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Warmherziger Abschied für Pfarrer Holzner

Unterwössen. Einen warmherzigen Abschied hat die Pfarrgemeinde Oberwössen dem Ruhestandspfarrer Hans Holzner bereitet. 15 Jahre lang war er dort in der Seelsorgemithilfe tätig gewesen. Kein Aufheben hatte sich der Geistliche zu seiner Verabschiedung gewünscht. Doch beim Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Sieben Schmerzen war doch die große Zuneigung spürbar, die ihm die Pfarreimitglieder entgegenbringen.

Bei seinem Abschiedsgottesdienst in Oberwössen: Ruhestandspfarrer Hans Holzner beim Abendmahl, daneben Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Meier. (Foto: Flug)

Mit Wirkung zum 15. Oktober hatte die Erzdiözese München Freising den 1934 geborenen Ruhestandspfarrer Hans Holzner von der Seelsorgemithilfe in Oberwössen entpflichtet. Künftig wird der Geistliche in seiner Heimatgemeinde Übersee in die Seelsorgemithilfe eingebunden sein.

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Der für seine Zurückhaltung bekannte Pfarrer Hans Holzner wollte zu seinem Abschied keine Feier. »Aber so sang- und klanglos geht es wirklich nicht«, meinte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Meier. So mobilisierte die Pfarrgemeinde alle erreichbaren Kräfte, um dem Pfarrer eine schöne Verabschiedung zu bereiten. Unter anderem sang der Kirchenchor. Der Ruhestandspfarrer meinte am Ende des Gottesdienstes, dass dies eine gelungene Überraschung geworden sei. Er habe keine Ahnung gehabt, aber der gut gefüllte Kirchenparkplatz und eine hell erleuchtete Kirche hätten ihm zu seiner letzten Predigt schon zu denken gegeben.

»Ich habe immer gesagt, dass ich mich bei euch wohlfühle, dass ich gern in Oberwössen und in dieser schlichten Kirche bin«, wandte sich Holzner an seine Gemeinde. »Warum haut er dann ab?«, stellte der Pfarrer die bewegende Frage. »Es hat nichts mit euch zu tun. Es hat gar nichts mit dem neuen Seelsorger für diese Pfarrei zu tun«, beantwortete der Pfarrer selbst seine Fragen. Es gäbe mehrere Gründe, so Holzner. Das andernorts oft beanspruchte Argument der gesundheitlichen Gründe sei bei ihm wahrhaftig, meinte er.

Zudem würde ein neuer Pfarrer neue Akzente setzen. »Nicht umsonst baut ein jeder Bauer ein Zuhäuserl, damit das Miteinander von Alt und Jung gut geht. 52 Jahre Erfahrung als Priester sagen auch mir, es wäre nicht gut zu bleiben. Bitte habt Verständnis.« Völlig weg sei er aber nicht. »Ich bin schon jetzt verpflichtet für die Christmette am Heiligen Abend in Oberwössen.«

Pfarrer Hans Holzner dankte zum Abschied vielen in der Pfarrgemeinde Oberwössen: Vom Organisten über den Kirchen- und Kinderchor bis zu den Ministranten. Besonders hob er die langjährige Mesnerin und Wegbegleiterin Luise Buchner hervor. Der Familie Meier dankte er für den geschmackvollen, aber dezenten Schmuck der Pfarrkirche. Nach dem Gottesdienst bekam der Ruhestandspfarrer Geschenke und er schüttelte zum Abschied noch zahlreiche Hände. lukk