus Perlen, verbunden mit Gehäkeltem, präsentierte Heike Schellmoser. Weiters gab es eine Köstlichkeit aus Anthering, Lebkuchen und Kletzenbrot, einen Rumtopf, jede Menge Kerzen und verschiedene Seifen.

Besonderes Interesse weckten die original nepalesischen Klangschalen, vor allem bei den Musikanten. Sie waren so von den Klängen fasziniert, dass man ihnen die Aktivierung der Selbstheilungskräfte in den Gesichtern anmerkte.

Berchtesgadener Christbaumschmuck und hausgemachtes Marzipan verkaufte Rosa Geißinger, Letzteres war bereits am Samstag schon ausverkauft. In einem Stand gegenüber gab es Halbedelsteine mit Silbergold von Angela Graßl. Zusätzlich zu den Landschafts-Batikkunstwerken präsentierte dieses Jahr die Künstlerin Bettina Dolansky Aquarelle, die reißend Abnahme fanden. In dem denkmalgeschützten Inneren des Bauernhauses bot Annemarie Strauch in einer Kammer Keramik, Geschirr, Teller und Duftlampen an.

Auch fand sich dort ein Stand der Brennerei Scheid. Edle Destillate aus der Gegend zwischen Chiemsee und den Bergen des Achtals wurden von der in Stanggaß wohnenden Familie Scheid angeboten.

Nach dem Einkaufsbummel traf man sich unten in der Wohnstube. Fünf Musikanten spielten auf, es gab Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, Bier und Brotzeit und man war sich einig, dass den beiden Initiatorinnen Christiane Rußegger und Gabi Bernegger alle Hochachtung gebührt für diesen einmaligen Adventsmarkt in ihren privaten historischen Räumen. Bernhard Stanggassinger