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Künstlerkeramik von Katharina Klampfleuthner-Kirchner bis 11. Januar im Heimatmuseum in Prien

Weihnachtsausstellung »Schale und Skulptur«

In der ersten Januarwoche 2015 hätte die Töpferin und Bildhauerin Katharina Klampfleuthner-Kirchner ihren 90. Geburtstag feiern können. Aus diesem Anlass zeigt das Priener Heimatmuseum im Erdgeschoß in einer kleinen, intimen, aber sehr informativen Ausstellung insgesamt 60 ihrer Werke, darunter Schalen, Schüsseln, Krüge, Vasen und Plastiken.

»Daphne« ist der Titel dieser Keramik von Katharina Klampfleuthner-Kirchner. (Foto: Morgenroth)

Katharina Klampfleuthner-Kirchner wurde am 7. Januar 1925 auf Frauenchiemsee in die Töpferfamilie Klampfleuthner geboren. Sie besuchte die Schule der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth und absolvierte anschließend ihre Töpferlehre bei ihrem Vater in der Inseltöpferei. 1953 begann sie ihr Bildhauerstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Heinrich Kirchner (1902 bis 1984) und war Meisterschülerin bei Professor Kirchner.

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Nach ihrem Studienabschluss kehrte sie auf die Fraueninsel zurück. Zahlreiche Ausstellungen begleiteten ihr künstlerisches Schaffen. Im Jahre 1976 heiratete sie Professor Heinrich Kirchner und übersiedelte mit ihm nach Pavolding bei Seeon-Seebruck, wo ein Großteil ihrer Werke entstanden ist. Acht Jahre später starb Professor Heinrich Kirchner und 2007 ist auch Katharina Klampfleuthner-Kirchner in Alter von 82 Jahren in Pavolding verstorben.

Katharina Klampfleuthner-Kirchner konzentrierte sich nach ihrer Ausbildung zur Bildhauerin zunehmend auf die Keramik, die ihr mit ihrer Kreativität mit der Verformbarkeit des Tons, dem Zauber des Brennofens, den strahlenden Farben und dem Glanz der Glasur ihr neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnete, plastische Werke zu schaffen. Sehr schnell wurde aus dieser Technik für sie ein vollwertiges Ausdrucksmittel, in dem sie vielfach das Schwergewicht auf die Farben legte.

Das Themenspektrum der Künstlerin ist vielfältig. Sie greift Motive wie Tiere und Menschen sowie mythologische Szenen auf und modelliert diese auf ihre ganz eigenwillige Art und Weise. Die Schalen, Gefäße und Figuren, die in den Jahren von 1960 bis 1996 entstanden sind, zeigen dabei ihre Spielfreude im Umgang mit dem Material Ton und ihre künstlerische Umsetzung. In manchen der Arbeiten greift sie »flächige« Formen auf, die durch ihre farblichen Akzente eine starke Ausdruckskraft besitzen.

Unermüdlich dekoriert sie Platten und Teller mit ihren bevorzugten Motiven (Flötenspieler, Daphne, Salome, Ruferin, Afrikanischer Tanz, Wanderer, Engel, Gans). Kennzeichnend für einige ihrer Arbeiten sind auch die gedrungenen Figuren mit oftmals wulstartigen Armen und Beinen und einem kleinen Kopf. Gleichwohl fallen bei diesen Arbeiten die eher grob geformten Ohren, Nasen und Finger auf sowie die gute Beobachtung von Details. Mit Farbe malt die Künstlerin die Augen, den Mund, eine Gewandverzierung oder Bekleidung. Als Künstlerin genießt Klampfleuthner-Kirchner keinen so großen Bekanntheitsgrad in unserer Region wie ihr Ehemann. Ihr Werk ist in aller Stille und Abgeschiedenheit entstanden, das allerdings, wenn man die ausgestellten Arbeiten im Heimatmuseum in Prien sieht, von großer eindringlicher künstlerischer Leistung ist.

Die Weihnachtsausstellung im Heimatmuseum in Prien, Valdagnoplatz 2 (Am Marktplatz), ist bis zum 11. Januar zu sehen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 14 bis 17 Uhr. Gabriele Morgenroth