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Wanderwegekonzept soll umgesetzt werden

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Schneizlreuth soll neue Wanderschilder bekommen. (Foto: Werner Bauregger)

Schneizlreuth – Die Beschilderung des etwa 200 Kilometer umfassenden Wander- und Radwegenetzes in der Gemeinde Schneizlreuth ist in den vergangenen Jahren immer mehr verfallen oder konnte nicht auf dem neuesten Stand gehalten werden. Zudem bestehen Mängel in der Durchgängigkeit der Wegeführung. Deshalb beschäftigte sich vor etwa zwei Jahren eine ehrenamtliche Helfergruppe mit diesem Thema, nahm den Status auf und versuchte, Lösungen zu erarbeiten. Der Gemeinderat Schneizlreuth beschäftigte sich kürzlich mit dem Thema.


Um die Beschilderung professionell und auf zeitgemäße Anforderungen im Tourismus angepasst modernisieren zu können, entschloss sich die Gemeinde im vergangenen Jahr, am LEADER-Projekt »Wanderwegekonzept der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land« teilzunehmen.

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Bänke, Info-Punkte und Hundetoiletten

Nach umfangreichen Vorarbeiten befasste sich der Gemeinderat nun mit der Kostenplanung und stimmte einer Weiterführung des Projekts zu. Mit dem Projekt soll eine einheitliche Wanderregion geschaffen werden. Dies soll insbesondere durch eine einheitliche Beschilderung, die Gestaltung von zwei Wander-Ausgangspunkten mit Informationen und Corporate Identity, Integration von vorhandenen Wanderwegen, Betrachtung der Routenführung, Erholungsinfrastruktur (Bänke, Hundetoiletten, Info-Punkte), qualitätsverbessernde Wegbaumaßnahmen und die Schaffung von Rettungs- und Notrufpunkten erreicht werden.

Der Kostenrahmen sieht Ausgaben für Grundlagenarbeiten wie die Streckennetzplanung, Erfassung der Strecken und deren Freigabe in Höhe von rund 14 000 Euro vor. Für die Beschilderung selber sind rund 41 000 Euro veranschlagt, die durch Eigenleistung der Bauhofmitarbeiter auf rund 31 000 Euro gesenkt werden sollen. Auch die Kosten für die Schilder selber, die mit 24 700 Euro angesetzt sind, können wegen vieler bereits vorhandener Schilder gesenkt werden. Für die Qualifizierung durch Ausgangspunkte sind 6 300 Euro vorgesehen. Auf Karten und Flyer möchte die Verwaltung verzichten und nur 750 Euro für Tourenmodule auf Webseiten ausgeben. Auch auf die Aufstellung von Parkautomaten sollte nach Vorschlag der Verwaltung verzichtet werden. Da für das Projekt 60 Prozent Fördermittel zur Verfügung stehen, müsste die Gemeinde von den Gesamtkosten in Höhe von rund 51 500 Euro nur 20 600 Euro selber tragen.

Wie der Kämmerer Franz Grabner errechnete, stehen 2020 Haushaltsmittel in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung. In der weiteren Finanzplanung sind bereits jeweils 5 000 Euro jährlich eingeplant. Bei Restebildung stehen im Jahr 2021 15 000 Euro zur Verfügung. Es verbliebe eine Finanzierungslücke von etwa 5 000 Euro. Diese Mehrkosten können laut Grabner in die Haushaltsplanung 2021 aufgenommen werden. Angesichts der massiven Investitionen in die Infrastruktur des Fremdenverkehrs hält der Kämmerer die Erhöhung des Kurbeitrags zur allgemeinen Finanzierung für angemessen.

Investition ist »zukunftsorientiert«

Die Gemeinderatsmitglieder äußerten sich generell positiv zu diesem Projekt und sahen auch einen dringenden Handlungsbedarf, um dadurch mehr Qualität für Gäste und Einheimische bieten zu können. Allerdings sollten nach Meinung der Gemeinderäte die Kosten nicht weiter steigen.

Bürgermeister Wolfgang Simon erläuterte dazu, dass die Maßnahmen ohnehin innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden müssen und auch der Kämmerer die Kosten im Auge behalten werde. Eine Notwendigkeit sieht der Bürgermeister außerdem durch die immer präsente Haftungsfrage für die Gemeinde.

Ohne Gegenstimme sprach sich die Bürgervertretung dafür aus, das Projekt weiterzuverfolgen und in die Umsetzung zu gehen.

Werner Bauregger