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Weil PCR-Testergebnisse so lange dauern, kann schon mal die Quarantäneverordnung ausgesetzt werden. Zuletzt geschehen im Kindergarten Insula in Bischofswiesen. (Archivfoto: Kilian Pfeiffer)

Warten auf das PCR-Testergebnis – Quarantäneverordnung ausgesetzt, weil die Übermittlung so lange dauert

Bischofswiesen – Bis zu fünf Tage dauert bei manchen Laboren derzeit die Übermittlung von PCR-Testergebnissen, wie das Landratsamt Berchtesgadener Land auf Nachfrage bestätigte. Die Verzögerungen bedeuten für Kindergärten, in denen das Virus derzeit gehäuft auftritt, Durcheinander in der Tagesplanung.


In einer E-Mail, die die Leitung des Bischofswieser Kindergartens in der Insula an die Eltern versendet hatte, hieß es vergangene Woche: »Sicher wundern Sie sich, dass wir bisher keine Informationen über Kontaktpersonenquarantänen herausgegeben haben. Dies liegt daran, dass jeder positive Schnelltest erst durch einen PCR-Test bestätigt werden muss.« An Letzterem hakte es aber, nachdem ein Kind per Schnelltest positiv getestet worden war. Die Wartezeiten, bis ein Ergebnis eintrifft, seien momentan sehr lang. Das Landratsamt bestätigt die zeitliche Verzögerung, sagt: »Bis die Befunde durch das Gesundheitsamt abgerufen werden können, dauert es im Schnitt 36 Stunden.« Das Problem stellten aktuell aber die Labore dar. Bei manchen Einrichtungen dauerte die Übermittlung des Ergebnisses »bis zu fünf Tage«.

Im Bischofswieser Kindergarten teilen die Leiter der Einrichtung schriftlich mit, die offizielle Meldung an das Gesundheitsamt erst rausschicken zu können, wenn das PCR-Testergebnis vorliege. Hinzu kommt: Erst ab dem zweiten bestätigten positiven PCR-Ergebnis innerhalb einer Kindergartengruppe werden Quarantänen durch das Gesundheitsamt ausgesprochen.

Weil in dem Bischofswieser Fall die Ergebnisse aus dem Labor so spät vorlagen, mussten die betroffenen Kinder als Kontaktpersonen schließlich nicht mehr in Quarantäne. »Das Gesundheitsamt sieht von einer Quarantäneverordnung aufgrund der zeitlichen Verzögerung ab«, teilte der Kindergarten mit. Kinder, die tags drauf die Einrichtung wieder besuchen wollen, müssten einen Test vorweisen, teilte die Kindergartenleitung mit und entschuldigte sich bei den Eltern dafür, »dass diese Info sehr spät kommt«. Schüler sowie Kita-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich in Bayern offiziell bereits nach fünf Tagen freitesten. Ein Antigen-Schnelltest bei einem Arzt, in einer Apotheke oder einem Testzentrum reicht aus.

Wegen des seit Wochen stark steigenden Corona-Fallaufkommens hat man im Gesundheitsamt alle Hände voll zu tun. 42 Mitarbeiter aus dem Landratsamt und aus weiteren Behörden sind im Contact-Tracing-Team eingesetzt. Generell gilt: »Eine Nachverfolgung der positiven Fälle ist sichergestellt.« Aktuell sei jedoch mit einem zeitlichen Verzug bei der Kontaktaufnahme von drei bis vier Tagen zu rechnen. Die Pflicht zur »häuslichen Absonderung« für positiv getestete Personen gelte aber auch unabhängig von einer Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt.

kp