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Was aus ehemaligen Hirtenkindern wurde

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Martin Grubinger (in der blauen Jacke) mit den heutigen Hirtenkindern. (Foto Andreas Kolarik)

Ehemalige Hirtenbuben zählen zu den wichtigsten Stützen des Tobi Reiser Adventsingens in der Großen Aula der Universität Salzburg. Einer von ihnen, der inzwischen weltweit bekannte Multipercussionist Martin Grubinger, probte nun auf der Erentrudisalm beim Gaisberg mit den heutigen Hirtenkindern. Mit einer Verdichtung und einer musikalischen Vertiefung stellt Josef Radauer im kommenden Advent sein 2011 erstmals dargebotenes Stück »Hast an Engel g'hört?« vor.


Das Tobi Reiser Adventsingen baut auf Tradition und versteht sich als die Fortführung des von Tobi Reiser (1907- 1974) gegründeten Salzburger Adventsingens und der von seinem Sohn Tobias Reiser (1946-1999) weiter entwickelten weihnachtlichen Oratorien. So passt es gut, dass einstige Hirtenbuben heute in führenden Funktionen sind, auch der künstlerische Leiter: Der »Sepperl« war bei Tobi Reisers Hirtenspiel der legendäre »Lungauer« mit der Bassgeige. Radauer blieb nicht nur der Veranstaltung, sondern auch dem Instrument treu: Er ist Bassist bei der Camerata Salzburg und im Ensemble Tobi Reiser.

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Selbst der Ort hat Tradition: Bevor Tobi Reiser mit seinem Singen in das Große Salzburger Festspielhaus übersiedelte, war die Aula der Universität, wo Radauer seit 2006 das Tobi Reiser Adventsingen aufführt, viele Jahre lang der Austragungsort seines Salzburger Adventsingens. Organisator Pepi Wimmer gehört von Jugend an zum Adventsingen. Als fünfjähriger Bub durfte er schon beim Hirtenspiel mitmachen, war lange Jahre der »Pongauer« und vertrat als junger Bursch den erkrankten Hackbrettspieler im Reiser-Quintett, Franz Peyer. 1964 wurde er festes Ensemblemitglied. Seither war Pepi Wimmer ununterbrochen mit dem Adventsingen der Gründungsväter und dem Tobi Reiser Adventsingen verbunden.

1961 bis 1964 war Walter Müller »Hirtensänger« bei Tobi Reisers Adventsingen. Der bekannte Salzburger Literat schrieb seine Erfahrungen in Erzählungen und Büchern nieder. Seit Anbeginn des Tobi Reiser Adventsingens bereichert Müller die Veranstaltung mit tiefsinnigen Texten. Für die Medienarbeit steht Bernhard Strobl, der 1961 bis 1964 als »Aberseer« und »Pinzgauer Hagmoar« aktiv war. Strobl wurde später Chorsänger, Solist und Ensemblemitglied. 1988 bis 1998 führte er Regie und betreute die Hirtenbuben.

Unter seinen Fittichen stand der junge Thalgauer Martin Grubinger. Schon als Hirtenbub prägte Martin mit seiner »Schwegel« das Spiel. Sein Zwischenpasch beim Schleunigen hielt die Rhythmusgruppe zusammen. Eine Freude für die Gestalter des Tobi Reiser Adventsingens als Alternative zum Salzburger Adventsingen im Festspielhaus ist es auch, dass sich ehemalige »Hirtenkollegen« mit positiven Wortmeldungen in den Dienst der Sache stellen.

Auch heuer stehen die Hirtenkinder im Mittelpunkt des Singens in der Großen Aula. In einer kalten Nacht begehren zwei sehr unterschiedliche Gruppen Einlass bei einem Wirt: eine kleine Musikkapelle auf der Heimreise von einem Geburtstagsfest und eine arme, bettelnde Anklöcklergruppe – wie reagieren die Wirtsleute und Gäste? Die Kinder haben sich in intensiver Probenarbeit zu Ensembles zusammengefunden: einem Streicherensemble aus Geigen, Violoncello, Kontrabass, Gitarre und Harmonika, einer Tanzlmusi mit Flügelhorn, Saxofon, Posaune, Harmonika und Gitarre sowie einer Gruppe singender Kinder. Premiere ist am 30. November. Es folgen bis 8. Dezember acht weitere Aufführungen und zwei »Adventsingen für Kinder« am 9. Dezember. Karten sind in allen Kartenbüros Salzburgs und bei oeticket erhältlich. Nähere Infos unter www.tobi-reiser.at. vm

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