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Vorschläge des Bauamts gefielen dem Gemeinderat Marquartstein nicht

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Wo sich die Bundesstraße 307 nach Geisenhausen noch durch den Wald mit begrünten Böschungen schlängelt, könnten nach den Befürchtungen von Gemeinderat Peter Lloyd nach dem Ausbau blanke Felswände den Straßenverlauf begleiten. (Foto: Peter)

Marquartstein – Mit den vorgeschlagenen Varianten des Staatlichen Bauamts Traunstein zum Ausbau der Bundesstraße 307 zwischen Geisenhausen und Donau befasste sich der Marquarsteiner Gemeinderat.


Die Meinung, dass die Bundesstraße 307 zwischen Geisenhausen und Donau ausgebaut werden muss, kam im Gremium eindeutig heraus. Doch es stand die Frage nach dem Wie im Mittelpunkt. Der Gemeinderat konnte sich mit den vorgeschlagenen Varianten des Staatlichen Bauamts nicht anfreunden. Einhellig kam die Ansicht zutage, dass der Ausbau mehr auf dem Bestand erfolgen solle.

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In Frage wurde auch gestellt, ob in diesem Bereich zwischen Geisenhausen und Donau ein Ausbau nach den Normen einer Bundesstraße mit 100 km/h erforderlich sei, wenn in den vor- und nachgelagerten Bereichen kein Ausbau möglich sei. Wenn auf dem Zwischenstück der Ausbaustrecke auf eine geringere Geschwindigkeit gesetzt werden würde, könnten die Planungen mehr auf die Topografie eingehen, meinte Bürgermeister Andreas Scheck.

Es fehlten in beiden vorgeschlagenen Varianten noch zu viele Zahlen, monierte Peter Lloyd. Bei den Vorschlägen entstünden gerade bei den Durchbrüchen im Waldbereich große Einschnitte mit neuentstehenden hohen Felswänden, gab er zu bedenken. Er vertritt die Ansicht, dass von den Richtlinien bei den Kurvenradien abgewichen werden könnte. Katja Kink ist für einen bestandsorientierten Ausbau. Ebenso solle ein Radweg, der parallel zur Straße verläuft, gebaut werden, damit er als zusätzliche Verkehrsverbindung genutzt werde und nicht zu einem reinen »Spazierradweg« werde, wenn zu große Strecken im Wald führten.

Die Gemeinde sollte zu den drei Punkten Stellung nehmen, welche Variante sie bevorzugt, ob ein Rad- und Gehweg entlang der Ausbaustrecke entstehen soll und ob die »Unstetigkeitsstelle«, die zwei S-Kurven bei Raiten, entfernt werden sollten. Dabei sprach sich der Gemeinderat einstimmig für einen Rad- und Gehweg entlang der Ausbaustrecke aus. Ebenso einstimmig fiel das Votum gegen die Beseitigung der sogenannten Unstetigkeitsstelle aus.

Bei den derzeitigen Kenntnissen konnte das Gremium keiner der drei Varianten zustimmen. Das wurde damit begründet, dass aufgrund der untergeordneten Verkehrsbedeutung und -frequenz sowie der besonderen Lage in den verschiedenen Schutzgebieten ein Ausbau gewünscht wird, der sich wesentlich stärker am Bestand und der besonderen Landschafts-Topografie orientiert. Weiter bestand die Ansicht, dass durch die nicht ausbaufähigen Stellen in Geisenhausen und der verbleibenden Unstetigkeitsstelle in Richtung Raiten im dazwischenliegenden Teil ein Abweichen von den strikten Planungsrichtlinien möglich sein muss. MP