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Watzmannüberschreitung in gut drei Stunden

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Für ein schnelles Selfie ist gerade noch Zeit. In etwas mehr als drei Stunden bewältigte Toni Palzer die gesamte Watzmannüberschreitung mit Start und Ziel an der Wimbachbrücke. (Foto: Palzer)

Toni Palzer hat am Freitag einen neuen, fast unglaublichen Rekord aufgestellt. Für die gesamte Watzmannüberschreitung von der Wimbachbrücke bis zurück zum Startpunkt brauchte der Ramsauer exakt drei Stunden, sechs Minuten und 55 Sekunden. Das teilte der 25-jährige Weltklasse-Skibergsteiger und -Bergläufer via Facebook und Instagram mit.


Bereits im Jahr 2015 hatte Palzer auf der knapp 23 Kilometer langen Strecke, die insgesamt rund 2 500 Höhenmeter überwindet, einen Rekord aufgestellt. Damals war er die Überschreitung in drei Stunden und zehn Minuten gelaufen. Dieses Mal war der Sportsoldat sogar noch ein bisschen schneller.

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»Nach meinem gestrigen Lungenfunktionstest, bei dem ich mich zu einem neuen Rekord von 440 Watt pushte, dachte ich, dass heute ein leichter Lauf gut täte«, schrieb Palzer am Freitag und veröffentlichte auch seine Abschnittszeiten. Für die ersten 2 000 Höhenmeter von der Wimbachbrücke bis zum Hocheck benötigte er gerade einmal 1:28 Stunde.

Bereits 27 Minuten später hatte der 25-Jährige die Südspitze erreicht, von wo es schnurstracks hinab ins Wimbachgries ging. Der Abstieg oder besser Ablauf dauerte lediglich 34 Minuten. Das Auslaufen erledigte Toni Palzer dann auf den letzten zehn Kilometern durch das Gries in 36 Minuten.

»Es war tatsächlich nicht geplant«, versicherte Toni Palzer gestern im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Vielmehr wollte er zunächst nur ganz locker bis zum Watzmannhaus, dann über den Falzsteig nach Kühroint und wieder ins Tal laufen. Er hatte deshalb auch nur einen halben Liter zu trinken und sonst nichts dabei. »Am Watzmannhaus war dann aber wenig los und so entschied ich mich, weiterzulaufen«, sagt Palzer. Die Zeit von 1:28 Stunde bis zum Hocheck empfindet der Ramsauer als gar nicht besonders schnell. »Eine Stunde und 20 Minuten wären hier sicher möglich«, schätzt der 25-Jährige. Richtig schnell war Toni nach eigener Aussage aber dann beim Abstieg von der Südspitze ins Wimbachgries. »Da habe ich es richtig laufen lassen.« Und so war ihm auch erst an der Wimbachgrieshütte klar, dass er jetzt seinen eigenen Rekord noch einmal verbessern könnte, was dann auch funktionierte.

»Am Grat ging ich keinerlei Risiko ein«, blickt Palzer auf den Rekordlauf zurück. Bei Begegnungen mit anderen Bergsteigern habe er niemanden unter Druck gesetzt, sei zumeist auf einer anderen Linie geklettert. Dadurch war auch sein eigener Zeitverlust gering.

»Sometimes it just happens«, lautet Palzers Fazit – »Manchmal passiert es einfach.« Dabei ist Toni Palzer überzeugt, dass die Watzmannüberschreitung sogar in einer Zeit unter drei Stunden möglich wäre. Im Moment denkt er zwar nicht an einen neuen Versuch, aber Toni weiß schon, wie er das Projekt dann angehen würde. »Man müsste Getränke und Nahrung deponieren. Und ich würde die Sponsoren mit einbinden, beispielsweise ein Video drehen lassen.« Damit würde er bei seinen vielen Fans sicher einen Volltreffer landen, denn schon seine jüngsten Posts auf Facebook und Instagram vom Freitag verzeichneten fast 100 000 Aufrufe.

Auch wenn Palzer nach eigener Einschätzung noch nicht die Maximalleistung auf dieser Strecke erreicht hat, so weiß der Sportsoldat, dass er sich mit seinem Sommertraining auf einem guten Weg befindet. Und so blickt er auch mit großer Zuversicht dem kommenden Sonntag entgegen, wenn er beim Großglockner-Berglauf an den Start gehen wird. Ulli Kastner